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Seßler 458 Seßler
ten Güier. Eisen« und Hüttenwerke in
Steiermark zu übernehmen. Bei AuS
bruch des italienischen Krieges im Jahre
4839 brachte er nicht nur eine ansehnliche
Geldspende zur Bestreitung der Kriegs-
cmslagen dar, sondern errichtete auch ein
Spital für verwundete und kranke Sol-
daten, und machte für die in der Schlacht
bei Solferino invalide gewordenen Krieger
des Infanterie-Regimentes Erzherzog
Franz Kar l eine Stiftung. Als dieBe<
wobner von Großlobening und Moders-
dorf durck Feuersbrunst obdach' und
hilfsloS wurden, ermöglichte S. durch
bedeutende Materialgeschenke und Geld-
beitrage, endlich durch unverzinsliche
Darlehen den vom Nnglück so schwer
Heimgesuchten den Wiederaufbau ihrer
Wohn« und Wirtbschaftsgebäude, indessen
er die obdachlos Gewordenen wahrend
der Zeit des Aufbaues in seinen eigenen
Besitzungen beherbergte. I n der Ge»
meinde Großlobening erbaute S. ein
schönes und geräumiges Schulhaus aus
eigenen Mitteln und übergab es der Ge>
meinde in'S Eigenthum: für die Taub«
stummen der dortigen Gegend machte er
eine Stiftung mit einem Anlagecapital
von 1500 st. ;.zur Förderung der Indu«
strie und Wissenschaft gleichfalls' zwei
Stiftungen, eine mit 2000 fl., die andere
mit 300 fl.. erstere für Studirende der
Gratzer Hochschule, letztere für Hörer der
steiermarkischen, landwirtschaftlichen,
technischen Lehranstalt. Als Gründer und
Vecwaltungsrath der Akademie für
Handel und Gewerbe in Gratz. als
Gründer der steiermarkischen Escompte«
bank und Mitglied des Gründungg.
Comitä's. als Mitglied der Leobener
Handels» und Gewerbekammer, als
Gründer der Gratzer gewerblichen Aus-
hilfscaffe. ferner der Sparcasse in Juden-
bürg. als Vorsteher der Gemeinde Groß- Lobening. als Ausschuß mehrerer anderen
Gemeinden und Obmann mehrerer Kir-
chen» und Schulconcurrenz-Ausschüsse
hat er in mannigfaltiger Richtung das
allgemeine Wohl gefördert und sonst zum
Besten des Landes den ersprießlichsten
Einfluß geübt. I n Würdigung dieser
Verdienste wurde ihm mit kais. Cabinet»
schreiben ääo. 30 März 1866 der Orden
dereisernenKrone 3. Classe verliehen, und
er noch im September desselben Jahres
in den erblichen Ritterstand, mit dem Prä»
dicate von Herz inger , erhoben. Das
Pradicat von Herzinger hatteS. von
seinem Schwiegervater, dem k. k. Feld-
marschall-Lieutenant Anton Freiherrn
von Herzinger ^Bd. VII I , S. 411^
angenommen. Als der Feldmarschall-
Lieutenant Freiherr von Herzinger.
da er selbst keine männlichen Erben hatte,
die Uebertragung des Freiherrntitels und
Wappens auf seinen Schwiegersohn, da-
maligen Oberlieutenant Ritter von
Seßler, von Seiner Majestät erbat,
wurde mit allerhöchster Tntschließung vom
17. Februar 1869 diese Bitte genehmigt,
und Ritter Seßler von Herzinger
in den Freiherrnstand als Freiherr
S eß l er von Herz inger erhoben und
ihm danach Diplom und Wappen aus»
gefertigt.
Ritte rstandS.Diplom ääo. t. September
1866. — Freiherr nsta nd6 . D ip lom
ääo. 26. März l869. — Mi l i tär 'Sche-
matismus des österreichischen Kaiserthums
(Wien, Stülltsdruckerei. 8") Jahrg. ls63,
S. 762, Nr. 84.
Wappen. Seßler's uon Herzinger
Freiherrnstand-Wappen ist eine Vereinigung
des freiherrl ich H erzing er'schen und
des Seßler'schen Nittersta nd-WappenS.
Quadlirter Schild mit Herzschild. Herz»
schild. In Blau cin zweischwänziger. sil<
berner, aus Rachen und Ohren Feuer speien-
der Panther, heroorwachsend aus einer frei
abgeledigten. goldenen Laubtrone. Haupt-
schild 1 und 4-. in Gold ein aus der
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Volume 34
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Seidl-Sina
- Volume
- 34
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon