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Schwanthaler 384 Schwartner
Ludwig ganz selbststandlg auS; daS
zweite zu vollenden, war ihm durch sei«
nen plötzlichen Tod — er erlag, 33 Jahre
alt, einem Choleraanfall — nicht ge«
gönnt. So hatte er auch eine Gruppe,
welche' aus des Künstlers Skizzen der
König von Württemberg ausgewählt und
ihm zur Ausführung übertragen hatte,
nur zur Hälfte vollendet; mehrere kleinere
plastische Werke sind bei seinem Ableben
ganz oder doch nahezu vollendet vorge»
funden worden. Noch sei seiner kolossalen
Christus-Statue gedacht, welche er im
Auftrage des Klosters Weingarten in
Württemberg ausgeführt und welche zu
den schönsten Werken des uns zu früh
entrissenen Künstlers zahlt. — In Bezie»
hung zu den zwei erwähnten Künstlern
steht auch das am 2l . September 1868
zu Ried gefeierte Schwanthalerfest. Da
nämlich, so weit man zurückdenkt bis zum
Jahre 4838. das Haus Nr. 33 in Ried
im Besitze der Familie Schwanthaler
gewesen, so wurde an diesem Hause eine
marmorne Gedenktafel mit der Inschrift:
„Stammhaus der Scdwanth aler",
mit vier, von Professor R u d o l p h
Schwanthaler in München ausge»
führten Medaillons, welche die Bildnisse
des Peter (Ludwig'S Großvater, der in
Ried ansässig geblieben), Franz s^. d.
S. 282^ Ludwig und Xaver ^s. d.
Obigen^ Schwanthaler darstellen,
angebracht. Dann folgten die Einzeln-
heiten des Festes, darunter die Festrede,
welche sich über die Ursache dieser Feier
und die Bedeutung der Gedenktafel aus»
breitete. Nach der Enthüllung veröffent«
lichte die Gemeindevorstehung, daß die
Gasse, in welcher das Schwanthalerhaus
steht und welche bis dahin die „Obere
Pfarrgaffe« hieß, von nun ab den Namen
„Schwanthalergasse" führen werde. Mäh«
rend der Tage vom 48.—2t. September war eine Sammlung von Werken meh«
rerer Sproßen dieser Familie zur allge«
meinen Besichtigung ausgestellt. Wenn
das Müller-Klunzinger'fche Kunst«
ler-Lerikon Franz Xaver Schwan-
thaler den Letzten der Schwan»
thaler'fchen Familie nennt, so verwei»
sen wir zur Richtigstellung dieser Notiz
anf vorgenannten Rudolph Schwan«
thaler und die von ihm zum Schwan»
thalerfeste in Ried ausgeführten Medail»
lons.
Münchener Zei tung. 2. Oclober l8S4,
Nr. 234. in der Beilage. — Nagler (G. K.
Dr.), Neues allgemeines Künstler«Lexikon
(München 1839. Fleischmann. 8«.) Bd. X'VI,
S. 114- — Die Künstler aller Zeiten und
Völker. Begonnen von Prof. Fr. Mül ler ,
fortgesetzt von Dr. Karl Klunzinger (Stutt»
gart 1860. Ebner u. Seubert. gr, 6".) Bd. IH ,
S. Z03. — Nechenichafts? Vericht des
Verwalmngs-Ausschusses des Kunststeins in
München für das Jahr 1334 (München l835,
Georg Franz, 4») S. 52.
Noch ist eines Holzschnitzers: Johann Georg
Schwanthaler zu gedenken, der in der
zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in
Gmunden lebte und daselbst als Kunstschniher
arbeitete. Von der künstlerischen Fertigkeit
dieses Meisters geben die Arbeiten Zeugniß,
welche sich in der wenig bekannten, unter der
Aufsicht des kunstsinnigen und rastlos thätigen
Pater Odo (Schima) einer steten Veruoll«
kommnung entgegengehenden Kunstkammer
des Benedictinerstiftes Kremsmünster befin-
den, sie stellen dar: eine „Anbetung Jesu";
— eine „Kreuzabnahme",- — „Anna und
Maria": "" „Die heilige Familie"; — „Chri«
stus am Oelberge" und „Die Geißelung".
Die größten halten 1 Schuh im Geviert,
zwei stnd oval, zwei im kleinen Geviert
(6Z. und 4.Z.).
Schwartner, Martin von (Ge-
schichtsfo rscher, geb. zu Käs mark
in der Zips 1. März 1739. gest. zu
Pefth 13. August 1823). Sohn ver-
mögender, dem Kaufmannsstande ange»
höriger Eltern; diese sorgten für seine
gute Ausbildung in den Wissenschaften,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon