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Schwarzer 328 Schwarzer
düng entgegenging, der Preis desselben
auf über 1300 fi. veranschlagt wurde.
Ob eine Scene zwischen dem Prälaten
und Schwarzenbrunner stattgefun»
den, ist nicht gewiß, obwohl aus des
Letzteren Delirien zu vermuthen. Nach
der letzten Unterredung, nachdem S. sich
anheischig gemacht, jahrelang seine kleine
Einnahme zum Opfer zu bringen, um
nicht die Stiftscasse gegen die Gebühr zu
belasten, brach daS Delirium aus. In«
dessen waren Schritte gemacht worden,
um eine Ermäßigung des Preises für das
Instrument zu erzielen, als aber die Nach-
richt von einer solchen ankam, der Preis
desselben war auf 1000 st. herabgemin»
dert worden, war S. bereits eine Leiche.
S. zählt in Wandel und Wissenschaft zu
den Zierden seines Stiftes, deren das»
selbe bis auf die Gegenwart nicht wenige
aufzuweisen hat.
Fellöcker (Sigmund), Geschichte der Stern»
warte der Benedictiner-Abtei Kremsmünster
(Linz 1864. 4».) S. 136—246: „I>. Bonifaz
Schwarzenbrunner". — Hagn (Theodorich),
Das Wirken der Benedictiner-Abtei Krems'
münster für Nissenschaft, Kunst und Jugend»
bildung (Linz 4848. Quirin Haslinger, 8«.)
S. 88, 9l, 96. 230, 234 u. 279.
Schwarzer <Schvarczer), Anton (D i.
rector des Taubstummen.Institutes in
Waitzen, geb. zu Szekszärd in Ungarn
im Jahre 1780. gest. zu Waitzen am
29. December 1834). Das Gymnasium
und die Humanitätsclafsen beendete er zu
Kalocza und Fünfkirchen, dann begab er
sich nach Pefth, um an der dortigen
Hochschule die Rechte zu studiren. I m
Jahre 1800 trat er bei der kön. Statt-
halterei in den Staatsdienst. Als um
diese Zeit in Pesth ein Taubstummen»
Institut errichtet werden sollte, wurde S.
im Jahre 1801 nach Wien entsendet, um
in dem kaiserlichen Taubstummen-Insti«
tute daselbst sich mit der Methode des Unterrichts und den sonstigen Einrichtun-
gen der Anstalt vertraut zu machen.
Darauf wurde er im Jahre 1802 zum
ersten Lehrer des Taubstummen.Institu-
tes in Waitzen ernannt. Nachdem in
einigen Jahren der bisherige Director
der Anstalt, Anton von S imony, mit
Tod abgegangen war, wurde im Jahre
1808 S. zu seinem Nachfolger auf dem
innegehabten Posten ernannt. Unter sei»
ner energischen und umsichtigen Leitung
gedieh die Anstalt, und das von ihm in
derselben angewandte System wurde auch
in noch manchem anderen Taubstummen»
Institute eingeführt. Da, als er die Lei»
tung der Anstalt in Waitzen übernahm,
es an den nöthigen Lehr- und Hilfs«
büchern fehlte, entwarf er 1814 sofort
dieselben in beiden Sprachen, ließ auch
1817 eine deutsche Sprachlehre in unga»
rischerSprache unter dem Titel:
und die ersten Elemente, Nsö
in 4Abtheilungen im Drucke
erscheinen. Ueberdieß verfaßte er auf
Grund seiner eigenen vieljährigen Ersah»
rungen eine Methodik für Taubstummen.
Lehrer in deutscher Sprache. Im besten
Mannesalter von 34 Jahren raffte ihn
der Tod dahin und entriß ihn im gedeih»
lichsten Wirken seiner Anstalt.
Oesterreichische National » Encyklopä»
die von Gräffer und Czikann (Wien
1837, 80.) Bd. IV, S. 610.
Schwarzer, Ernst (Min is ter der
öffentlichen Arbeiten im Jahre 1848,
geb. zu Fulnek in Mähren am 13.,
n. A. am 18. August 1808, gest. zu
Wien am 18. März 1860). Es ist eine
der interessantesten und lange noch zu
wenig gewürdigten Persönlichkeiten, welche
nach den Marztagen des Jahres 1848
auftauchte. Wäre S. damals nicht auf
einen Posten gestellt worden, dem er
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon