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Schwarz Adolph 316 Schwarz, August
S. die Rechtsstudien, trat dann. 1832, be,
dem Wiener Domcapitel in die Gerichts'
praris, wurde 1834 fürsterzbischöflicher Iusti>
tiär in St. Veit bei Wien, 183« Iustizoer-
Walter in Neunkirchen, wo er bis 1848 in
verdienstlichster Weise wirkte. Nach Auflösung
der Patrimonialaerichte und bei Organisirung
der Staatsanwaltschaften wurde S. im Jahr,
1850 als Staatsanwalt mit dem Range eines
Oberlandesgerichtsrathes nach Wiener-Neu
stadt berufen, und er war es, der in der ersten
Schwurgerichts-Verhandlung. welche in Oester-
reich stattfand, zuerst als öffentlicher Ankläger
auftrat. Im Jahre 1854 fand seine Berufung
in gleicher Eigenschaft nach Wien Statt. Im
Jahre 1837 betraute ihn Iustizmmister Gra
Nädasdy mit der Verfassung der zur Be
aründung einer Criminaljustiz in Oesterreich
nöthigen Formularien, und die von ihm ent>
worfenen wurden auch mit Verordnung vom
19. December <8S7 praktisch eingeführt, später
erfuhren sie nicht zu ihrem Vortheil eine
Kürzung und Umgestaltung. Im Jahre 1839
wurde S. dritter Vice«Prästdent des Wiener
Landesgerichtes und blieb es bis zu seiner
im Jahre 1872 erfolgten Penfionirung, welche
er nicht lange genoß, denn schon wenige
Monate darauf starb S. im Alter von 63 Iah,
ren. Als "Criminal'Statistikec veröffentlichte
S. im Jahre 1870 eine Zusammenstellung
der strafgerichtlichen Ergebnisse der Jahre 1858
bis 1869. welcher Arbeit im Jahre 1871 der
Essai: „Die Zunahme der Verbrechen, ver«
glichen mit oer Vermehrung der Bevölkerung,
in den Ländern Oesterreich unter und ob der
Enns und Salzburg" folgte. Er blieb auf
diesem Gebiete auch nich ftiner Pensionirung
noch thätig, denn unmittelbar vor seiner To<
deskrankheit hatte S. dem Justiz minister eine
in dessen Auftrage durchgeführte statistische
Vorarbeit übergeben. S. war ein großer
Freund der Natur, als solcher ein unermüd.
licher Tourist, dem keine Höhe zu steil, kein
Bergpfad zu beschwerlich war; auch war er
ein tüchtiger Botaniker; überoieß liebte er
die Musik, und ein schwärmerischer Verehrer
Beethoven's, spielteer, ein ausgezeichneter
Pianist, in den ersten Morgenstunden die
unsterblichen Werke des Meisters; S. nannte
diese Stunde mit gutem Recht: „die Weihe
jedes Tages". ^Wiener (amll.) Zei tung
vom 25. December 1372. — VerHandlun.
gen der k. k. statistischen Central.Commission
in den Jahren 1372 und 1872 (Wien 1874,
Staatsdruckecei. Lex. 8<>.) S. 49: „ Ritter von Schwarz".) — 2. Andreas
Schwarz (Geburtsort und Jahr und Todes«
jähr unbekannt). Andreas diente in der
kaiserlichen Armee, und zwar seit 1779 als
Primaplanist im Schreibfache, bis er nach
zwanzigjähriger Dienstzeit durch eine schöne
Wassenthat die Beförderung zum Ofsicier
erreichte, ohne übrigens seine materiellen
Verhältnisse dadurch wesentlich verbessert zu
haben. Wir folgen hier den Mittheilungen
der österreichischen Soldatenzeitung: „Der
Kamerad", welche das Folgende berichtet.-
„Bei der am 29. October 1799 angeordneten
Berennung der feindlichen Linien vor Mainz
überstieg glücklich das Hohenlohische Leib,
Bataillon — jcht Hohenlohr Nr. 27 — unter
Commando des Obersten Dal l - Agl io. trotz
des heftigsten Kartätschenfeuers die beiden
zwischen den Orten Höchstheiln und Marien«
born befindlichen, mit doppelten Wolfsgruben
und spanischen Reitern versehenen Paralle«
len. Neaiments-Adjutant Andreas Schwarz
des Hohenloh'schen Regiments, einsehend, mit
welchen Schwierigkeiten die nachrückende Ca»
vallerie zu kämpfen haben würde, sprang
vom Pferde, trennte eigenhändig, mit Bei,
Hilfe einiger Zimmerleute, an drei Stellen
die Reihe der spanischen Reiter, schaffte sie
bei Seite und ermöglichte dadurch das schnelle
und nützliche Vorrücken eines Theiles von
Blankenstein-Huszaren Nr. 6 — jetzt König
Württemberg — unter Anführung des Ritt<
Meisters Mesko de Felsö<Kubin/ Durch
die schnellen Fortschritte ermähnter Abthei»
lung geschah dem Feinde der größte Nachtheil,
indem er sich nicht auf die Chaussee von
Marienborn begeben konnte, sondern seinen
Rückzug über die steile Höhe nächst diesem
Orte mit vielem Verluste und Zurücklassung
seiner Geschütze nehmen mußte. Zehn Jahre
später lebte dieser brave Officier im Ruhe«
stände zu Zara, mit 2uo st. neun Personen,
kümmerlich zwar, aber ehrlich erhaltend."
lDer Kamerad (Wiener. Soldatenblatt, 4<>.)
1865. Nr. 49.) — 3. August Schwarz
(geb. zu Prag 19. April 1812, gest. zu Wien
24. April t86l). Der Sohn eines k. k. Post«
cyssierS. besuchte die unteren Schulen zu
Prag und kam dann in die Pionnierschule
nach Wien, aus welcher er seiner besonderen
Eignung wegen zum Seedienste, zur k. t.
Marine übersetzt wurde. Im Jahre 1844 be,
reits Schiffsfähnrich, wurde er im Jahre 1849
Corvetten-Capitän und Commandant der kai»
serlichen Brigg „Huszar". Als solcher stellte
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon