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) Eduard 287 Schwarz Eduard
ben sie arm; dennoch bot die Mutter
AlleS auf, um den Knaben ordentlich
unterrichten zu lassen. Neun Jahre alt,
trat dieser in die Pesther israelitische Nor>
malschule ein, wo er bald einer der besten
Schüler war, im Jahre 1845 bezog er
daS Piaristen-Gymnafium und begann,
um seiner armen Mutter auszuhelfen,
bereits als Schüler der dritten Gymna«
fialclasse Unterricht zu ertheilen. So hatte
er denn den Kampf mit dem Leben be<
gönnen. Die achtundvierziger Ereignisse
rissen auch ihn hin und, kaum 47 Jahre
alt. stand er in den Reihen der Kampfer
und soll bei Szt. Thomas sich ausgezeich»
net haben. Darauf heimberufen, blieb er
nur kurze Zeit im Elternhause, sondern
wurde sofort nach Prag zu seinem Onkel
K. Knapp, später Opernsänger in Wei>
mar, abgeschickt. Im folgenden Jahre
begann er in Wien das medizinische Stu»
dium, wo er durch seinen Eifer und
seine Anstelligkeit bald die Aufmerksamkeit
Hyr t l 's auf sich zog, der sich nur noch
mehr für seinen tüchtigen Schüler interes«
firte, als ihm dieser eines Tages eine
Abhandlung naturwissenschaftlichen In»
Halls überreichte, aus welcher sich For>
schersinn, seltene Beobachtungsgabe und
Klarheit der Anschauungen kundgaben.
Aber daS half doch seiner Mittellosigkeit
nicht auf, und während S. mit allem
Eifer seinem Berufsstudium oblag, mußte
er, um das tägliche Brot zu verdienen
und seine übrigen geringen Bedürfnisse
zu bestreiten, Unterricht erlheilen. Eben
daran, das Ziel seiner Wünsche, die
medicinifche Doktorwürde, zu erlangen,
traf ihn 1834 die Nachricht von dem
Tode seiner geliebten Mutter. Ein Brief
seiner Hand aus dieser Zeit, den Ignaz
Reich in dem in den Quellen benannten
Werke mittheilt, schildert in grausamer
Einfachheit seinen Schmerz, seine dama« lige Jage, den kummervollen Lauf seiner
Jugend und der Noth im Elternhause.
Nachdem er, anfangs 1886, Doctor ge»
worden, trat er seine ärztliche Stelle im
Wiener allgemeinen Krankenhause an,
um sich für die weitere Laufbahn als
Arzt vorzubereiten. Um diese Zeit fanden
die Vorbereitungen zur Ausrüstung der
ersten österreichischen Erdumsegelungs»
Expedition der Fregatte „Novara" Statt.
Als zu diesem Zwecke auch der Concurs
eines Corvetten-Arztes ausgeschrieben
wurde, sollen nicht weniger denn 310
Concurrenten und darunter sogar einige,
welche auf jedes Gehalt verzichteten, sich'
gemeldet haben. Die Wahl traf unseren
Schwarz. Zugleich wurde er in die
wissenschaftliche Commission, und zwar -
vereint mit I . Ie l inek für die Botanik
gewählt. Am 30. April 1857 ging die
Erpedition unter Segel, am 2. August
1839 kehrte sie wieder zurück. Während
der dritthalbjährigen Seefahrt verrichtete
S. nicht nur treu und gewissenhaft seine
Dienste als Schiffsarzt, sondern sammelte
zugleich Schätze des Wissens, geläuterter,
lichtverbreitender Ansichten und Ersah«
rungen, die er nach seiner Rückkehr, ob-
gleich in seinen Körperkräften gebrochen,
verarbeiten sollte. Die von ihm allein
für die kaiserlichen Museen gesammelte!!
Gegenstände betrugen über ein halbes
Hundert Kisten. Sein leidender Zustand
bestimmte den Erzherzog Ferdinand
Max, der eben diese Expedition ange»
regt, dem jungen Arzte zu gestatten, daß
er zur Herstellung semer Gesundheit einen
Winter in Kairo zubringe. Doch das
dortige milde Klima gewährte ihm keine
Genesung, wohl aber einige Linderung
seines Leidens, so daß er nach seiner
Rückkehr doch im Stande war, einen
Theil der wissenschaftlichen Ergebnisse sei-
ner Reise zur Herausgabe zu bearbeiten.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon