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Signoroni 278 Signoroni
und auf jener zur Linken lehnt ein dem im
Schildeshaupte ersichtlicher ähnlicher b
dener Arm. Die Helm decken des rechten
Helmes sind blau mit Silber, jene des lin
t>n roth mit Silber unterlegt. Nnter dem
Schilde verbreitet sich ein blaues Band mit
der Devise: ^?sr «pinas »ä rn828" in
silberner Lavidarschrift.
Noch ist anzuführen ein Ferdinand Sieg
mund . gebürtig aus Reichenberg in Böhmen
und Zeitqenoß. der schon im Jahre 4831 in
Alois Klar's „Libussa" mit lyrischen Dich,
tungen auftrat, denen bald neue in den
Jahrgängen 1832. 1833. 1833. 1638 u. 1839
— in diesem ein schwungvolles an Ludwig
Uhland — folgten. Im Jahrgange 1818
<S. 348) veröffentlichte S. noch eine aus.
führliche Biographie des Arztes Franz K i ,
wisch Ritter von Rotter au. dessen Lebens-
skizze auch dieses Lexikon l'Bd. X I , S. 343)
mittheilt. Dann gab er heraus: „Aus der
Heimat. Ernst und Scherz aus dem Volks
leben der Deutschen in Böhmen". Zwei Hefte
(Reichenberg 1864 u. f.. Schöpfer u. Waage.
12".). I n neuester Zeit erscheint von einem
Ferdinand S ieg mund bei A. Hartleben in
Pesth ein größeres Werk in Lieferungen, be,
titelt: «Untergegangene Welten". Eine popu-
läre Darstellung der Geschichte der Schöp-
fung und der Wunder der Vorwelt. Nach
den neuesten Forschungen der Wissenschaft
bearbeitet.
Signoroni. Bartholomaus (Pro»
fesso r der Ch i rurg i e. geb.zuAdro
im Venetianischen zu Ende des 18. Jahr»
Hunderts, gest. 1844). Die Elementar-
schulen und das Gymnasium beendete er
in seinem Geburtsorte und in Bergamo,
für seinen spateren Lebensberuf, den
chirurgischen, bildete er sich in Pauia.
Dort lehrte zu jener Zeit der in seinem
Fache anerkannte Tommaso Vo lp i . wel«
cher in S. alsbald die Vorliebe und das
besondere Talent für chirurgische Opera«
tionen erkannte und ihn in seinem Berufe
fördernd, sich ihm mit erhöhter Theil«
nähme zuwandte. Als im Jahre 1821
die Universität in Pavia eine völlige
Umgestaltung erfuhr, neue Lehrkanzeln, neue Cabinette für den demonstrativen
Theil des Unterrichtes errichtet und neue
Apparate beigeschafft wurden, erließ die
k. k. StudieN'Hofcommission in Wien eine
Anordnung, welcher zufolge zwei junge
Doctoren der heimischen Universitäten
nach Wien geschickt werden sollten, um so
eine Pflanzschule zu bilden, durch welche
die Lehren, die sie an der in jenen Tagen
in der medicinischen Wissenschaft eben so
berühmt gewordenen Wiener Schule sich
angeeignet, in ihre Heimat verpflanzt wer«
den sollten. Einer von den zum Besuche
Wien's Ausgewählten warS ig n o roni.
Daselbst bildete sich S. in drei Jahren
unter der unmittelbaren Zeitung K er n's
>M. XI , S. 187). mit welchem die
chirurgische Klinik einen neuen Auf»
schwung nahm, so tüchtig aus. daß Ba>
ronSt i f f t , der damalige Referent des
ärztlichen Sludienwesens im Kaiserstaate.
S ignoron i als Nachfolger in der durch
Vo lp i'S Tod erledigt gewordenen Stelle
der chirurgischen Lehrkanzel vorschlagen
konnte. S ignoron i erhielt sie auch
und eröffnete seine Vortrage mit einer
Rede über die Würde der Chirurgie,
worin er die hohe Bedeutung dieser
Wissenschaft und praktischen Kunst in
geistvollster Weise auseinandersehte. Der
Zudrang zu seinen Vorlesungen nahm
täglich zu. sein Ruf wuchs dabei in so
mächtiger Weise, daß er den Neid, die
Intrigue weckte, welche
sich
nicht scheuten,
zu Verdächtigungen und Verleumdungen
die Zuflucht zu nehmen. Diese hatten end«
lich einen solchen Charakter angenommen,
daß sie S.'s Suspension zur Folge hatten.
S. hatte nicht länger als ein Jahr vor«
getragen. Von Wien aus wurde eine
Commission zur Untersuchung der gegen
S. vorgebrachten Anklagen geschickt, und
das Ergebniß war S ign o roni's völ-
ige — Rehabilitation. AlS bald darauf
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Volume 34
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Seidl-Sina
- Volume
- 34
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon