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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Volume 32
Page - 329 -
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Page - 329 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Volume 32

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Schwarzer 329 Schwarzer ebenso wenig gewachsen, als eben dieser Posten unter den damaligen Verhältnis« sen geradezu überflüssig war, er würde vielleicht länger gelebt und Manches ge» schaffen haben, wozu er mit seinem reich» begabten Geiste gewiß fähig gewesen. Sein Vater war Soldat in einem kaiser» lichen Infanterie«Regimente, hatte die Feldzüge gegen Napoleon mitgemacht und war seines tapferen Verhaltens wegen zum Lieutenant befördert und spä« ter in den Adelstand mit dem Prädicate von Heldenstamm erhoben worden. Zuletzt erhielt er eine Friedensanftellung in der Festung Olmütz und in dieser ver- lebte Ernst seine Kinderjahre. Um den Uebermuth des etwas lebhaften Knaben zu zügeln, kam dieser, als er 11 Jahre alt war, in eine kaiserliche Cadetenschule. Dort erhielt er eine sehr dürftige und einseitige Ausbildung, kam dann in das Bombardiercorps, in welchem er zehn Jahre diente, ohne es zum Ofsicier ge> bracht zu haben. Die damaligen Ver» hältniffe im Militärstande waren nichts weniger als geeignet, ein aufgewecktes Gemüth, wie jenes Schwarzer'S, zu befriedigen. Inmitten des geistig ab» stumpfenden Kommiß« und Kasernenlebens gründete S. einen Leseverein, wodurch ihm und seinen Kameraden die Zectüre belehrender und anregender Werke er« möglicht wurde, während er selbst dadurch einen nicht geringen Einfluß auf die geistige Ausbildung seiner Umgebung übte. Freilich ließ die Wahl der Bücher Manches zu wünschen übrig, auch war das Durcheinander in der Lectüre wem« ger bildend, als überbildend. Neber das Unbehagliche, Beengende seiner Stellung half ihm sein leichter Sinn und die Hoff» nung, daß es noch anders kommen werde, hinweg. Seine Hauptaufgabe in diesem mißlichen Verhältnisse war und blieb: Selbstbildung. Er laS also nicht nur Alles, dessen er habhaft werden konnte, sondern er lernte auch, zunächst Sprachen, und zwar vor allen die französische, in die er sich so rasch hineingearbeitet hatte, daß er selbst bald Unterricht in derselben ertheilte. Ja, die Kenntniß derselben ver- half ihm zur Kenntniß der alten classischen Sprachen, in denen ihn ein Kapuziner unterrichtete, während er diesen das Fran» zöfische lehrte. Endlich aber wurde ihm doch das Leben in diesen Verhältnissen auf die Dauer unerträglich. Er sann auf Mittel, sich aus diesen Banden zu befreien, und nach langen Bemühungen, als er von Wien nach Prag versetzt worden, gelang es ihm, durch allerlei Kunstgriffe seine Entlassung zu erhalten. Entlassen, war er — als Real.Invalide — aber was sollte er nun ohne Vermögen und sonstige Hilfsmittel beginnen? Jetzt tritt ein kaleidoskopartiger Wechsel in seinen Vei> Hältnissen ein, er beginnt als Sprach» lehrer, wird dann Transparentenzeichner, Schildermaler. Schreib» und Rechen» meister. Torfstecher, Landwirth u. s. w., Alles Beschäftigungen, die kaum ausreich« ten, ihn die Nothdurft des Lebens bestrei- ten zu lassen. Eine vorübergehendeVerbes» serung seiner mißlichen Lage trat ein, als ihn General Hauslab mit dem mathe- matischen Unterrichte von türkischen Offi» eieren betraute. Nachdem er einige Zeit diesen Unterricht geleitet, gab er ihn auf, um eine Stellung als Secretär oder doch ein ähnliches dienstliches Verhältniß bei General Ramor ino anzunehmen und demselben in die Schweiz zu folgen, wo er das Jahr 1834 in Genf verlebte. Uebrigens ist über seinen Schweizer Auf« enthalt nichts Genaues bekannt. Im fol- genden Jahre ist S. in Tirol und fristet als Schildermaler sein Dasein, dann kehrte er nach Wien zurück, wo er hei-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Volume 32
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Schrötter-Schwicker
Volume
32
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1876
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
406
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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