Page - 128 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Volume 34
Image of the Page - 128 -
Text of the Page - 128 -
Pankra; 123 Sennyey. Ladislaus
rander und «pankraz, das Geschlecht fort,
Die von Johann ssestiftete Nebenlinie
erlosch bereits mit dem Urenkel Alexan-
der; jene, deren Stifter Alexander war.
bereits mit feinen beiden Söhnen Peter
und Franz; hingegen wurde Pankraz
der Stammvater eines ansehnlichen Geschlech
tes, das noch heute in zwei Linien fortblüht.
Sein Sohn Alexander hattc mit seiner
Gattin Iudill) ftacsolh außer zwei Töchtern :
Ehristine vemi. Valentin Graf Czoöor und
Elisabeth uerm. Ladisüms Baron Aarolm'
vier Söhne, uon denen zwei. Stephan (II)
undLadislans, die geistliche Laufbahn erwähl
ten, die beidm anderen aber. Franz und
Albert, ihr Geschlecht fortpflanzten. Die
Nachkommenschaft Aldert's erlosch im männ
lichen wie im weiblichen Stamme mit seinen
Hindern. Die Nachkommen Franz Sen
nyey's und seiner Gattin Nargarelye 5zeäji
sind die unmittelbaren Stammeltern beider
noch heute bestehenden Linien. Franz hatte
nämlich, vier Sühne. Stephan, Franz,
Pankraz, Alerander, welche sämmtlich ihr
Geschlecht fortpflanzten. ?ie von Franz
und Pankraz gestifteten Linien erloschen
beide bald. jene des Ersteren in seinen
Enkelinen, die des Letzteren mit seiner Toch.
ter; hingegen wurde Stephan der Stamm,
vater der gräflichen Linie. Ob der letzte
Sproß derselben, Emmerich Graf Sen<
nyey, vermalt mit Anna Freiin von Reva^z,
"'noch lebt. ist dem Herausgeber dieses Lexi-
kons nicht bekannt. Des Ireiherrn Franz
jüngster Sohn Alexander sehte aber mit
seiner Gemalin 5arü Ragu oi? freiherrliche
Linie fort. welche noch in zwei Zweigen fort-
blüht, deren Stifter Franzens Urenkeln
Anton und Joseph sind. Der von Anton
gestifteten Linie gehört Freiherr Pau l , der
ehemalige Tavernicus und heutige Führer
der Opposition im ungarischen Abgeordneten«
hause, an, dessen Lebensskizze S. 123 mitge«
theilt wurde. —Was die S ta n des würden
.der Sennyey betrifft, so gelangte der Frei.
Herrnstand schon zu Anbeginn des 17. Jahr.
Hunderts in die Famili-, da denselben P an<
kraz von Sennyey, Kanzler von Sieben»
bürgen, im Iakre <606 von Kaiser Rü>
dolph I I . erhielt. Der Grafenstand
aber wurde uon der Kaiserin Mar ia The»
resia, d?m Freiherr» Emmerich von S.,
k. k, Kämmerer und Oberst im 6. Huszaren«
Regiment Nudolph OrafPallfy mit Diplom
6äo. 27. Jänner 17N7 verliehen. Graf Emme. rich starb bereits im I . 1774 und hinterließ
außer zwei Töchtern, Varbara vermalten
Gabriel Graf Däru., und Antonie vermal-
ten Joseph Graf NajMlj. nur einen Sohn
Emmerich, welcher mit Anna Freiin R s r- a y
vermalt war. mit dem aber, wie es den
Anschein hat, die gräfliche Linie des Hauses
Sennyey erloschen ist. Die Familie Sen-
nyey, welche zu den ausgezeichnetsten des
ungarischen hohen Adels zählt, aus welcher
zwei Sproßen, Stephan, Sohn drs Frei«
berrn Pankraz, und ein zweiter Stephan.
Sohn des Freiherrn A lera n d er, höhere
kirchliche Würden bekleideten, erreichte ihren
Glanzpunkt in der Gegenwart, in welcher
sich die Blicke einer großen Partei, und
zwar derjenigen, welche ein starkes, achtung»
gebietendes Ungarn will, auf den ehemaligen
Tavernicus und Führer der heutigen Oppo-
sition im ungarischen Nbaeordnetenhause, den
Freihenn Paul S. richten. Ueber den heu»
tigen Stand der Fannlie, welche noch in
zwei Zweigen fortblüht, vergleiche die ange'
schlössene Stammtafel.
Einige hervorragende Spraßen der Familie
Sennyei). l) Vadislaus Sennyey (geb.
6. Mai 1638. gest. 13. Jänner 1702). ein
Sohn des königlichen Rathes und Käm»
merers Alerander S. au? dessen Ehe
l'.iit Jud i th Pacsot h. Erhielt eine sorg.
fältige Erziehung im Elternhause, kam dann
auf die Akademie nach Tymau, beendete,
nachdem er in Wien bei St. Anna in.
den Jesuitenorden getreten, in' Gratz und-
Wien scine Studien, erlangte die philoso.
phische und theologische Doktorwürde und
wurde im Lehramte verwendet. Dieses ver-
sah er im Anbeginn zu Tyrnau, später in.
Gratz. wo er das kanonische Recht vortrug.
Nun wurde er Kanzler und versah dieses-
Amt vier Jahre zu Gratz, zwei Jahre zu
Tyrnau, dann wurde ihm der Unterricht der
Väter der dritten Probation zu Iudenburg
übertragen. Zum Nector berufen, versah er
drese Stelle anfänglich in Tyrnau, später zu
Gratz, worauf cr zum Vorsteher des Profeß.
Hauses in Wien ernannt und ihm zuletzt die
Leitung des obersten Feldvicariates über-
tragen wurde. Als der Erzbischof von Gran,
Georg Szelep tssny i , auf dem Sterbe«
lager sich befand und wegen eineS Nachfol-
gers in seiner Würde befragt wurde, rief er,
bereits sterbend: „Wenn ihr einen gelehrten
und weisen Mann als meinen Nachfolger
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Volume 34
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Seidl-Sina
- Volume
- 34
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon