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Siebeneicher 226 Siebeneicher
ten sieht man. wie er dieselben kunstgerecht
den Bauwerken anpaßt, denen sie als
Umgebung dienen sollen. Bei der An>
ordnung der Gruppen, dem Aufbau der
Laubmassen und der Berechnung der
Perspective beurkundet S. immer einen
künstlerischen Blick. Die harmonische Ver-
bindung der verschiedenen Baum» und
Strauch-Charaktere. des starren Nadel-
Holzes mit dem weichen Laubholz, die dem
Auge so wohlthuende Mischung der Far>
ben der Blatt- und Blüthenmassen, die
sanft vermittelnden Ueberqänge von
Strauchwerk zum Blumenschmuck und
anderseits wieder der anregende Contrast"
in Formen und Farben, daS Alles, wie
es S. wissenschaftlich in seinen Werken
erörtert, hat er im Wiener Stadtpark
in Anwendung gebracht und damit eine
Anlage geschaffen, die mit Recht zu Wien's
Sehenswürdigkeiten gehört.
I l lust r i r tes Wiener Er t rad lat t (Wien,
kl. Fol.) V. Iahra. (l8?6), Nr. l02. ^Da<
selbst auch sein Bildmß in Holzschnitt.) —
Deutsche Zeitung (Wiener polit. Blatt)
vom l3 April l8?6. im Feuilleton.- „Garten-
Director Dr. Siedeck".
Siebeneichcr, Valentin Edler von
(k. k. Gen e ra l 'Ma j or, geboren zu
Kratzau in Böhmen am 13. Februar
1783, gest. zu Marburg in Steiermark
7. Juli 1861). Seinen Vater. Schuh-
macher. verlor der Knabe in jungen
Jahren. Den ersten Unterricht erhielt
er in Kratzau und, als seine Mutter zum
zweiten Male heirathete und mit ihrem
zweiten Manne nach Macbendorf über»
siedelte, beendete S. daselbst seine Sckul-
zeit. Nun kam er zu seinem Schwager
in Kratzau. um dort daS Schuhmacher-
Handwerk zu erlernen. Nach beendeten
Lehrjahren begab er sich auf die Wander-
schaft, hing aber mit einem Male die
Schusterei auf den Nagel und trat in das ungar. Insurrections-Bataillon Erdödy
ein. in welchem er seit I.December 1800
bis 27. April 480! als Corporal diente.
Am 9. November 1802 trat er bei dem
damaligen 2. Artillerie-Regimente als
Unterkanonier in kaiserliche Dienste und
wurde am 9. December 1803 in daS
Bombardier-CorpS übersetzt. In diesem
Corps hatte er alle unteren Dienstes-
stufen zurückgelegt, die Feldzüge 1803
und 1809 mitgemacht. Von genanntein
Jahre an war er in allen Campagnen
Batterie-Commandant und wurde wegen
freiwilligen Vorgehens mit einer halben
Batterie bei Montebello und wegen der
bei dieser Gelegenheit bewiesenen beson-
deren Tapferkeit. Geistesgegenwart, Aus-
dauer und Bravour von dem Augen»
zeugen General Ignaz Graf Gyulay
auf dem Schlachtfelde zum Fähnrich be>
fördert. Der damalige General'Artillerie-
Director Joseph Graf Col loredo
machte aber dieses Avancement als un>
thunlich rückgängig. Nun focht S. im
Feldzuge des Jahres 1813 und wurde
wegen ausgezeichneten Verhaltens in der
Schlacht bei Leipzig mit acht Ducaten
belohnt! I n den darauffolgenden, fast
täglich vorfallenden Gefechten bewährte
er seine schon wiederholt erprobte Herz«
haftigkeit, machte nun die Feldzüge 1814
und 18lo gegcn' Frankreich mit und
erlangte endlich in letzterem am l. April
das Officierspatent. BiS dahin hatte er
den Schlachten beiAuslecli^. Montebello.
Dresden. Leipzig, den Affairen bei Sa-
cile. an der Piave. am Prewald, von
Hochheim, Villafrance und Voreppo, dem
Gefechte bei Neudorf nächst Bourglievre
im Elsaß und der Blokade von Besanpon
beigewohnt und sich immer als tapferer
Soldat bewiesen. Im Jahre 1821 machte
er den Zug gegen Neapel mit und hatte
sich bei der Occupation der gleichnamigen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Volume 34
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Seidl-Sina
- Volume
- 34
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon