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Schwandner 278 Schwandner
licksicn Ml,sikalien und brachte sie seinem
Or^cnöhause nach Prag zum Geschenke, wo
sie die stattliche Grundlage eines Musikalien-
Archios bildeten. Mitten in seiner segcnsool.
len Wirksamkeit zum Besten der leidenden
Menschheit und zum Ruhme seiner Bruder»
schaft, in welcher seit dieser Zeit die Musik
ein wirksames und erhebendes Bildungsmittel
wurde, raffte ihn vor der Zeit der Tod im
Alter von erst 52 Jahren dahin. Fast ist
anzunebmen, daß er auch in der Composition
thätig gewesen, dock ist darüber nichts Siche.
res bekannt. Dunk les IV IV HliLsricorä.
?raviuciao Nokoiniao. I'oinus 1, 1733. —
H.NV.2I6 3 OoÜLFii Xor^.ei'tini ?i'2,FyQäiL.
lom. I, 1733.)
Schwlllldner, Johann Georg von
(Geschichtsforscher, geb. auf dem
Schlöffe Stadelkirchen unweit Steyr
in Oberösierreicb 21. September 1716,
gest. zu Wien 28. September, n. A.
1. October 1791). Sein Vater war
Privatbeamter, die Studien begann S.
m Linz, schte sie dann in Wien fort, wo
er die Rechte beendete, sich der advoca«
torischen Praxis zuwendete und längere
Zeit als Advocat lebte. Darnach trat er
als Secretär in Dienste bei dem General
Molk und machte mit demselben aus-
gedehnte Reisen durch Italien, Deutsch»
land, Ungarn, Serbien, die Walachei
und die österreichischen Erblande. Nach
seiner Rückkehr von denselben war er als
k. k. Hofagent in Wien thatig und blieb
es, bis nach Heyrenbach's »Bd. VII I ,
S. 463) im Jahre 1779 erfolgten Tode
die Stelle eines Bibliothekscustos an der
Wiener Hofbibliothek erledigt wurde.
Schwandner bewarb sich um den
Posten. und , obgleich bereits damals
63 Jahre alt, errang er den Sieg über
den bedeutend jüngeren Mitbewerber,
den Büchercensor Konstantin, v. Kh autz
Ad. XI , S. 90^>. Mit kaiserlichem Be-
schluß vom 24. August 1779 wurde er
zum zweiten Cusios ernannt, rückte im
Jahre 179l zum ersten mit dem Jahr« gehalte von 3000 st. vor, ohne jedoch
diese Stelle lange zu genießen, da er
noch im nämlichen Jahre im Alter von
73 Jahren starb. Die zwölf Jahre seiner
unmittelbaren Thätigkeit in der Hof-
blbliothek sind durch seine Fortsetzung
der von Heyrenbach begonnenen Ne»
cension der Manuskripte der Hofbiblio-
thek (von Nr. 332 bis 1018) und die
Beschreibung von 2000 anderen, später
erworbenen würdig bezeichnet. Diese Be»
schreibung umfaßt sechs, von Schwand»
ne r eigenhändig geschriebeneFoliobände,
i wovon fünf die Beschreibung, der sechste
das Nepertorium dieser fünf Bände ent«
balt. Lange vorher noch, ehe er in die
Dienste der Hofbibliothek getreten war,
hatte er folgende Werke herausgegeben:
6?
svwäo^ona« 1746—1748,
?ol.; neue Aufl. ebd. 1766—1768, 4".).
die erste Auflage mit vielen Kupfern,
welche in der zweiten fehlen. Dieses
Quellenwerk hat der berühmte unga»
rische Geschichtsforscher Mathias Bel
mit einer Vorrede eingeleitet und ist das-
selbe mit einem reichen Wortregister ver>
sehen; — „ (7K^l^aA/i?a ?a^?'nM" (Vin-
äodoi'ig.Q 1736, ^oi. niäx.). Nach seiner
Anstellung in der Hofbibliothek ver»
öffentlichte er durch den Druck ein Werk
mit folgendem Titel: „O/ia^am
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon