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Seydler 170 Sey er
Seyczek, siehe: Bejöek. Lorenz Md.
XXXIII , S. 329).
Eeydl, siehe: Eeidl. Joseph Anton
sS. l dieses Bandes^.
Seydler, Ludwig Karl (Orgel-
spieler und Componist, geb. in
Gratz 8. März 1810). Schon als Knabe
zeichnete er
sich
durch seine schöne Sopran»
stimme aus. Da ihm die Mittel zur
höheren Ausbildung fehlten, wendete er
sick dem niederen Lehramte zu, machte
den Praparandencurs und wurde l832,
damals 22 Jahre ait, Schullehrer in
St. Leonhard, einer Vorstadt in Gratz.
Dabei hatte er frühzeitig viel Musik ge»
trieben, sich auch als Schullehrer darin
fleiĂźig geĂĽbt, so daĂź er im Jahre l837
Organist am Dome zu Gratz wurde,
welche Stelle er wohl noch zur Stunde
einnehmen mag. AlS Orgelspieler hatte
sich S. bald einen so ausgezeichneten
Ruf erworben, daß er für einen der be»
deutenderen in Oesterreich galt. Zugleich
war S. als Componist im Liede und in
Kirchensachen thatig. Von seinen im
Stiche erschienenen Compositionen sind
anzuführen: „Hymnen nnb Nespansurien inr
dieh. CljllrVuche. FĂĽr nier Singztinnnen" (Gratz
1860, Wiesner);— „Nie päpstliche Hymne
um ltmdinal Wiseililin. FĂĽr nier Sing-
Ltimwln" (ebd.); — „Feyerklänge pr ^hre
Gllttk5 und der Heiligen. Oine Sammlung geilt-
licher Uicder Ulm Orbranche in Uirchei», Semi-
Nlli-ien, Schulen nnd AlĂĽZterli. FĂĽr uier Sing-
5ti!limln", 2 Hefte (Gratz l863. Wiesne,);
— „VanürrlnLt. Hellicht ucin Ä. N. Vugl
(„Könnt ich nur einmal"). Fiir uirr Nlcinnlr.
stimmen" (ebd. 1864); — „Nrr Zteyrer
3)llnti" („Hoch vom Dachstein"). Für uirr
M'änntrZtimmeu unt> «Shur aä liditum^
(ebd. 1866).'"" Vieles Andere, was S.
fĂĽr die Kirche und fĂĽr weltlichen Gesang geschrieben, ist zwar ungedruckt, aber
Manches davon nicht weniger verbreitet.
Auch als Schriftsteller war S. in seinem
Fache mehrfach thätig und die Wiener
Musik.Zeitung enthält in den Iahrgan-
gen 1844—1848 mehrere Artikel, vor<
nehmlich die Musikberichte anS Gratz.
aus Seydler's Feder.
Verzeichnisse aller in Oestreich erschiene-
nen Musikalien. Zusammengestellt von Fr.
Büsing (des österreichischen Kotaloqs,
6. Theil) (Wien. 8«.) 18lw, S. ^ ; l8«3,
S. 44; 188^ 2. 4ö; 1860, 2. 26. I8ft«,
2. a.
Selzer, Silverius a. S. Theresia
(Priester des OrdenS der frommen
Schulen, geb. zu Wien im Jahre 1687,
gest. 6. Febr. 4764). Neunzehn Jahre alt,
trat S. zu Wien in den Orden der fron-
men Schulen, wo er, den Ordensregeln
gemäß, Unterricht ertheilte, und zwar im
Anbeginn in den drei Grammatical», '
dann in den Lycealclafsen Poetik und
Rhetorik, wie damals die fĂĽnfte und
sechste Classe des Gymnasiums hieĂźen.
Dann in daS Haus des Markgrafen
Roffrano als Erzieher fĂĽr dessen Sohn
berufen, wirkte er daselbst mehrere Jahre.
Nach seiner RĂĽckkehr in den Orden fiel
auf ihn die Wahl zum Rector deS Col-
legiumS in Nikolsburg, in der Folge
wurde er Vorsteher der gangen böhmi-
schen und österreichischen Provinz seines
Ordens, darauf Assistent des Ordens-
Generals, in welcher Eigenschaft er im
Jahre l742 dem General'Capitel seineS
OrdenS in Rom beiwohnte. Als Schul'
mann gab er außer einem „Nben Leines
Ordensritters Zu3eph uan Aalllsnnz", welches
1749 ;u Nikolsburg erschien, noch heraus
eine „Inleitnng znr deutschen Rechtschreibung"
(Wien l734), und
AlS
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Volume 34
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Seidl-Sina
- Volume
- 34
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon