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Schwandner 279 Schwandner
1788, Ruä. ArMei-, 40.). das^
selbe enthalt eine auf Linnenpapier ge
schriebene, eine Erbschaftsstreitigkeit des
Klosters der Benedictinerinen zu Goeß
in Steiermark betreffende Urkunde des
Kaisers Friedrich II . auS dem Jahre
4243. welche als die älteste dieser Art
bekannt ist, da die ältesten anderen, auf
Linnenpapier vorhandenen, in Frankreich
aus dem Jahre 1316, in England aus
dem Jahre 1340, in Italien aus 1360
und in Spanien aus dem Jahre 1367
datiren. Zum Drucke zum Theile
vorbereitet, theils vollendet, hinterließ
S. einen „Ooäsx S^iLtolariL Ro^um.
Ooloeien. olim
und „Z^eoiiQOn. äixio-
^ mit 30
,:och niemals veröffentlichten Sigillen
oller Könige in Ungarn sammt den dazu
gehörigen Diplomen. Von früher Zeit
her ein großer Bücherfreund, besaß Sch.
eine in der ungarischen, böhmischen und
österreichischen Geschichte ungemein reiche
Bibliothek mit vielen Seltenheiten, welche,
obgleich auf viele Tausende geschätzt,
nach seinem Tode, einige Manuscripte
ausgenommen, leider um einen Spott-
preis hintangegeben wurde. Schwand»
ner selbst war in geschichtlichen Werken,
nicht minder in Religionsschriften sehr
bewandert. Selbst ein streng religiöser
Mann, hatte er verschiedene fromme Ge>
wohnheiten angenommen, so z. B. kam er
meistens still betend auf die Bibliothek.
Dabei war er sehr redeselig, und wenn
man bei ihm eine Auskunft suchte, so
konnte man wohl sicher sein, eine solche
und gewöhnlich gediegene zu erhalten,
mußte aber dabei Vieles mit in den Kauf nehmen, was man ebm damals nicht
brauchte. Im historischen Gebiete, na-
mentlich was Ungarn betraf, war er ein
tüchtiger Bibliograph, und durch seine
„äoriptoröZ i6ruiQ NunFÄi'io3.rura" hat
er sich selbst ein bleibendes Denkmal er»
richtet. Dieses Werk, wie seine notorisch
bekannte Frömmigkeit mögen bei der
Kaiserin, als sie den schon alten Mann
in ihrer Biblothek anstellte, den Aus«
schlag gegeben haben. Männer wie den
wackeren Bartenstein lM.I,S.163^.
Georg Christian v. Knorr ^Bd. XII ,
S. 172, in den Quellen^, v. Senken-
berg u. A. zählte er zu seinen Freunden;
der Kaiser und die Kaiserin schätzten und
achteten ihn, Letztere insbesondere ob sei«
ner unumwundenen Geradheit, welche
einmal der Kaiserin nach einer Audienz,
die sie ihm gegeben, die Bemerkung über
ihn entlockte: „Er ist ein wahrer Land»
ler" sso heißt man die wegen ihrer Ge»
radheit, die nicht immer die Ausdrücke
wählt, bekannten Oberösterreicher); der
Kaiser, der, wie bekannt, ein großer
Münzensammler war, ließ ihn öster zu
sich kommen, um über zweifelhafte Stücke
in seiner Sammlung seine Meinung ein°
zuholen. Zu Hergott 's „NormmsutÄ,
g>. D0NU2 ^.uLtr." hatte er viel bei«
getragen.' Die Societät inoo^nitoruiQ
krariorum. in terriL HULtriaciL hatte
ihn schon im Jahre 1747 unter ihre
ersten Mitglieder aufgenommen, und die
damals in Ansehen
stehende
Akademie zu
Roveredo hatte ihm im Jahre 1733 ihr
Diplom geschickt.
(De Luca) Das gelehrte Oesterreich. Ein Ver«
such (Wien 1778. 0. Trattnern, 8«) I. Bds.
2. Stück, S. 117. — (Hormayr's) Archiv
für Geschichte, Statistik Literatur und Kunst
(Wien, 4o.) Jahrg. l8l0. S. 418. — Vater,
ländische Blatter für den österreichischen
Kaiserftaat (Wien. 4«.) 1808. S. 173. —
Oesterreichische National» Encyklo«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon