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Siebes Franz Wilhelm 227 Franz Wilhelm
Hauptstadt neuerdings durch seine lim-
sicht und Tapferkeit hervorgethan. Im
Juli 1828 ward er endlich zum Haupt
manne, im Jahre 4841. also'nach ein
undvierzigjähriger Dienstzeit zum Major
in der Artillerie befördert. Im Jahre
1848 zum Oberstlieutenant ernannt,
wurde er Commandant des Garnisons
Artillerie-Districtes zu Mantua, wo er
im folgenden Jahre Oberst und 1330
General-Major und Artillerie-Inspectoi
in Verona wurde. Im Jänner 1832 in
gleicher Eigenschaft nach Böhmen über
setzt, trat er dort im folgenden Jahre
nacd 53 Dienstjahren, in welchen er in
sieben Feldzügen vor dem Feinde gestan»
den, in den Ruhestand ĂĽber. Seine
Ruhejahre verlebte er in Marburg, wo
sich der alte Artillerie»General besonders
fĂĽr daS Schulwesen interessirte und bei
den öffentlichen Prüfungen die besten
SchĂĽler mit Preisgesckenken zu belohnen
pflegte. Als er noch Hauptmann im
4. Artillerie.Regimente war. wurde er in
den Adelsftand mit dem Ehrenworte
Edler von erhoben. Als er starb, über«
lebten ihn fünf Söhne, welche damals
alle als Officiere in der kaiserlichen Armee
dienten. Zur Stunde befindet sich nur
mehr einer. Ado lphS. . in der activen
Armee alö Hauptmann im 7. Infanterie»
Regiments Freiherr Maroicic. der im
Jahre 1866 mit dcm Militär-Verdienst»
kreuze geschmĂĽckt wurde.
Adelstands» D ip lom ääo. 29. Jänner 1836.
.— Gratz er Zeitung i86l, Nr. N0. —
Hirten feld (I.). Oesterreichischer Militär-
Kalender (Wien. kl.8°.) X I I I . Jahrg. (4862).
S. l88. — Mi l i tä r -Ze i tung. Herausg.
von Hirten feld (Wien. 4<>.) 186l, S.445.
Sieber. Franz Wilhelm (Arzt.
Reisender und Naturforscher,
geb. zu Prag 30. März 1789, gest.
ebenda 17. December 1844). Unter mehreren Geschwistern der einzige Sohn
wohlbemittelter, bĂĽrgerlicher Eltern.
Auf seine erste Erziehung wurde leider
wenig Sorgfalt verwendet, und ist darin
zunächst die Ursache seiner künftigen
Verirrungen zu suchen, denn ihin fehlte
aller sittliche Halt. In den Jahren 1802
bis 1807 besuchte er das Gymnasium in
seiner Vaterstadt, dann wendete er sich
den technischen Studien zu, trieb aber
nebenbei .unter 3. Kohl Architectur»
zeichnen, und unter Gerstner Mathe«
marik. Eine Zeit schien eS auch, er wolle
dem Baufache sich zuwenden, und so
trieb er mehrere Jahre hindurch vorzugg.
weise Ingenieurstudien, als er aber bei
einem Concurse um eine Ingenieurstelle,
vornehmlich seiner Jugend wegen, unbe-
rĂĽckstchtigt blieb, gab er jeden ferneren
Gedanken in dieser Richtung auf, und
wandte sich den Naturstudien zu. Noch-
mal war er nahe daran, zum Baufache
zurĂĽckzukehren, als er auf einer Reise
mit dem k. k. Hofarchitekten Monto ier
zusammenkam, und dieser den genialen,
unternehmungslustigen jungen Mann
fĂĽr seine Zwecke zu gewinnen suchte.
Aber dieser nur kurze Zeit schwankend,
blieb den Naturwissenschaften treu. Eine
Sammlung getrockneter Alpenpflanzen,
deren Herausgabe er angekĂĽndigt, und
welche die Frucht einer Alpenreise im
Sommer 1811 war, brachte kein eben
zu gĂĽnstiges Resultat ein. Um nun
seinen Drang in die Ferne, der sich längst
mächtig in ihm geregt, zu befriedigen,
trat er Ende 1811 eine größere Reise
an. Am l3. December g. I . begab er sich
von Triest ĂĽber Venedig. Bologna,
orcnz nach Rom und noch weiter, um
mit Beginn deS Jahres 1812 eine ita-
lienische Flora als Fortsetzung seiner
obenvähnlen Sammlung von Alpen«
stanzen herauszugeben. AuS Italien
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Volume 34
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Seidl-Sina
- Volume
- 34
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon