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Schwemmingcr 370 Schwenda
Noch erscheinen verschiedene Künstler des Namertt
Schwemminger, doch ist sich bei der Will-
kür, mit welcher dieselben bald Schwem
minger, bald Schwenninger geschriebe
erscheinen, schwer, eigentlich gar nicht aus,
zukennen. Eines steht fest daß es wirklich
auch Künstler des Namens Schwenninge
gibt, denn dieselben Kunstkataloge, welch,
die Arbeiten von Heinrich und Iosep
Schwemm inger aufführen, geben auch
Arbeiten von Kar l und Rosa Schwell«
ninger an. Unter dem Namen Schwem
ming er erscheinen noch: l. Anton Schwem>
minger (geb. 1764, gest. zu Wien 3. Ma
1808), der als Porzellanmaler aufgeführ
wild; — 2. ein Joseph Schwemminger
verschieden von dem oberwähnten Landschaft^
(geb. 1740. gest. zu Wien 23. October 1770)
feines Zeichens Blumenmaler; — 3. ein Kar
Schw em m inge r (gcb. 1738, gest. zu Wien
6. Mai 1806), gleich dem Anton auch Porzel
lanmaler — und das Coursblatt der „Gratzer
Zeitung" 1861, Nr. 240, berichtet von eineui
4. V . Schwem ming er aus Wien. von
dem bei Dr. Zang, Director der Gratzer
Irrenanstalt, drei überlebensgroße Altarblät,
ter: „Der göttliche Erlöser", „Die h. Maria"
und „Der h. Johannes der Täufer" (3. 130 fl.)
zum Verkaufe ausgestellt waren. Man rühmte
den Vildern edle Komposition, religiöse Innig,
keit der Auffassung, schönes Colorit und rich-
tige Zeichnung nach. Sollte das V. nicht ein
Druckfehler für H. und die genannten Bilder
Werke d?s Heinrich Schwemminger
sein?
Echwcmminger, siehe auch: Schwelt«
ninger >S. 374).
Echwendll (öechisch: 8vendll), Franz
de Paula (gelehrter Möncb. geb. zu
Königgrätz am 9. April 1741. gest.
15. Februar 1822). Sein Vater, ein
wohlhabender Bürger, bekleidete viele
Jahre hindurch höhere Gemeindeämter,
so jenes eines Primators, und sorgte für
eine gute Erziehung seiner zwei Sohne,
welche er in den Iesuitenschulen seiner
Stadt ausbilden ließ. Der ältere von
ihnen wurde nach beendeten Vorberei-
tungsstudien Karthäusermönch und zu»
letzt Prior der Karthause zu Gitschin; der jüngere, obiger Franz, widmete sich
im Anbeginne dem Studium der Rechte,
welches er aber schon nach zwei Jahren
aufgab, worauf er im Jahre 1761 zu
Brunn in den Orden der Gesellschaft
Jesu trat. I m Orden beendete er zu
Prag die theologischen Studien und
empfing im Jahre 1770 die Priester
weihe. Nun wurde er im Zehramte ver-
wendet, trug im Anbeginne im Colle»
giutn zu Gitschin die lateinische Gram»
matik vor, kam dann an daS Collegium
zu Brunn, von wo er wieder nach Git«
schin als Rector des dortigen Seminars
und Lehrer der Poetik zurückversetzt
wurde. Nach Aufhebung des Jesuiten»
ordens kehrte er 1773 zu seinen Eltern
nach Königgrätz zurück und blieb bei
ihnen, bis ihm der dasige Bischof die
Pfarre zu Neuhäufel verlieh, auf welcher
S. ganz der Seelsorge sich widmete.
Mehrere in der damaligen Iosephinischeii
Periode erlassene kirchliche Anordnungen,
vornehmlich jene, welche an Stelle.der
Beerdigung in Sargen eine in Leinwand»
Umhüllung anordnete, worüber im 3and>
volke nicht geringe Unzufriedenheit ent»
stand, verleideten ihm das Seelsorgeramt
und S. verließ seine Pfarre. Nach einiger
Zeit versah er daS Predigtamt zu Kutten«
berg. kehrte aber wieder nach Königgrätz
zurück, wo er in der Seelsorge, insveson«
)ere im stadtischen Krankenhause aus«
half. Die Muße seines Berufes verwert«
ete er zu Nachforschungen über die Ge-
'chichte seiner Vaterstadt, wozu ihm das
städtische, bischöfliche und ehemalige Klo-
sterarchiv der Jesuiten eine reiche Aus«
)eute lieferten, welche er auch zu seinen
m Drucke veröffentlichten Denkwürdig,
iten der Stadt Königgrätz benutzte.
Als am 24. August 1814 die Stadt
Königgrätz und mit ihr auch Schwert»
a's Elternhaus durch eine Feuersbrunst
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon