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Schw»rtner 288 Schwartner
wofür S. von früher Jugend große
Liebe und Anlagen zeigte und die sich so
entschieden kundgaben, daß er, während
seine Altersgenossen den jugendlichen
Spielen sich hingaben, diese verschmähte,
dieLecture eines guten Buches vorziehend.
Die Humanitätsclaffen und die philoso»
phischen Studien hatte er in seiner Hei«
mat beendet, nun begab er sich nach
Oöttingen und dort lag er mit allem
Eifer dem Studium der Geschichte. Sta«
tistik und Diplomatik ob. Die Theologie,
der er sich eigentlich widmen sollte, hatte
er gegen die erwähnten Disciplinen ein-
getauscht. Nach seiner Rückkehr in die
Heimat berief ihn LadislauS Baron
Pränay ^Vd. XXIV, S. 12, Nr. 2),
damals Obergespan des Csanader Comi»
tates, als Erzieher seiner Kinder in sein
Haus, und nachdem er drei Jahre auf
diesem Posten thätig gewesen, folgte er
dem Rufe der Stadt Käsmark als Con-
rector ihrer Schule. Daselbst wirkte er in
den Jahren 1784—1736. dann wurde
er zum Professor am Gymnasium in
Oedenburg ernannt. Nach mehrjähriger
Thätigkeit auf diesem Posten, wo er in
segensreichster Weise gewirkt und sein
Abgang als ein unersetzlicher Verlust all-
gemein empfunden und tief bedauert
wurde, bewarb sich S. um die Lehrkanzel
der Diplomatik in Pesth, als dieselbe
erledigt war. Sie wurde ihm, obgleich
er Protestant und ein solcher an der
katholischen Universität nur schwer ange.
stellt wurde, in der Periode des unbefan»
gen denkenden Kaisers Joseph I I . ver<
liehen und ihm mit ihr zugleich die Auf«
ficht der k. k. Bibliothek in Pesth, zu deren
Custos er unter Einem ernannt worden,
übertragen. Diese beiden Stellen beklei»
dete S. bis an sein im Alter von
64 Jahren erfolgtes Ableben. Da er die
Professur der Statistik, welche während seiner Dienstleistung an der Pesther
Hochschule dreimal erledigt ward und
für welche er bei seiner großen Vorliebe'
für diese Wissenschaft sich immer wieder
beworben hatte, trotz hoher Fürsprache
immer nicht zu erhalten vermochte, ent»
schädigte ihn der Kaiser für diese Miß-
erfolge in seinen Bewerbungen im Jahre
1810 mit einer Gehaltszulage jährlicher
400 st. Neben seinem Berufe war S.
während seiner Anstellung in Pesth auch
schriftstellerisch thätig und gab heraus:
1790,
tad. Ä6Q.^ 8"., x. 342), wovon eine
zweite und stark vermehrte Ausgabe mit
etwas verändertem Titel: „^'
asn 2NN52'5" (Luäas 1802) 8". Illgj.,
XVI u. 403 S.) herauskam; — dann
folgte seine historisch sehr interessante
Abhandlung: „Ds
(Pesth 1791), welche das Ge-
schlecht der Herzoge von Crouy betrifft,
wovon ein Nachkomme erst in unserer
Zeit Ansprüche auf den ungarischen
Thron gemacht und darin von Kaiser
Napoleon, um Oesterreich in Schach
zu halten, heimlich unterstützt worden.
Dieser Prätendent der ungarischen Krone,
über welcken Näheres im XI. Bande.
S. 382. und im XXIII . Bande. S.378.
nachzulesen, ist in den letzten Jahren ,
gestorben. Ueber dieses Pcatendentenge»
schlecht handelt S.'s Schrift. Schwart»
ner's Hauptwerk aber bleibt seine „SW-
tistik ÜL2 Wichrrichö Vngcnn" (Pesth 1798),
wovon die zweite Auflage in 3 Theilen
(ebd. 1809—1811), eine dritte im Jahre
1813 erschien', eine heute freilich ver-
altete, aber zur Vergleichung noch immer
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon