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Seovaud 432 Seovaud
deckung mitten durch die Aufrührer; ein
drittes Mal aber übersiel er Tirlemont. wo
die Aufständischen eben ihr Conventikel
hielten, hob die Rädelsführer auf und
stellte die Ordnung wieder her. Im Mai
N99 kam S. zu Balllet-Infanterie. wo
er bis 1803 zum Major vorrückte. — Im
Feldzuge deS Jahres 4809 commandirte
S. ein auS den Divisionen Baillet. Ker<
pen und Deutschmeister zusammengesetztes
Grenadier-Bataillon. Mit demselben
bildete er bei dem Rückzüge unserer Armee
nach 3alidShut die Nachhut und gab so
wohl während deS ganzen Marsches, auf
welchem er wiederholt von dem Feinde
angegriffen wurde, als namentlich bei
Geisenhausen (21. April). Beweise seiner
Tapferkeit. An letzterem Orte hatte sich
ein bayerisches ChevaurlegerS«Regiment
zum Ueberfalle der Unseren aufgestellt.
Als S. den Feind in seiner Aufstellung
gewahrte, marschirte er ohne zuzögern
weiter und kam in Massen formirt dem
Regiments bis auf 30 Schritte nahe, nun
commandirte er Feuer und die feindlichen
Reiter ergriffen mit Hinterlassung mehre«
rer Todten die Flucht. — Bei Aspern
hatte sich
S. vornehmlich am L. Schlacht«
tage ausgezeichnet, als er — damals be-
reitS Oberstlieutenant — den Auftrag er-
hielt, das zum Sturm auf Eßlingen vor»
gerückte Bataillon Scharlach zu unter»
stützen. DiefeS letztere dem verheerenden
Feuer mehrerer feindlicher Bataillone
preisgegeben, wich demselben, in der Rich-
tung gegen Enzersdorf vorrückend, auS.
Aber durch diesen Vorgang war die Ab«
ficht, das Centrum des Feindes zu werfen,
vereitelt. S., der dieß erkannte, seinem
Auftrage gemäß aber dem Bataillone
hatte folgen sollen, unterließ daS letztere,
und mit seinem Bataillon. daS nur noch
160 Mann zählte und einer kleinen Ver-
starkung von 46 Mann. welche von einem anderen im Feuer fast ganz vernichteten
Bataillon übrig geblieben waren, griff
er daS stark besetzte und hartnäckig ver«
theidigte Eßlingen mit dem Bajonnete
an. bemächtigte sich des Friedhofes und
zwang die Garde zum Rückzüge. I n seinem
Feuereifer aber hatte sich S. zu weit vor-
gewagt, wurde unglücklicher Weise von
unseren eigenen Batterien beschossen und
so genöthigt, den blutig errungenen Vor»
theil aufzugeben und sich unter dem
mörderischen Feuer des Feindes zurück»
zuziehen. — Auch der Tag bei Wagram
nennt seinen Namen unter den Helden
des TageS. Am 6. Juli früh griff er
mit seinen Grenadieren das Dorf Ader»
klaa mit Bravour an und hielt eS stand«
haft, bis ihm der Auftrag, sich zurückzu«
ziehen, gegeben wurde, worauf er an
Stelle deS verwundeten General«MajorS
Merv i l le daS Commando der Brigade
übernahm. Einige Tage spater. am
10. Juli, leistete S. im Thayathale, dem
Vordringen deS Feindes sich standhaft
widersetzend. treffliche Dienste. Er be«
hauptete wahrend der ganzen Dauer deS
Gefechtes seine Stellung, bis das zweite
Armee«CorpS angelangt war. Am fol«
genden Tage aber. am 11. Juli, fanden
seine trefflichen Vorkehrungen, welche er
zur Vertheidigung von Znaim getroffen,
die Anerkennung deS Oberft-Commandi»
renden. Im Capitel deS Jahres l810
wurde S. für seine Waffenthaten, vor«
nehmlich für jene bei Aspern, mit dem
Ritterkreuze des Maria Therefien-OrdenS
ausgezeichnet. Als sich S. im Jahre
1830 bleibend in den Ruhestand zurück«
zog, erlangte er ein Jahr vor seinem Ab«
eben 1837, den Statuten deS OrdenS
gemäß, die Freiherrnwürde und starb im
folgenden im Alter von 79 Jahren.
Freiherrnstands'Diplom 66o. 31. Mai
l837. - Hjrtenfeld (I,), Der Militär«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Volume 34
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Seidl-Sina
- Volume
- 34
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon