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Sieber, Gottfried 237 Michael
phisches Institut, gr. 8".). Zweile Abtheilung,
Bd, IX, S. 57. — LotoS, Zeitschrift für
Naturwissenschaften (Vrag, Gerzabeck,
I I I . Jahrg. (1832), 2. l!6: „Biographie
von Dr. Weitenweber. —Porträt. Unter»
schrift.- Facsimile tes Namenszuges: Franz
Wilhelm Sieber F. L. (lith.. 8<».).
Noch sind zu erwähnen: Mehrere Orgelbauer
des Namens Sieber, deren Zusammen«
gehörigk-ic als Gl'eder einer Familie durch
ihre Seßhaftigkeit in einer Stadt — Brünn
— und durch die Gemeinsamkeit der Kunst,
welche sie ausübten — den Orgelbau — sich
vermuthen und wohl auch annehmen läßt;
doch bestimmte Nachrichten darĂĽber liegen
nicht vor. Diese sind: 1) Anton Sieb er.
lebte zu Anbeginn deS »8. Jahrhunderts in
PrĂĽnn. wo er als trefflicher Orgeldauer
einen Ruf besaĂź. Unter anderen vorzĂĽglichen
Werken, die aus seiner Werkstätte hervor»
gingen, ist die ölstimmige Orgel in der
KlosterkĂĽche auf dem beiligen Berge zu
Olmütz, welche er im Jahre 1722 aufge«
richtet hatte, anzufĂĽhren. I n Wien hatte er
die Orgel von 40 Stimmenin der Michaeler»
Kirche reparirt. ^d'Elvert (Christian .Rit>
ter), Geschichte der Musik in Mähren und
Oesterreichiich« Schlesien u. s. w. (Brunn
1l>?3. Winiter. gr. 8«.), in den Beilagen
S. 173) — 2) David Sieber, ein sehr
geschickter Orgelbauer drs 18. Jahrhunderts,
der auch zu Brünn ansäßig war. Die Zahl
seiner Arbeiten ist groĂź, unter allen ragt
aber seine Orgel in der ehemaligen Augustiner«
stifts» jetzt Pfarrkirche zu Sr. Thomas in
Brünn, durch die Kunstfertigkeit in ter Aus»
fĂĽhrung hervor. Sie besitzt bei einer dop-
pelten Clauiatuc 23 Register, dabei einen
herrlichen vollen Ton. Durch diese Orgel
begründete er seinen Ruf, so daß ihm Be»
stellungen von allen Seiten zukamen. So
wurde ihm von dem Prälaten des Prämon«
stratenserstifteSHradisch, Abt Norber t I I . ,
der Bau der Orgel in der Kirche am heili«
gen Berge bei OlmĂĽtz ĂĽbertragen, in dessen
Vollendung ihn jedoch der Tod unterbrach,
worauf Anton Richter, nach dem von
Sieb er entworfenen Plan, die Orgel voll»
endete, deren Kostenaufwand sich auf mehr
denn 40.000 fl. erhob. ^d'Eluert, looo
oitato^. — 3) Gottfried Sieber ist
gleichfalls ein Orgelbauer aus BrĂĽnn,
welcher unter anderen die 45stimmige Orgel
zu Schiveidnitz, welche zu den ausgezeich»
nctesten Orgelwerken Deutschlands gezählt wird. erbaut hat. Sie zählt 4ä Stimmen
und kostete lO.000 Thaler. ^G erb er sErnst
Ludw.), Historisch'biographisches Lerikon der
TonkĂĽnstler (Leipzig 1814, KĂĽdnel, gr 8".),
Bd. IV, Sp. 202.) — 4) Kar l Laurenz
Sieber (^ <eb. zu W?lnsdorf nächst Rum-
bürg in Böhmen 10. August lk(>2. gest. zu
Salzburg 2. Juni 1874). Ein tĂĽchtiger
Schulmann; nach beendeten Studien wurde
er Erzieher im Hause d-,-s FĂĽrsten Wilhelm
Auersperg, 1837 Piofessor dir Gesix'chte
am Lyceum zu Tarnow; kam 1842 in
gleicher Eigenschaft nach Salzburg, wo er
1^67 bis 1870 die Directorats.Geschäfte
leitete, und nach dem Inslebentreten des
Schulaufsichts'Gcsetzes vom 8. Februar 1869
zum fachmännischen Milgliede des k. k. 3an<
desschulrathes ernannt wurde. Bei seinem
Uebertritt in den Ruhestand nach 34 Dienst-
jahren erhielt er in WĂĽrdigung seiner ver-
dienstvollen Dienstleistung als Schulmann
das goldene Verdienstkreuz mit der Klone.
^24. Programm des k. k. Staatsgym»
nasiums zu Salzburg fĂĽr 1874 S. 112 in
den Schulnachrichten des Direct^rs Pick.^j
— 3) Michael Sieb er (geb. zu TreSco»
witz in Mähren 24. August 1?24, gest. zu
öang.Loota 27. December 1788). Sohn
mittelloser Eltern, dessen sich der Onspfarrer
annahm, der ihn auf das Piaristen»GyM'
nasium in Nikolsburg schickte, wo er die
HumanitätSclissen beendete. In Leitomischl
hörte er die philosophischen Studien, darauf
trat er in den P^ulinerorden, in welchem
er zuletzt Subprior, dann Prior zu Mährisch»
Krumau, zuletzt zu Woborzischt wurde. Nach
Aufhebung des letztgenannten Klosters im
Jahre 1786. begab er sich nach 3ang«Lhota,
einem dem General Freiherrn von Stentzsch
gehörigen Besitze, wo er im Alter von
64 Jahren starb. 2. verstand es. in Kupfer
zu stechen, uno hat mehrere Heilige und
Klöster seines Ordens im Kupferstich aus«
geführt. Darunter: „Die h. Thecla, Vii-Zo
et Hlart^r" ?. Hl. 8. so. (12».); — „Der
h. Paulus Eremita". I>. HI. sisdei- Orä.
s. I>auU x. 12. inoiä. Darunter zehn latei»
nische Verse; — „Zanoti Illart^i-ss Fo2U2S2
er eauwL" mit der Ansicht des Klosters
Wodorzischr. I». 21. slsber so. st oxo. (8l>).
Dieses Blatt wurde von A. Maulpertsch
nachradirt. — „Vera icou. ^ssu Odriäti".
?. ZI. äiedsr 50. Bei seinem Ableben hinter»
ließ er in Handschrift ein größeres histori'
sches Werk in lateinischer Sprache mit dem
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Volume 34
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Seidl-Sina
- Volume
- 34
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon