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Sierakswski) Michael Noman 269 Swrakowski) Sebastian
Sieratowskl, Michael Roman
(Weihbischof und Domherr von
Przemysl, Geburtsjahr unbekannt, gest.
zu H u m a n ow im Jahre l808).
Michael ist ein Neffe des Lemberger Erz«
bischofs Wenzel Hieronymus (s. d.
S. 263). Auch er betratdie geistlicheLauf«
bahn, wurde zunächst Canonicus an der
Przemysler Kathedrale, dann Suffragan»
und Weihbischof von Pruffa ebenda. Im
Gegensatze zu seinem Oheim, dem wür«
digen Erzbischof, wird Michael Ro-
man als Mensch von rohen, ungeschlach-
ten Sitten geschildert, den scin Priester-
stand nicht hinderte ein — Atheist zu
sein. Heinrich Rzewuski — als Pseu«
donym bikannt unter dem Namen IaroSz
Bejta — hat in seinem Isof l^ t xolski,
welcher 1831 zu St. Petersburg erschien,
in einer Reihe von Anecdoten den wür»
digen Domherrn charakterissrt. Nachdem
er seine Domherrnstelle in Przemysl
niedergelegt, begab er sich zunächst nach
Warschau, wo er ein nichts weniger als
erbauliches Leben führte. Nachdem er
in der Targowiczer Conföderalion eine
ungewöhnliche Rührigkeit entfaltet hatte,
wurde er Bischof von Latyczew, in der
von ihm selbst an Stelle der Diöcese
Kamieniec neu errichteten Diöcese. Er
hatte diese Diöcese aus verschiedenen, zu
den Diöcesen von Luck und Kiew gehöri»
gen Einkünften dotirt und die seqestrirten
geistlichen Güter ihr zugewiesen. So
hatte er einige Jahre, bis 1798, gewirth-
schaftet. bis der Nuntius 3 i t ta in's Land
kam, diesen eigenmächtigen Organisirun«
gen ein Ende machte, das aufgehobene
BiSthum Kamemec von neuem einsetzte
und jenes von Latyczew cafsirte. S.
selbst starb zu Humcmow. Mit der vor»
stehenden Charakteristik im eigenthum-
lichen Gegensatze erscheint eine von ihm
gehaltene und gedruckte Kanzelrede, be» titelt: „
526H-ssA«?oz«", d. i. Predigt von der
wahren Glückseligkeit des Menschen
(Przemysl 1773, 8«.).
Allgemeine (polnische) Encyklopädie (War«
schau 1866. gr. 8°.) Bd. XXI I I , S. 437.
Lierakowski, Sebastian (polnischer
Prä la t und A r ch
ä o l o g .. geb. 9. Jan«
ner 1743, gest. zu Krakau 9. August
1824). Ein Sohn des Bannerträgers
(okoi-g.^, eine bedeutende polnische
Würde) Roman, ein Bruder des Wen«
zel S. (s. d.) und Neffe deS Erzbifchofs
Wenzel Hieronymus. Nachdem er
die Schulen in Lemberg besucht, trat er
im Jahre 1739 in den Orden der Gesell-
schast Jesu, hörte die philosophischen
Studien in Iaroslaw, trieb dann in Lem«
berg drei Jahre Mathematik und beendete
daselbst auch 1770 die Theologie. Nachdem
der Jesuitenorden aufgehoben worden,
trat S. in den Weltpriesterstand über,
wurde 1774 Domherr an der Krakauer
Kathedrale und nach dem Ableben seines
Bruders Wenzel Propst und KroncustoS.
Auch war er Präsident deS Tribunals der
Krone und wurde von Seite deS Capitels
zweimal, 1780 mit dem Domherrn An«
ton Wyczalkowski und 1786 mit
Jos. Kas. Wodzicki als Deputirter auf
den Landtag nach Proszowiec entsendet.
Nach Erhebung deS Krakauer Gebietes
zu einem Freistaat wurde S. zum Sena»
tor ernannt, welches Amt er durch zwei
Jahre versah; auch wurde er mehrere
Male zum Rector der Krakauer Hoch-
schule erwählt und besaß aus diesem
Titel die akademische Propste! St. Flo-
rian. Der Prälat war ein großer Gön«
ner und Kenner der Kunst und die Archi»
tectur wie die Musik erfreuten sich seiner
besonderen Pflege. Seine darauf bezüg.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Volume 34
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Seidl-Sina
- Volume
- 34
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon