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ik) Joseph 133 in Joseph
ihm am l9. April verliehene Stelle eines
wirklicken Mitgliedes der k. k. Hof-Ca-
pelle anzutreten. Dem Rufe folgend,
kam S. sofort nach Wien, wo bereits
sein erstes Concert deutlich bewies, wie
nahe sein Spiel dem seines berĂĽhmten
Vorbildes gekommen sei. Nun lebte S.
ganz seinem Berufe. Im FrĂĽhling 1833
beabsichtigte er einen Kunstausflug nach
Ungarn zu unternehmen. Er gab am
28. April g. I . sein Abschieds-Concert in
Wien. Nun reiste er ab und spielte —
zum letzten Male in PreĂźburg. Krank
erreichte er Ungarns Hauptstadt, dort
angelangt, entwickelte sich ein heftiges
Nervenfieber, dem der hoffnungsvolle,
erst 27jährige Künstler in wenigen Tagen
bereits erlag. Die Theilnahme in Wien
und Pesth war eine große, sein Leichen»
begängniß in letzterer Stadt ein prach»
tiges. Nach seinem Ableben lieferte ein
ungemein stark besuchtes Concert die
Kosten zu einem Grabdenkmal, das seine
Nuhestatte bezeichnet. Von seinen Com-
positionen sind nur eine Phantasie und
eine Potpourri im Stich erschienen. Im
Nachlasse befanden sich: „^ancerf in ^V.8-
.^/7" / — „Concert in ^ -no^" / — „ M -
Mlri mit Begleitung des GrchrötnZ" i —
„/m^om^ii ." 5 — „Zürilltilluen iu A-ti?«'" ;
in O-c^^/'"; — „Pülllnalse in ^)-<Hn?-/ di e
bisher genannten Werke besinden sich
im
Besitze des Herrn Labor in Horovic', —
„H. ^.lmctrt iu ^l's>mo?/" / — „Ivuudll";
— „Jariatillneil über ein Griginaithema" ; —
„Zanntionen mit Vech5rlnt>Ln Stimmen^; —
„ 2. Cünrcrt in A"-?no/?",' — „Nllpft
in FV.?.cön?-",- — „Nllntlll in ^.-ci«?-" ; wo
sich die letztgenannten sieben Werke besin-
den, ist nicht bekannt! — sein Bruder
Rudolph ssehe die Quellen S. l37^
besitzt die „Variationen ant der A-Saite". —
Auch fand sich ein von S. geschriebenes Tagebuch mit vielen musikalischen Glos»
fen und Bemerkungen ĂĽber das Violin-
spiel vor, das gleichfalls oben erwähnter
Labor besitzt. Seine Arbeiten tragen
sämmtlich das Gepräge ein.r kühnen
Phantasie und zeigen die hohe technische
Stufe, auf welcher S. als Violinspieler
stand und die nur selten Einer erreicht.
Als Violinspieler cdarakterisirt ihn ein
Fachmann — Dr. August Sckmidt —
wie folgt: „Eine bis zu einem solchen
Grade der Bravour gesteigerte Kühn»
heit in Ueberwindung haarsträubender
Schwierigkeiten, war mir nock bei keinem
Geiger vorgekommen. FĂĽr ihn schien es
keine Problem- der AusfĂĽhrung zu geben,
die er nicht zu lösen im Stande gewesen
wäre. Die schnellsten Laufe in allen
Stricharten, drei« bis vierstimmige Dop«
pelgriffe, Arpeggien in allen Lagen wech-
selten mit den gewagtesten SprĂĽngen,
Terzen, Sexten, Septimengänge rauschten
im Sturmfluge vorüber, während wieder
im Auf» und Abstrich des Staccatos die
Töne pcrlend von dem Bogen rollten.
Dieses kunstvoll gewobene dicbte Passa»
gengeflecvte aber durchbrach er mit lächeln»
den Minen, es kostete ihn die herkulische
Arbeit nicht die mindeste Anstrengung.
Die Klangmasse, welche sich aus diesem
Füllhorn von Tönen über den Hörer
ausgoĂź, war aber von dem Zauber einer
musterhaft reinen Intonation umstoĂźen".
Nun aber, wie Schmidt zum SchlĂĽsse
berichtet, fehlte diesem wunderbaren Kunst»
gebilde der Virtuosität der warme Hauch
Empfindung, und es blieb nur die
immense Technik zu bewundern. Als
Mensch war er eine edle Natur' er
schickte von seinen Einnahmen reichlich
dem Vater, seinen Bmder unterstĂĽtzte er
durch eine Monatszulage sehr freigebig,
unter den Koryphäen der Tonkunst stand
hm Beethoven obenan, unter den
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Sinacher-Sonnenthal
- Volume
- 35
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1877
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 388
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon