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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Volume 32
Page - 302 -
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Page - 302 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Volume 32

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Karl 302 Schwarz Karl Wilhelm Iauffer m Vesth 1867 herausge- gebenen „Licht, und Schattenbildern zur Cha, rakteristik des ungarischen Landtags" die Mit« glieder des Landtags durch die scharfe Loupe seines Witzes und beißender Satire betrach« tet, schreibt über Iulius-Sch w a r z.- „Er ist Henszlmann's einziges, noch minderjähri- ges Wunderkind. Der Liebling der griechi» schen Musen und der Theresienstüdter Ga» mins! Das Mitglied der englischen ttsolo- gioai 8ooiot? und Director der Pesth«ben< galischen Eisenbahn! Der große Polyhistor und Protogeograph. der unübertreffliche Phil. Hellene und Prakrit-Stylist. unvergleichlich i»s der Makrologie (Wortschlüpfrigkeit) und "- Megalegorie (Lobhudelei), dessen ohne grie« chisches Wörterbuch nicht zu lesende gelehrten Werke aus der Sammlung vom Apepten (unverdauliche Dmge) bestehen, welche die Apepsie (Unverdaulichkeitsleidrn) des Autors verrathen . . . siehe, und auch ihn plagen die Trichinen der Ambition und er sehnt sich in den Kreis der Nomodiken (Gesetzgeber). Und doch verräth sein Gesicht dem in die Propo» mantie (Gesichtskunde) Eingeweihten auf der Stelle, daß er noch nicht dazu berufen, Ge- setze zu gründen, sondern selber noch eines Mentors bedarf. Es gibt in der Jugend eine Periode, wo der Käse noch nicht auf der Zunge beißt und daS Kalbfleisch für Kalb» fleisch zwar alt genug, aber doch noch nicht jene Consistenz und jenen Wohlgeschmack des Rindfleisches besitzt, wo es die beste Suppe und zugleich den schmackhaftesten Braten gibt. Er selbst, das ist wahr, ist noch unausgegoh» ren und unausgebacken. Nebrigens hat er bei seiner Wahlagitation ein früh entwickeltes Talent für den Humbug gezeigt, mit dem es ihm gelang, nicht nur die Wiener Blätter und die gemietheten „Handäre" (Dienstmän« ner), sondern auch einige ehrenwerthe und ganz gescheidte Leute — wenn auch nur auf ein paar Wochen — als Gefoppte vor seinen Wagen zu spannen." — Porträt. Unterschrift: 6ek.v2.ro2 (^ula. Marastoni Ios. t864 (lith.), auch im „ ^ 01-5263 tüki-o« 1864. Nr. 10. Schwarz, Karl Freiherr (k. k. Ober» baurath, geb. zu Sohle bei Neu» titschein in Mähren am 23. Juli 1817). Der Sohn mittelloser Eltern, dem sein Vater eine glücklichere Lebensstellung zu erringen versuchte, als er selbst sie ein- nahm, da sie ihn nur mit mühevoller Arbeit die unentbehrlichsten Lebensbedürf» niffe erreichen ließ. Das Schreibgeschäft wollte dem Vater auch nicht sonder« lich gefallen, so brachte er denn seinen gesunden"und kräftigen Knaben, nachdem dieser die vier Classen der Neutitscheiner Hauptschule beendet, zu einem Maurer» meister in die Lehre, dort sollte Kar l den Menschen und zuletzt sich selbst Häu> ser bauen lernen. So verließ der Knabe daS väterliche HauS, von nun mußte er — da die Mittellosigkeit des Vaters .diesem nicht möglich machte, den Sohn fernerhin zu unterstützen — sich selbst das Brot mit schwerer Arbeit verdienen, kurz, der Kampf um das Dasein begann. Kar l nahm ihn mit Resignation und dem ganzen Muthe der Jugend auf. Der unabweisliche Verkehr mit den meist rohen Arbeitsleuten, der Einblick in die oft entsetzlichen' Abgründe des mensch» lichen Herzens stählte das im Vaterhause in sittlichen Grundsähen großgezogene Herz des Jünglings. Außer bei der Arbeit, die ihn dann vollauf beschäftigte, hielt er sich von den rohen Gesellen, die es nichtsdestoweniger versuchten, ihn in ihre Kreise zu ziehen, vollends ferne. Um dem Besuche der Schenken und dadurch ihrer Gesellschaft zu entgehen, begab er sich früh zur Ruhe. stand aber dafür mit der Sonne auf und benutzte alle freie Zeit zur Selbstbildung. Damals waren es dieDich« tungen Schil ler's, die den Sinn des Jünglings erhoben und läuterten und seine Hinneigung zum Schönen in Natur und Kunst weckten und kräftigten. Und was in seiner Jugend ihm ein Labsal und ein Führer durch's Leben gewesen, blieb — wie er es selbst immer sagt — öer Hort und köstlichste Schatz des gerelften Man« nes. „Schil ler warmein zweiter Vater, mein bester Freund auf den Pilgerzügen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Volume 32
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Schrötter-Schwicker
Volume
32
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1876
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
406
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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