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Sierawski 269 Sifft
re a u's Befehl in Bayern stationirt war.
Im Jahre 1803 vermalte sie sich mit
S ierawsk i und theilte von nun mit
ihm die Geschicke biS zum Jahre 1823.
in welchem sie. der Erziehung ihrer Kin»
der wegen, nach Krakau übersiedelte.
Von dort begab sie sich nach dem Ende
der polnischen Erhebung mit ihrem Gar-
tön, wie bereits erwähnt worde'n, nach
München, kehrte, als dort ihr Gatte keine
Stellung fand und er westwärts nach
Paris zog. nach Krakau zurück, indem
sie sich für ihn aller Mittel entblößte und
für sich nur daS allernöthigste zurückbe«
hielt. Mit diesem kleinen Reste errichtete
sie in Krakau eine Erziehungsanstalt für
junge Polinen. Daselbst wirkte sie mit
ihrer bereits herangewachsenen Tochter
Helene und daS Institut kam in Blüthe,
das Ertragniß wurde immer größer und
die getrennte Gattin konnte ihrem fernen,
in Paris lebenden Manne manche nicht
unbedeutende Unterstützung zukommen
lassen. Aber auch dieses Institut hatte
ein großes Opfer gefordert. Ihre Toch»
ter Helene, die es sich nicht nehmen
ließ. die alternde Mutter mit ihren Kraf»
ten zu unterstützen, erlag mit ihrem zar>
ten Körper den Anstrengungen und ward
1837, im Lenze ihres Lebens, ein Opfer
ihrer KindeSpsticht. Nun litt es die
Mutter nicht länger in Krakau. sie gab
das Institut auf und zog sich auf die Be«
sitzung ihres Sohnes Valer ius nach
Piotrkowice bei Krakau zurück. — Vale«
rius war gleichfalls in die Reihen der pol-
Nischen Armee getreten und diente 1831 in
derselben als Capitän. Später widmete er
sich der Oekonomie. erwarb sich einen klei»
nen Grundbesitz, den er mit Umsicht be«
wirthschaftete, und auf welchem er ganz
hingegeben landwirtschaftlicher Arbeit
und der Lecture lebte. Denn Valer
war ein großer Bücherfreund, besaß eine stattliche Bibliothek, in welcher sich mit-
unter gar seltene und alte Werke seines
Vaterlandes befanden. Dorthin begab
sich die gebeugte Generalöfrau und ver«
lebte die letzten 23 Jahre an Seite ihres
Sohnes und überlebte um beinahe
20 Jahre ihren in Paris gestorbenen
Gatten.
Straszewicz (Joseph). Die Polen und Po-
linnen der Revolution uom 29. November
1830 (Stuttgart 1832—37. Schweizerocirt.
80.) S. 56 und «34. — 6i?-aH2swic-<Vas6^/^
volutlaü äu 29 XavOmdrs 1830 spar:« 1332,
?warä, I.OX..50.). — Neues elegante-
stes Honversat ions-Lerikon für die
Gebildeten aus allen Ständen. Herausge-
geben im Vereine mit einer Gesellschaft uon
Gelehrten von Dr. O. L. B. Wolf f (Leip-
zig 1842, Ch E. Kollmann. 4° ), Fünfter
(oder Supplementband), S. 363. — ^225,
d. i. Die Zeii (Krakauer polit. Blatt, ar-
Fol.) 1868, Nr. 94. im Feuilleton: «VI2.
dista siera^ka« (Nekrolog)
Tlfft, Daniel (Königs richter des
Repser Stuhles in Siebenbürgen, geb.
in Reps um daS Jahr 1784, gest.
ebenda 2. Juni 1830). Besuchte in den
Jahren 4797—1803 das Gymnasium in
Kronstadt, dann das Lyceum in Klausen-
bürg. Nach beendeten Studien wurde er
sosort bei dem Nepser Stuhlamt ange«
stellt, in der Folge zum Fiscal ernannt,
im Jahre 1827 von der Etuhl-s'Commu-
nitat zum Bürgermeister und nachher
zum Königsrichter deS Repser Stuhles
erwählt, in welcher Eigenschaft er un
Alter von 66 Jahren starb. Handschrift-
lich hinterließ S. außer einer „Geschichte
des dem Repser Stuhle zugehörigen Prä«
diums.Freithum, ungarisch Thuzon ge-
nannt", noch zwei Manuscripte aus dem
Jahre 1823, u. z.: „Ueber das Steuer«
wefen des Röpser Stuhles in Sieben«
bürgen im 17. Jahrhundert", womit er
einen Beitrag gab, zur Geschichte des
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Volume 34
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Seidl-Sina
- Volume
- 34
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon