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Siatecki 203 Si derer
4848—1849 hatte er sich durch seine
entschiedene und umsichtige Bcavour die
silberne Tapferkeitsmedaille 1. Classe
erkämpft, und als Corporal Siatecki
im Juni 1849 in einem Gefechte auf der
Insel Schütt mit einem Zuge Uhlanen
zwei Geschütze erobert hatte, erhielt er
sogleich von dem gerade anwesenden
Feldzeugmeister Baron Haynau die
goldene Tapferkeitsmedaille. Noch
vor dem Schlüsse des Feldzuges 1849
zum Lieutenant im Regimente befördert,
rückte S> in diesem 1833 zum Oberlieute«
nant, 1833 zum Rittmeister und 1838
zum EZcadronScommandanten vor. Im
Feldzuge 1839 gegen die Franzosen, dann
in Italien fand Rittmeister Siatecki
abermals Gelegenheit zur Auszeichnung
und bestand am 22. Mai mit dem ersten
Zuge seiner (der zweiten) Escadron ein
glänzendes Reitergefecht auf der Straße
von Borgo Vercelli gegen eine Lancier«
Escadron des piemontestschen Regimen»
tes Nizza. Siatecki , an der Tste seiner
Nhlanen, ergreift eine Pike und ersticht
den feindlichen Commandanten Capitano
de Morteo. Die piemontesische Esca«
dron wird. als sie ihren Commandanten,
von der Lanze durchbohrt, sinken sieht,
entmuthigt und vollständig geworfen und
ließ außer jenem noch zwei Officiere und
acht Mann am Platze. Die Uhlanen
zahlen nur drei Mann und ein Pferd
verwundet, nebst einem todten und einem
vermißten Pferde. Bei diesem Gefechte
hatten sich von der Mannschaft auSge«
zeichnet: Wachtmeister Franz Czesnek,
bereits 24 Jahre im Regimente dienend,
der selbes freiwillig mitmachte und mit
einer Patrouille die feindliche Flanke
attaquirte, durch einen Lanzenstich in die
Brust verwundet, in einen Graben stürzte,
sich abermals aufraffte, sich wieder zu
Pferde setzte und neuerdings sich auf den Feind stürzte. (Dor brave Czesnek
erkämpfte sich am 4. Juli 1866 gegen
preußische Huszaren bei Kenty die silberne
Medaille 1. Classe.) Die Uhlanen: Michael
Lach, Stanislaus B i la insk i und
Mathias Cinkar haben den erwähnten
Wachtmeister hiebei auf die aufopferndste
Weise vom Tode gerettet, wobei Lach
vier, B i la insk i einen Lanzenstich er»
hielt. Ersterer starb spater an den Wun-
den. Rittmeister Tur ib ius Siatecki
wurde für seine Tapferkeit mit dem eiser»
nen Kron«Orden 3. Classe mit Kriegs-
decoration ausgezeichnet. Lieutenant Tg»
mont GrafLi pp e, der freiwillig sich ange-
schloffen, erhielt dasMilitar-Verdienstkreuz
mit Kriegsdecoration. Lach die große,
Czesnek, Bi la insk i und Cinkar
die kleine silberne Tapferkeitsmedaille. —
I n Folge seiner Auszeichnung wurde
Siateck i 1860. den Statuten des eiser-
nen Kron-OrdenS gemäß, der erbländi«
sche Ritterstand verliehen, und 1861 trat
dieser mit dreiTapferkeits'Auszeichnungen
geschmückte Officier in Pension und lebte
anfänglich in Preßburg, später zu Felsö-
Sä.g bei Waizen in Ungarn.
Thürheim (Andreas Gf.). Neiter>Regimenter.
Bd. I I I . Die Uhlanen. 3. 4«. 44, 43. 46.
Iiberer, Andreas (Benedict iner
und Tonsetzer, geb. zu Gratz den
12. März l722, gest. zu St. Lorenzen
im Paltenthal, Todesjahr unbekannt).
Er trat in das Benedictinerstift Admont
und legte sein Ordensgelübde am 11. Juli
1739 ab, am 29. September 1748 las
er die erste Messe. Da er gründliche
musikalische Kenntnisse besaß, wurde ihm
die Direction des Musik»Chors im Stifte
übertragen, welche er mehrere Jahre
führte, bis er zum Pfarrer zu St. Lo«
renzen im Paltenthal ernannt wurde, wo
er auch im hohen Alter starb. Er hat
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Volume 34
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Seidl-Sina
- Volume
- 34
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon