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Schwanberg 275 Schwanberg
ein zweiter Sohn, Wenzel (geb. 1778).
kam als Kaufmann nach Ungarn, wo
seine Nachkommen noch leben sollen; der
jüngste, Ignaz (geb. 1790, gest. 1830),
widmete stch den Studien, trat nach
deren Beendung in den Staatsdienst,
erreichte, stufenweise vorrückend, eine
Hofiathsstelle, und dessen Sohn Moriz,
gleichfalls im Staatsdienste, einige Zeit
Secretär im Ministerium deö Innern,
schreibt stch nunmehr Mor iz Schwan-
berg, Freiherr von Kruchina.
Noch ist die Nachkommenschaft zweier
Brüder des obigen Adalbert , nämlich
des Matthäus und Thomas, vorhanden.
Mat thäus (geb. 1742) hatte zwei
Söhne: Franz (geb. 1779), gleichfalls
Baumeister in Fürst Lobkowih'schen
Diensten zu Raudnitz, dessen Nachkom-
menschaft zur Stunde fortblüht; sein
Bruder Johann (geb. 1792) war Förster
zu öachorice bei Chlumec, ist auch der
Stifter einer besonderen Linie. Der dritte
Bruder Adalbert 's , Thomas (geb.
1748, gest. 18W), hatte auch zwei Söhne:
Franz, Landmann zu Iessenic, und Aoal-
bert, dessen Sohn Kar l und sein Onkel
Ad albert leben zu Pilsen. Dieses
Ad albert (geb. 1799, gest. zu Pilsen
als Kaufmann 1834) Söhne: Julius
(geb. 1832) und Joseph (geb. 1837)
dienten oder oder dienen 'noch in der
kaiserlichen Armee. Es gibt noch mehrere
Schwanberg, denn der obgenannte
Simon hatte außer den erwähnten'
Söhnen Adaloer t , Mat thäus und
Thomas noch drei andere Söhne, die
wohl auch Nachkommenschaft gehabt ha>
ben; doch haben dieselben weiter keine
Bedeutung. Die Schwan berg erschei«
nen öfter auch — jedoch unrichtig —
Schwamberg geschrieben; im Oechischen
kommen sie mit völlig entstellter Schreib»
art, ävamberk, vor, und auch ihr Prä» dicat erscheint baß Krusina, Kruszy»
na, Kruchyna u. s. w. geschrieben. —
Das Wappen, dessen sich die Freiherren
von Schwanberg bedienen, ist ein der
Lange nach getheilter Schild; im rechten
silbernenFelde gewahrt man eine goldene,
besamte, fünfblätlrige Rose von natür»
licher Gestalt und Farbe; im linken ro-
then Felde befindet sich ein freistehender
silberner Schwan mit goldenen Füßen
und Schnabel. — Zum Schlüsse sei noch
bemerkt, daß der Abt des Benedictine»
stiftes St. Paul im Lavantthale Karn-
thens, Hermann I I . , aus dem Ritter«
geschleckte der Sckwan berg, der in den
Jahren 1391—1401 Abt war, nicht der
böhmischen Familie der Schwan berg
angehöre, sondern im Schlosse Schwan»
berg. welches im Marburger Kreise der
Steiermark gegen die kärnthnische Grenze
zu gelegen ist, geboren war. Der Salz«
burger Erzbischof Gregor aus dem
Hause der Schenk von Osterwitz,
welcher 1396 bis 1403 regierte, hatte
1399 auf papstlichen Befehl den Abt
Hermann seines Amtes entsetzt, dieser
jedoch stch geweigert, seinen Posten zu
verlassen, worauf Herzog Wi lhe lm von
Oesterreich gegen ihn.zu Felde zog. Aber
Abt Hermann hatte seine Partei und
da ergab sich der merkwürdige Fall, daß
im Stifte St. Paul zwei Aebte zu gleicher
Zeit fungirten: Abt Hermann hielt
das Regiment über Keller, Küche, Vor«
rathskammern und das Urbar; Abt
Kaspar aus dem Geschlechte der Für-
holz er von Sonn egg verwaltete die
Reliquien, die h. Gewänder und Para.
mente und das Archiv. Erst Herzog
Wi lhe lm brachte eS dahin, daß beide
Aebte ihre Würden niederlegten. Her-
mann starb am 23. Mai 1400 und
Kaspar am 7. Juli 1403. Seit dieser
Zeit verlor das Stift St. Paul seine
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon