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Schniemnnnger 367 Schwemminger
wachen und die Bilder vor Beschadi-
gung und Schlimmerem zu schützen. Die
Schwierigkeit dieser Aufgabe erklart, wie
so es kommen konnte, daß vor etwa zehn
Jahren einer der schönsten Ostade, die
man kannte, „die Zeitungsleser", aus
der Gallerie entwendet werden konnte,
.ohne daß man seither weder von dem
Gemälde, noch von dem Manne, der eS
,mitgehen" ließ, mehr etwas erfahren.
Der oberwähnte Katalog, betitelt: „Ver-
jeichniss iirr Oeln'ültle-Sllnimlnng der K. K.
Akademie der bildenden Künste in Wien. Mit
36 MllNllgrammtllkeln" (Wien 1866, 8".).
besitzt einen Anhang, in welchem die
Monogramme vieler hervorragender, in
der Gallerie vertretener Künstler verzeich.
net sind. Die Urtheile über S. als Kunst-
ler lauten immer sehr günstig, schon
Nagler nennt ihn einen in allen Zwei«
gen strenggebildeten Künstler, der aus
den Kunstschähen Italiens reichen Vor»
theil zog und auf den die Werke antiker
Plastik und jene Raph'ael's einen gr»
ßen Einfluß übten. Das weitaus wich-
tigste Urtheil aber erschien über S. an-
läßlich seiner in der Naturforscher-Aus-
stellung 1836 aufgenommenen Werke.
„Heinrich Schwemminger". heißt eS
da, „ist einer der wenigen Künstler unse-
rer Heimat, welche eine Richtung ein»
schlugen und es in ihr zu hohem Grade
von Vollendung brachten, die mit dem
trivialen Modegeschmacke nichts zu thun
hat und daher auch 'nur von Wenigen
verstanden werden kann, für die Uebri-
gen ist sie „cHv^ar to tk6 F6Q6ra1".
Seine Nibelungenbilder, wie feine Cartons
(es sind jene für die Irrenhauscapelle be«
stimmten gemeint) sind in der Composition
von seltener Schönheit der Oruppirung.
S. ist ein Meister, der aus dem Kreise der
österreichischen Schule hervorragt, wie
ein Fels auS flacher, monotoner Ebene". Meyer (I.), Das große Conversations.Zerikon
für die gebildeten Stände (Hildburghausen,
Biblioar. Institut, gr. s°.) Zweite Adtheilg.
Bd. VII I , S. 526, Nr. 1. - Die Künstler
aller Zeiten und Völker. Begonnen von Prof.
Fr. Müller, fortgesetzt von Dr. Karl Klun>
zinger (Stuttgart 1860, Ebner u. Seubert,
gr.8«.) Bd. I I I , S. 307. — Nagler (G. K.
I>r.). Neues allgemeines Künstler<Lerikon
(München 1839, Fleischmann, 8".) Bd. XVI,
S. 139. — Ranzoni (Emerich). Malerei in
Wien (Wien 1873, Lehmann u. Wenzel, kl. 3«)
S. 36. — Holland (H. Dr.). Moriz
Schwind (Stuttgart. Neff. 3«.) S. 65, 73. 74.
— Frankl (L. A. Dr.), Sonntagsblätter
(Wien. 8«.) I. Jahrg. (1842), S. 643. 647;
I I . Jahrg. (1843), S. 470, 604, 843. 915,
1076, 1179; I I I . Jahrg. (1844), S. 42. 351,
530; IV. Jahrg. (1842). S. 363. — Faust.
Polygraphisch-illustrirte Zeitschrift. Heraus-
gegeben von M. Au er (Wien. gr. 4<>.) 1836.
Beilage zu Nr. 23: „Die September-AusstelV
lung des österreichischen Kunstvereins", von
Kertbeny. — Reber (Franz). Geschichte
der neueren deutschen Kunst vom Ende des
vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Aus«
stellung 1873 (Stuttgart 1876. Mayer u.
Zeller, gr. 8«) S. 442. ^Schwemminger
hat wohl mehr als bloße Nennung seines
Namens verdient; überhaupt kommen in die» >
sem sonst so verdienstlichen Werke die österrei«
chischen Künstler oberflächlich genug weg.)
— Kataloge der Iahres<Ausstellungen in
der k. k. Akademie der bildenden Künste bei
St. Anna in Wien (8°.) 1823, 1832. 1834,
1833. 1839, 1841, 1842. 1843, 1847. 1832,
1858, 1859. — Schmidl (Ad.), Oesterrei«
chische Blätter für Literatur und Kunst u.
s. w. (Wien, 4o.) Jahrg. 1844. I I . Quartal,
S. 183.
Schwemminger, Joseph (Land-
schaftsmaler, geb.zuWien imIahre
1804). Ein Bruder des Historienmalers
Heinrich ss. d. Vorigen^. Den ersten
Unterricht in der Kunst erhielt er im
Vaterhause, dann bezog er die k. k. Aka-
demie der bildenden Künste in Wien, an
welcher zu einer Zeit mit ihm Heinrich
sich für das Historienfach ausbildete,
wahrend er sich der Landschaft zuwen<
dete. Wie wir auS seinen Gemälden er-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon