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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Volume 34
Page - 235 -
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Page - 235 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Volume 34

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iebes Franz Wilhelm 238 Siebes Franz Wilhelm zusammengebracht, und was er mitge- bracht, gab er, seine Opfer nicht be-rech. nend, zum allgemeinen Besten hin. „Zum Wohl deS allgemeinen Besten", sagte er selbst, „muß es immer Einige geben, welche außer Opfern noch Verfolgungen auf stch nehmen". Als Reisender be> hauptet er seine Stelle neben Mannern wie: Cook, Krusenstern, Hügel , Schomburgk u. A. Sein Werk über Kreta ist heut noch von Werth. Dabei rührte Alles, Text und Beilagen, von seiner Hand her, denn im Zeichnen nach der Natur suchte er seinen Meister, ja selbst im Kupferstechen. Sieber's Schrift. „Der erste Früh l ings tag für Europa". Schon bei Sieb er's Lebzeiten und noch mehr nach seinem Tode suchte man zu verbreiten, es sei eine Gewalt» Maßregel der kaiserlichen Behörden gewesen. Sieber in einem Irrenhause versperrt zu halten, er sei gar nicht wahnfinnig gewesen. Daß er wahnsinnig war, wiro der zusammen« gefaßte Inhalt obiger Schrift, die er ein Jahr früher, als man ihn in's Irrenhaus brachte, veröffentlicht hatte. Aber dieseS hat keineswegs seine Absperrung im Irrenhause veranlaßt, noch berechtigt. Nur die wieder- holten Anfälle furchtbaren Säuferwahnsinns, und für seine Nebenmenschen gefährlicher Tobsucht veranlaßten seine Absperrung, die üdndieß für il?n zur Wohlthat wurde, denn nun fand er Ruhe, und, wenn seine Anfälle eintraten, menschliche und humane Hilfe. Im oberwähnten „Frühlingstage" wurden in sieben Capiteln alle Wissenschaften und Künste auf allgemeine Sätze wie auf Gleichungen zurückgeführt, die Systeme der Gelehrten aller Zeiten oestruirt, die größten Geister für Dummköpfe erklärt, und zuletzt Alles mit Herrn Sieb er und dessen Erleb« nissen in Zusammenhang gebracht. Einige Proben mögen dieß veranschaulichen: — I. Grund l in ien der A r zeneikundr. Der Zweck des jetzigen Arztes ist von dem der Heilkunde völlig verschieden, und jeder Dienst desselben, einst dem menschlichen Geschlechte, alle Krankheiten zu ersparen, größer, alö sie zu heilen. Wissenschaft zu fördern, heißt oft Wissenschaft unterdrücken. Spitäler sind Glashauser. Blumendach ist seit 40 Jahren bei den fünf Menschenracen, sowie die Geographen bei den fünf Welt« theilen stehen geblieben. Man hat die Spielerei der vergleichenden Anatomie ge- gründet, eine vergleichende Medicin besitzt man aber noch nicht. Meine Darstellung der Wasserscheu kann die Pforte der Nerven- Pathologie genannt werden. I I . Ratio- nell e Staatsv erfassu ng. Die Menschen und Staatsbürger erkennen das Gute, ver< möaen eS aber nicht jelerzeit auszufübren; ihre mangelhafte und naturwidrige gesell' schaftliche Einrichtung hindert sie bei jedem Schritte, ihre Willenspfticht zu thun, uno zugleich auch die Regierungen, ihre Unter- gebenen beglücken zu können. In einein rationellen Staate — müssen alle Glieder glücklich sein; ein Staat daher, welcher nur durch Vermögens- und Lebensopfer das Glück der Uebrigen zu erreichen vermag, ist ein unrationaler. Die Politik ist kein Pell- kan, der den Jungen sein eigenes Blut reicht, sondern der Tiger, welcker die Jungen verschlingt, die er selbst erzeugt. Gesetze hemmen die Entfaltung der Geisteskräfte und der Staatsthätigkeiten; Aerzte find Wirkungssphären; Strafe ist Rache. Con- stituiionen sind Regenschirme für kothige Straßen. Es gibt keine verurtheilenoe Macht im Staate. Plato'ö Republik ist keinen Groschen, höchstens einen Schilling werth. Ist denn Kant nicht bis zur Er« kenntniß der rationellen Staatsidee vorge- drungen? er hat ja Alles oefinirt, analysirt und construirt. Gewiß haben ihm die Setzer etwas Anderes gedruckt, als was er ge- schrieben hat. Es ist nock immer beim Alten geblieben, daß die Wohlfahrt Einiger nur auf Kosten jener der Uebngcn erreicht wird. Ich wünschte einst, wahrhaft nützlich zu sein — ein Vestrcben, welches man mir in meinem Vaterlande, wo man mich arm gemacht, abzusprechen sich bewogen fand; zum Glück sind aber Prag und Wien nicht die ganze Welt. und in der Geographie zwei einsilbige Städte. H l . Sturz deS New tonischen Systems. Kein einziger Physiker und Astronom Europa's fühlt die schimpflichen Bande der geistigen Knechtschaft, welche Newton mit dem Götzen seiner Gravitationstheone herbeigeführt hat. Die Form für den Fall der Körper ist falsch. Die meo!i2uia.us eocls-zto ist eigentlich nur eine einseitige PerturbalionSlehre; die Trag» heitskraft und der Urstoß — Chimären.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Seidl-Sina, Volume 34
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Seidl-Sina
Volume
34
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1879
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
402
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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