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Setelain
theilte, wie er auch in Uebersichten,
Kritiken, historischen und ethnographi-
scken Essais ein Culturbild deS Treibens
und Schaffens derselben zu geben bemüht
war. Zugleich redigirte er mehrere Jahre
hindurch beide Kalender, welche die
böhmische LandwirthscbaftS- Gesellschaft
herausgibt und veröffentlichte selbst-
standig eine öechische Nebersetzung der
berühmten Erzählung „Die Princessin
von Wolfenbüttel". von Zschokke.
Spater bei dem Wechsel, ja dem völligen
Umschwung der politischen Verhaltnisse
im Kaiserstaate, als davon auch die Iour-
nale nicht unberührt blieben, gerieth S.
bald in Conflicte, seine Anschauungen
konnte er mit den an ihn gestellten For»
derungen oft nicht in Einklang bringen,
und der Zwiespalt klaffte bald so breit,
daß ihn S. nicht zu überbrücken ver-
mochte. Das Ende vom Liede war. daß
S. die Redaction entweder freiwillig
niederlegte oder niederlegen mußle. Nun
that S. einen großen Schritt, er wurde
vom Journalisten und Feuilletonisten
Kaffeesieder, und eröffnete im Jahre
4862 in Prag daS Kaffeehaus zur
„Koruna ökska.", in dessen Bezeichnung
schon das ganze Programm der 8 estak«
schen Politik zusammengefaßt war. Im
Anbeginn ließ sich das neue Geschäft gut
an, spater aber. in Folge verschiedener
mißlicher Umstände, welche die unten
genannte Quelle nicht naher bezeichnet,
ward S. genöthigt, auch daS Kaffee»
Hausgeschäft aufzugeben. Das geschah
im Jahre 1867. Nun fand cr eine An-
stellung bei dem Prager Magistrat, in
welcher er wohl noch bedienstet ist, und be>
schaftigtesich überoieß mit journalistischen
Arbeiten für die Präger Blatter. I n den
Jahren 1866 bis zum März l869 war
er als Mitglied des Prager nationalen
Vereines „Sokol" ungemein thatig, und. verfaßte in den genannten Jahren auch
die Vereinsberichte, welche im Drucke er-
schienen sind.
Zlovuik nauönF. Nsä. Dr. I'raut. Qacl..
li iyFsr a s^. Zla l^, d. i. ConversaHons-
Lerikon. Redigirt uon Dr. Franz Ladisl. Nie»
ger und I. Mal? (Prag l8?2, Kober. Ler.
8«.) Bd. IX, S. 37.
Tetelain, Thaddäus (Theolog und
Schriftstel ler, geb. zu Raudnitz
10. September 1773, gest. 2. October
1843). Die unteren Schulen und das
Gymnasium besuchte er in Prag. Nach
beendeten philosophischen Studien wid»
mete er sich der theologischen Laufbahn,
und erlangte am 13. September 184!
die Priesterweihe. Mehrere Jahre als
Caplan in der Seelsorge thätig, wurde
er dann Pfarrer zu Svossio und zuletzt
Hofcaplan, als welcher er im Alter von
70 Jahren das Zeitliche segnete. Schon
während seiner Studienzeit befreundete
er sich mit Kramerius sBd. XI I I ,
S. 124), Hnevkovsk? >^Bd. IX,
S. 67). Puchmayr sBd.XXIV,S.46).
den beiden Brüdern Nejedly sBd. XX,
S. 162). Joseph Jung mann ^Bd. X,
S. 319) und anderen Fach. und Studien»
genossen, welche sich um die Wiederbelo«
bung der nationalen (öechischen) Litera-
tur im Lande Böhmen zu Anbeginn
dieses (des 19.) Jahrhunderts verdient
gemächt. Nach ihrem Beispiele versuchte
er es, öechische Bücher und Zeitschriften
zur Belebung der National-Literatur zu
verbreiten, und namentlich unter der
jüngeren Geistlichkeit die Liebe zur
Muttersprache und die Betheiligung an
der heimischen Literatur zu wecken und
zu fördern. Und er selbst blieb nicht
zurück, sondern unterzog sich keiner gerin,
geren Arbeit als jener, die Ilias Homer's
in'S Üechische zu übertragen, welche
Uebersetzung jedochManufcript geblieben.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Volume 34
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Seidl-Sina
- Volume
- 34
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon