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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Volume 32
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Page - 351 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Volume 32

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Schweigel 331 Schmeigcl Der Sohn Andreas erhielt den ersten Unterricht in der Kunst von seinem Vater, dann ging er nach Wien, wo er an der dortigen Kunstakademie sein Talent wei« ter ausbildete. Er studirte nach den besten Mustern und verwendete ebenso auf den figuralen, als den ornamentalen Theil seiner Werke große Sorgfalt. Als er noch im Vaterhause lernte und arbeitete, läuterte er seinen Geschmack durch das Studium der Gemälde, Kupferstiche und Handzeichnungen, welche in der Samrw lung seines Vaters sich befanden, und aus denen er Ideen für feine eigenen Compositionen schöpfte und frühzeitig eine sichere, correcte Zeichnung bei Aus- führung seiner Werke sich aneignete. Ein weiteres und nicht geringes Bildungs moment lag in dem Umstände, daß er zur Zeit, als er noch im Elternhause arbeitete, aus mehreren gleichaltrigen Kunstjüngern eine Art häuslicher Kunstakademie bil< dete, in welcher es nicht an künstlerischem Wetteifer, diesem mächtigen Hebel be» gabter Jünglinge, fehlte. Während sei' ncs Aufenthaltes in Wien befreundete sich S. mit, mehreren Kunstdüngern, die in der Folge in der Kunstwelt sich einen Namen erworben, von denen hier die Brüder Palko ^Bd. XXI , S. 223). Paul Troger. Martin Schmidt, be. kannt unter dem Namen der Kremser» Schmidt <M. XXX, S. 291. Nr. 87^ der Bildhauer Win ter Halter u. s. w. genannt seien. Schweigel, ein echtes Künstlergemüth, liebte es. seine jungen Freunde zu porträtiren. das heißt ihre Bildnisse in Relief-MedaillonS oder le- bensgroßen Büsten auszuführen und so für sich, wie Andere ein papiernes, ein steinernes Stammbuch anzulegen. Meh- rere dieser Büsten gelangten später in Besitz des Brünner Schriftstellers Ernst Hawlik Md. VIN) S. 404), dessen Arbeiten, mitunter schätzbares Materiale über mährische Künstler enthalten. Nach« dem S. seine Studien in Wien beendet, kehrte er in sein Vaterland zurück und bald wurde man auf die Arbeiten des jungen, tüchtigen Künstlers aufmerksam. Wenn man bis dahin wegen Mangels an heimischen Kräften Künstler aus der Fremde herbeiholte, so kam diese Sitte bald ab, da man an Schweigel eine vaterländische.Kraft besaß, die mit Aus« führung der erforderlichen Bildhauer« arbeiten betraut werden konnte. So sind denn die meisten bedeutenderen Bild» hauerwerke in den Kirchen Mährens und Oesterreichisch'SchlesienS aus der zweiten Hälfte deS 43. Jahrhunderts, deren Ueber- sicht wir auf S. 332 folgen lassen, aus S.'s Meißel hervorgegangen. Besonders gerühmt weiden von Andreas Schwei» gel'S Werken jene in der Domkirche zu St. Peter in Brunn, wo sich auch zwei schöne Altarblätter von Martin Schmidt: „Die Taufe Christi" und „Der Tod der h. Barbara", befinden. Anläßlich der Arbeiten beider Künstler berichtet uns Ha.wl ik, daß man beim Anblicke ihrer Werke in dieser Kirche die Ueberzeugung gewinnt, es hätten Schweigel und Schmidt gleichsam mitsammen gewett« eifert, in ihren daselbst befindlichen Wer« ken ein gemeinsames Denkmal ihres ge» niaien Künstlerwirkens zu hinterlegen. Auch erfahren wir von Hawlik einen 'chonen Charakterzug Schwengel's, der sich gegenüber dem wegwerfenden Urtheile, welches der Brünner Bischof über die noch nicht gehörig aufgestellten Altarbilder Schmidt'szu fällen beliebte, des abwesenden Künstlers mannhaft an» nahM und dem Bischof bedeutete, die entsprechende Aufstellung der Bilder ab« zuwarten und dann erst ein Urtheil zu fällen. Der Bischof ließ sich diese herb'e
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Volume 32
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Schrötter-Schwicker
Volume
32
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1876
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
406
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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