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Slamik, Rudolph 137 Slawik^ Rudolph
erster Violinspieler am Theater-Orchester
angestellt und später Vice-Capellmeister
an demselben. Zugleich ĂĽbernahm er die
Chormeifter- und Organistenstelle an der
polnischen und deutschen Kirche zu St.
Peter und Paul in Moskau, wo er zur
Zeit noch
sich besindet und von dort öfter
seine Heimat besucht. , Als Compositeur
ist S. seit frĂĽher Zeit ungemein fleiĂźig
gewesen, so hatte er noch als SchĂĽler des.
Prager Konservatoriums eine große Can»
täte: „Des Heilands erste Stunde", Text
von Peter Houda , dann mehrere Quar-
tetten, emige Lieder mit Pianobegleitung
und eine Phantasie ĂĽber das Volkslied:
„8pi mä -lata« (Mein Goldchen schläft)
componirt. Später in Rußland häuften
sich seine Arbeiten, deren größter Theil in
der Moskauer kaiserlichen Theaterdrucke-
rei erschienen ist. Davon sind anzufĂĽhren:
eine Symphonie, für großes Orchester; —
„Gnmrwre in A-?na?/"; — „Gnnertnre in
6/-^«)-",- — die Musik zu dem Drama i
„Johann Palm" — zu dem Ballet:
„Maler und Modistin"; — eine Messe,
fĂĽr vier Singstimmen mit Orgelbeglei-
tung; — Phantasie über ein ungarisches
Thema, für die Violine; — „Zn Garnellal
nun Mll5kan".nach einem russischen Thema:
— mehrere öechische Lieder, einige russi-
sche, polnische, französische und deutsche
Romanzen. FĂĽr das Ballet componirte
er zahlreiche ungarische, deutsche Tänze,
dann Polka's und andere Tänze, wie
sie im Ballet vorkommen, jĂĽr die Fanni
Elßler, Nadesda Bogdanow, San»
kowska u. A. SchlieĂźlich ist seiner
Orcheftrirung der russischen Oper: ^ a -
xoäsn" von dem Fürsten Wzaze ms ky i,
welche in St. Petersburg aufgefĂĽhrt
wurde, zu gedenken.
Oajetan Ty l befreundete. Später aing er.
auf den Rath seines Bruders Joseph in
Wien, zum Militär. I n der Folge hörte er
den pädagogischen CurS in Wien und wurde
Lehrer in hovovic. Doch auch in dieser
Stellung litt es ihn nicht, er begab sich nach
Polen und RuĂźland und dort lebte er als
erster Violinist der französischen Oper in
Moskau. In den Jahren <s33 und ls54
verweilte er in seiner Heimat, kehrte aber
dann wieder nach RuĂźland zurĂĽck, wo er im
Jahre l8?0 noch lebte. — Ueber den vierten
und jĂĽngsten Bruder, Rudolph, siehe die
besondere Lebensskizze.
Slawik, Rudolph (Tonsetzer, geb.
gu Hoi-ovic 29. April 1823). Der
jĂĽngste Bruder des berĂĽhmten Geigen-
Virtuosen Joseph sS. 133^. Da er
groĂźes Talent fĂĽr Musik zeigte, unter-
richtete ihn sein Vater frĂĽhzeitig im Ge-
fang. Violin- und Pianospiel. Nun kam
er als Sängerknade in das Kloster der
Kreuzherren mit dem rothen Stern nach
Prag und 1836 in das Prager Conser-
vatorium. Daselbst war P ix i s, der auch
seinen Bruder Joseph unterrichtet hatte,
sein Lehrer. Nach dreijährigem Lehrcurse
im Conservatorium trat er 4839 bei dem
Prager Theater-Orchester ein. Von 1840
on gab er Concerte in seiner Vaterstadt,
in Brandeis. Pilsen, Przibram, begab sich
dann nach Ungarn, wo er gleichfalls mit
Erfolg concertirte und dann zu Pesth
Orchester-Director wurde. Im Jahre
1844 ging er nach RuĂźland, dort brachte
er das erste Jahr als Musiklehrer bei
einem vornehmen Russen zu, ging darauf
im August 1843 nach Moskau, wo er,
wie später in Zytomir, Kiew, mit Erfolg
Concerte gab. In Moskau wurde er
mit dem Kapellmeister der kaiserlichen
Oper, dem berĂĽhmten Johann is (ge-
storben und begraben in Traunkirchen bei
Gmunden), der einst ein Freund seines
Bruders Joseph gewesen, bekannt, und
über dessen Verwendung wurde er als I^ acl. l i is^sr a. F. 2la1^, d. i. Conoer»
sations-Lerikon. Redigirt von vi-. Franz Lad.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Sinacher-Sonnenthal
- Volume
- 35
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1877
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 388
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon