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Seyfried, Ignaz 188 Seyfried) Joseph
9 I'antuln er^o und Oenitori, Halleluja,
2 1« Osum, 14 Gradualien, 15 Ossertvrien,
Inders, zu Mozart's Requiem, eines der«
gleichen zu Winter's Requiem, Inders, und
Miserere und Trauer »Chor zu Beetho-
ven'S Todtenfeier, mehrere Vocal'Hymnen
in hebräischer Sprache, Psalmen, lateinische
und deutsche Hymnen. 8a!vs liosm». und
«,etoruu3 Vou«. In Wahrheit sind seine
kirchlichen Composinonen, mit wenigen Aus»
nahmen, von classischem Werthe, und er«
schallen seine Preisgesänge, wie es wirklich
der Fall ist. in den tausend und abermal
tausend Kirchen der österreichischen Staaten
fast sonntäglich und immer mit erhebender
Verherrlichung des Dienstes des Allmäch'
tigen. so ist es wahrlich nicht blos eine Vor»
liebe für den vaterländischen Tondichter, die
Aller Herzen und Ohren fĂĽr ihn stimmt: es
find die mächtigen Accorde, die in seiner
Seele empfunden und von seinem Genius
erdacht, hier auf ihren mächtigen Schwingen
emportragen jedwedes höhere Gefühl zu
jenen ihrer ätherischen Heimat. . . . Ein
tieferes Studium und grĂĽndlichere KenntniĂź
der classischen Werke Mozart's, Haydn's
Veethoren's und anderer Heroen nls S.
besaß, dürften Wenige besitzen. Mit Beet«
doven selbst lebte er im freundschaftlichsten
Umgänge, und wie er den unsterblichen
Helden der Töne gekannt, wie ungetrübt
und wie tief er in dessln Seele geschaut,
zeigt seine wahrhaftig groĂźartige Recension
des Beetb o ven'schen Hallcluja im 20. Hefte
der Cäcilia und seine Charakteristik des-
selben in eben der Zeitschrift vom Jahre
1829. S. fĂĽhrte nicht Zufall oder irgend
eine äußere Nöthigung, sondern ein wahrer
innerer Beruf zur Kunst, und wie er sich
in sie hineingelebt, so machte sie in ihrer
höchsten Reinheit auch den Mittelpunct all
seiner GefĂĽhle, seines ganzen Lebens und
Strebens auS. Seyfr ied war ein groĂźer
Künstler und — der liebenswürdigste Mensch
zugleich. Nie wohl ist ein Himmel trüge«
rischer Lust durch sein Herz gezogen! Eine
Regung aber ist, fĂĽr welche besonders stets
empfänglich er sich zeigte: Liebe. Liebe —
in der Kunst, Liebe im Leben, doch wo auck
nur dieser Einen reinste Pulse schlagen, da
ist das Reich der heiligsten Töne. das Reich
drS schönsten Friedens, in welches er am
. 26. August 184t eingegangen ist.
Handschriftl iche biographische No.
tizen aus dem Arckili des Wiener Musik- Conservatoriums. — Oesterreichische
Nat ional .Encyklopädie von Gr äffer
und Czikann (Wien 1837. 8<>.) Bd. V,
S. 27. — Schmidt (August Dr.). Denk«
steine. Biographien von Ignaz Ritter von
Seyfr ied u. A. (Wien 1848. Mechitha.
risten, gr. 4».). S. 1—39: „Ignaz Ritter
von S eyfried". — Wanderer (Wiener
Unterhaltungsblatt, 4«.), 28'. Jahrg. (l841).
Nr. 208: „Nekrolog" snach diesem geboren
am 14. August 1776). — Wiener Zu«
schauer. Herausg. von I , S. Ebers«
berg (Wien. 8°.) I84l. Nr. H3. Besondere
Beilage: „Nekrolog". - Meyer (I.). Das
groĂźe Conuersations-Lerikon fĂĽr die gebil-
deten Stände (Hiloburghausen, Bibliogr.
Institut, gr. 8".). Zweite Abtheiln. Bd. VI I I ,
S. 1l60. — Pietzniga, Mittheilungen
aus Wien (8".). 1833. Bd. I, S. l88:
„Das musikalische Wien". — Hirsch (Ru.
dolph). Gallerte lebender Tondichter (GĂĽns
1836. C. Reichard. 8».), S. 140. — Neuer
Nekrolog der Deutschen (Weimar. Voigt.
8".) XIX. Jahrg. (184i). 2. Theil, S. 804.
Nr. 245. — Allgemeine Theater«Zei '
tung. Herausg. von Adolph Bäuerle
(Wien. gr, 4".), Jahrg. l84l, S. 910. —
Allgemeine Wiener Musik- Zei tung.
Herausg. von vi-. August Schmidt (40.)
(1841). Nr. 112.- „Nekrolog". — Neues
Universal«Lexikon der Tonkunst. An-
gefangen von Dr. Julius Schladebach.
fortgesetzt von Ed. Bernsdorf f (Dres-
den. Rob. Schäfer, ar. 8"-) Bd. I I I , S. 568.
— Gerber (Ernst Ludwig), Historisch.bio-
graphisches Lerikon der TonkĂĽnstler (Leipzig
1792, Breitkopf, gr. 8«), Bd. IV, Sv. 193.
— Gaßner (F. S. Dr.), Uniuersal'Lerikon
der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem
Bande (Stuttgart 1849, Frz. Köhler, Lex.'8o.),
S. 777. — Al lgemeines Theater«
Lexikon . >. . Herausgegeben von K.
HerloĂźsohn. H. Marggraf f u. A.
(Altenburg und Leipzig l> I.). so.), Neue
Ausgabe Bd. V I , S. 338,
Porträte, t) Facsimile, deß NamenszugeS.-
Seyfried. Stadler. 1846, lithogr., (4".). —
2) Lithographie von Kriehuber (Wien,
Folio).
Seyfried, Joseph Ritter (Schrift-
steiler, geb. in Wien 24. März 1780.
gest. ebenda 28. Juni 1849). Ein-Bru-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Volume 34
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Seidl-Sina
- Volume
- 34
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon