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Servnyi, Johann Nep.
Math. Kämmerer, Hofkriegsrath, Feldmar«
schall, nachdem er bereits Inhaber des l6?2
errichteten Infanterie<Regiments Nr. 25 war.
Mit Genehmigung des Kaisers Leopold I.
stiftete er am 10. Juni 169« ein Majorat
aus den Herrschaften Swietlau und Millotitz,
das aber 1744 in Betreff Swietlau's aufge-
löst und auf Millotitz, Swatoboi-iz und den
Mkoscher Freihof ĂĽbertrugen wurde. Dieses
FideicommiĂź ĂĽbertrug er letztwillig am
3l. December 169l) seinem ältesten Sohne
Karl Anton. Der Graf war mit Ernestinc
Varölira geborenen Gräfin von ^öwenftein,
verwitweten Erich Adolph Graf Sa lm
(gest. 1678), vermalt. Aus niedreren Kindern
dieser Che pflanzten wohl Kar l Anton
und Kar l Joseph den Stamm fort. ĂĽber
beider Nachkommenschaft erlosch bereits mit
ihrenKindern. H orm a y r, Geschichte Wien'S
Band IV, Heft 3, Seite 165 und 186. —
Meynert. Geschichte von Oesterreich. Bd. V,
Heft 2, S. 284. — Feßler. Geschichte Un<
garns. S. 344, 446. 448. — d'Eluert.
Notizenblatt, Jahrg. 1869. S. 102.) — 9) Jo-
hann Nep. S ere nyi, lebte in der zweiten
Hälfte des vorigen und zu Anbeginn des lau»
senden Jahrhunderts. Er ist ein Sohn des
1770 gestorbenen Grafen Amand, widmete
sich dem geistlichen Stande, wurde D-'ctor
der Theologie. 1776 Domherr des OlmĂĽtzer
Domcauitels,'darauf infulirter Abt Unserer
lieben Frau zu Szsplak in Ungarn, erz«
bischöflicher Rath, Consistorialbeisitzer und
Deputirter zum Landesausschusse. — 1U) Jo-
hann Nep. Graf ssiehe den besonderen
Artikel S. 147) — 11) Karl Anton (geb.
26. November 1681, gest. 18. September
1746). der öltest« Sohn des Grafen Johann
Kar l . aus dessen Ehe mit Er nestine
Barbara geborenen Gräsin Löwen stein,
verwitweten Erich Adam Graf Salm. Der
Graf bekleidete seit 1716 die Stelle eineS
Obersthof.meisters der Erzherzogin Mar ia
Magdalena, welches Amt er im Jahre
1736 niederlegte, Überdieb war er k. k. Käm«
merer und seit 1735 wirklicher geheimer
Rath. Mit kaiserlichem Consens Ääo. 1. August
l744 errichtete er mit Testament ääo. 30. No«
vember 1744 auf Millot.tz, Swatobokiz und
dem Mkoscher Freihofe ein FideicommiĂź,
dessen FruchtgenuĂź nach seinem Tode seine
einzige Tochter Karol ine, seit 1?33 ver«
witwete Gräfin Sa in t Ju l ien, haben,
nach ihrem etwa ohne männliche Erben erfolg,
ten Ableben aber dem erstgeborenen Sohne Seränyi, Paul
seines Bruders zufallen sollte. Graf Kar l
Anton war der Letzte der sogenannten unga«
rischen Linie der Seron yi. — 12) Lud-
wig, ein Sohn Ama'nd's Grafen Sers«
ny i , trat in die kaiserliche Armee und fand
im Jahre «794 im Treffen bei Arlon im Luren-
durg'schen einen frohen, frischen Soldatentod
auf dem Ftlde der Ehre. — 13) Pau l Frei.
Herr von S. lebte im 17. Iahihundert und
war ein Sohn Fra nz e n's (II.) Freiherrn
von S. und der Dorothea Iakusic von
Orbowa. Pau l erlĂĽelt mit seinem Bru>
der Gabr ie l vom Kaiser Ferdinand I I I .
unterm 14. August 1638 die Bestätigung
des Freihcrrnstanoes, Paul diente i<: der kai.
serlichen Armee und befand sich im Jahre 1663
als einer der Vice-Commandanten bei der
Besetzung Neuhäusi'Is. Er wurde als solcher
in die Geschichte der Uebergabe dieser Festung,
damals des letzten Bollwerkes gegen die
TĂĽrken, verflochten. Am 25. September 1663
hatten nämlich Adam Forgäcs und die
Vn'e-(5o!nmandanten Pio de Grana und
-Uaul Serenyi nach einmonatlicher Ver,
theidigung die Festung ĂĽbergeben Sie wur<
den nun vor ein Kriegsgericht gestellt, jedoch
freigesprochen, weil man fand, daĂź die ganze
Festung nichtS taugte, viele Welke angefan.
gen, aber nicht ausgebaut waren. Die von
Paul ausgehende Nebenlinie deS Hauses
Sersny i erlosch zu Anbeginn des laufen»
den Jahrhunderts in der dritten Generation
mit seiner Urenkelin Elisabeth Anna
Mar ia , welche am U. Jänner 180!) starb.
— 14) Vincenz Graf S.. ein Bruder des
bei Arlon gefallene» Grafen Ludwig, diente
gleichfalls in der k, k. Armee, trat aber als
Oberstwachtmeister in den Nuhelwnd ĂĽber
und lüftete auf seine Pension jährlicher
6l)l) Gulden Verzicht, dafĂĽr sollten aber auf
seine Lebenszeit drei pensionirte, in bedräng«
ten Verhältnissen befindliche Officierc der
t. k. Armee jährlich je mit 2UU Gulden
betheilt werden. AuĂźerdem erwarb sich der
Graf, wie Wolny in seiner „Topographie
Mährens" sBd. IV, S. 26ö> und Aloiö
Ferdinand Kiesewetter in seiner Schrift:
„Etwas von dem in Mähren gelegenen
Luchatschowitzer Gesundbrunnen". Seite 5
und 6. berichten, besondere Verdienste um die
Hebung des mährischen Curortes Luchatscho«
witz. lBrĂĽnner .Zei rung 1806, S. 146.)
'Wappen. Der Länge nach geth.ilter Schild.
Rechts in Silber eine einwärtssehcnde, blaue,
gekrönte, sich pfahlweise in vier Windungen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Volume 34
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Seidl-Sina
- Volume
- 34
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon