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Siebert 243 Sieburger
zur Fahne des Aufruhres, spater offei
übergegangenen Feld'KriegScommiffars
von dem Brigadier selbst den Befehl, mil
seinem Commando und allen Remonten
nach Klausenburg zu kommen. Dor
sollte er von der feindseligen Partei,
fich auf die Massen- der zahlreich vor
handenm HonvodS stützte, nach Belieben
der Aufrührer behandelt zu werden
Sieber t , diese drohende Gefah
ahnend, wußte durch verschiedene Bericht
feinen Marsch nach Klausenbulg immer
wieder aufzuhalten, und blieb in Bä.nffy>
Hunyad. Ende September traf nun'dü
zur Uebernahme der Remonten erwarteti
Huszaren.Abtheilung ein- einige Tag«
verstrichen mit den Vorbereitungen hiezu.
Nun erfuhr aber Siebert zufallig, daß
die HuSzaren im Zusammenwirken mit
zahlreichen ungarischen Freiwilligen be<
stimmt seien, ihn mit Gewalt zu ent>
waffnen. Unter dem Vorwande, den
eigentlichen UebergabSatt zu probiren,
ließ er eines frühen Morgens sein ganzes
Commando mit Sack und Pack aus»
rücken. Nur einige ganz vertraute Unter«
Dfficiere instruirte er darüber. Versam»
melt zog das Commando zum Westende
von Bä.nffy»Hunyad hinaus, von hier
südlich in's Hochgebirge auf Pfaden, die
vielleicht nie eineS Pferdes Huf betreten
hatte. Kein anderer Ausweg stand dem
Commando mehr offen, da alle umlie«
genden Örtschaften und Straßen von
Honvsds wimmelten, und nur über die
unwegsamsten Gebirge war es dem
Oberlieutenant Siebert gelungen, ohne
den mindesten Unfall Karlsburg zu er.
reichen, von wo er über Hermannstadt
in Maros-Vasärhely mit seinem Com.
mando zu seinem Regimente einrückte.
So hatte S. mrt seiner Klugheit und
Entschlossenheit seinem Monarchen eine
wackere Truppe erhalten; fein wackeres entschlossenes Benehmen wurde von dem
General der Cavallerie Baron Puchner
öffentlich belobt-. Bald darauf rückte
Sieber t zum 2. Rittmeister im Regi»
mente vor. machte mit diesem die Feld»
züge 1848 und 1849 mit. wurde Esca«
drons'Commandant, und trat nach eini«
gen Jahren in Pension, die er dermalen
zu Preßburg genießt.
Thürheim (And. Graf), Die Reiter-Regi.
menter der k. k. österreichischen Armee (Wien
1862. F. B. Geitler. gr. 8«.) I. Band. Die
Kürassiere und Dragoner, S. 329 u. 330.
Sieburger, Bernhard (Maler. Ge«
burtsort und Jahr unbekannt. Zeit»
genoß). Ein Prager Künstler, dessen
Namen man zum ersten Male in der
Iahres-Ausstellung 1839 in der k. k.
Akademie der bildenden Künste begegnete,
in welcher er mit dem „Pllrtr'ite einer Name
und eines Ninbes" vertreten war. Zwei
Jahre spater sah man in der Jänner-
Ausstellung deS österreichischen Kunst«
Vereines von seiner Hand das „Vildniss
einer Same", und in der I I I . allgemeinen
deutschen Kunstausstellung zu Wien im
September 1868 daS Historienbild:
„Völlig Aar schätzt Zeiue Oüchter ltordelm im
Kerker gegen die Angriffe der Miirder", in
welch' letzterem Bilde die Kritik, ohne dem
Künstler Talent abzusprechen, mehr
heatralischen Effect als charakteristische -
Wahrheit sinden wollte. — In der
Wiener Weltausstellung stellte in der
XI . Gruppe, 2. Section (Buntpapiere.
Tapeten), auch die Firma Bernhard
und Robert S ieburger . landeSbe«
ugte k. f. Papier- und Tapetenfabrik in
Prag, Tapetenreliefs, Rouleaux, Ialou-
en u. d. m. aus, welche ihren Export
ach Italien, den Donaufürstenthümem,
iach Rußland und selbst nach Amerika
usgedehnt und in der Pariser Ausftel-
ung 1367 mit ehrenvoller Erwähnung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Volume 34
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Seidl-Sina
- Volume
- 34
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon