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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Volume 32
Page - 333 -
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Page - 333 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Volume 32

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Schwarzer 333 Schwarzer Schwarzer zahlte wohl eher zur ge« mäßigt liberalen Partei und hatte er zeit- weilig auch extrem liberale Tendenzen begünstigt, so brachte er durch diesen Widerspruch nur seine Unfertigkeit der politischen Anficht zum Ausdrucke, ohne die berechtigte Zurnuthung einer vorherr» schenden Neigung zum RadkalismuS auf» kommen zu lassen." Schwarzer hatte eS damals mit den Journalisten verdor» ben und ihn vornehmlich einer derselben, Dr. Ebel ing, der auch aus Berlin nach Wien den Kaiserstaat verbessern gekorn- mm, in hämischer Weise verfolgt. Die Veranlassung war folgende: Der unmit. teldare Verkehr der Journalisten mit den Abgeordneten des constituirenden Reichs» tages. welche von Ersteren, wie ich selbst oft genug Zeuge gewesen, in ganz ent» schiedener und im Hinblicke auf die Per« sönlichkeiten, welche das damalige Wiener Journalisten-Gros bildeten, nicht immer entsprechender Weise beeinflußt wurden, sollte durch einen nur von den Iourna» listen zu benutzenden Zugang in ihre Loge wenigstens für die Dauer der Sitzungen beschrankt werden. Das geschah in den letzten Tagen deS September. Darüber trat ein Iournalisten«Parlament zusam« men, das gegen diese Maßregel proteftirte. Da Schwarzer, der schon am 19. Sep- tember auS dem Cabinete getreten war und die Redaction der „Allgemeinen österreichischen Zeitung" wieder übernom« men hatte, bei dieser Iournalisten>Ver> sammlung nicht zugegen gewesen, so be- gab sich eine Deputation der Journalisten zu ihm, ihn zum Beitritte zu den von ihnen gefaßten Beschlüssen aufzufordern. Schwarzer, dem die Press? bei seiner Ernennung zum Minister hart genug mitgespielt, ja, ihn unwürdig, bubenhaft behandelt, empfing die Journalisten in einer bei der Impetuofitat seines Eharak» ters zu erwartenden, deßhalb doch immer nicht zu rechtfertigenden Weise. Nun war aber auch das Kind mit dem Bade ver« schüttet und Schwarzer hatte es mit der Journalistik gründlich verdorben. Daß er sich später mit ihr wieder auf guten Fuß gestellt und daß sie wieder für ihn ebenso heftig Partei nahm, wie sie einst heftig gegen ihn aufgetreten, zeigt nur für die eigenthümliche, ja ge. heimnißvolle Wandelbarkeit dieser ganz irrig als öffentliche Meinung bezeichneten Gewalt, wie andererseits für die bedeu« tenden geistigen Qualitäten S.'S. Zwei Monate, zwei Tage war S. Minister gewesen. Man hat ihn für die blutigen Auftritte am 23. August 1848 verant- wortlich gemacht, weil dieselben in'Folge einer von ihm sanctionirten Maßregel, die Reduction des Arbeitslohnes nämlich, ausgebrochen waren. Die Reduction aber war in Ansehung der traurigen finanziel» len Verhältnisse geboten, dieFolgen lagen nicht in seiner Hand. Doch mit einem aus der Zeit seiner Ministerscbaft hervor, gegangenen großartigen Baudenkmale bleibt Schwarzer's Name bleibend uer» knüpft. Schwarzer nämlich hatte die Inangriffnahme der Semmeringbahn de« cretirt, nachdem er ihren Bau lange vor» her schon bevorworter hatte. Aber, wie es in den späteren Tagen dem Sproßen eines alten Fürstenhauses geschah, den man bei Aufstellung des Monumentes seines glorreichen Vaters einzuladen ver» geffen oder unterlassen hatte, so hatte man auch Schwarz ern nicht geladen, als nach zehn Jahren das gigantische Bauwerk vollendet war und man die Eröffnung desselben auf das Festlichste beging. O, man hatte keinen Lohn dafür, im Jahre 1848 Minister gewesen zu sein! I n die Zeit seiner ministeriellen Thätigkeit fallen noch die Freigebung der Telegrc,'
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Volume 32
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Schrötter-Schwicker
Volume
32
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1876
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
406
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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