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S!a»ik, Wenzel Oskar «38 Stawikowski
Ricger und I . Ma l^ ' (Prag l8?2. Kober,
Ler.-8o.) Bd. VI I I , S. 326.
Wenzel Otakar (öechiscker
Schulmann undFachschriftstel ler.
geb. zuOudrnic im Gitschiner Kreise
Böhmens 27. September 1833). Im
Alter von 42 Jahren schickten ihn die
Eltern auf die Hauptschule nach Gitschin,
wo er im Jahre 4849 das Gymnasium
zu besuchen begann. Nachdem er dasselbe
beendet, betrieb er das Studium der
classischen und' slavischen Sprachenkunde
an der Prager Hochschule, und 1861
unterzog er sich der StaatsprĂĽfung aus
der Philologie fĂĽr ein Lehramt am Unter-
Gymnasium. Zunächst supplirte er an
höheren öechischen Realschulen den leiden-
den Professor ^ tastny, dann den Di-
rector Wenzig und Professor Zav, als
diese beiden ihren Sitz im böhmischen
Landtage einnahmen. Im Jahre 1862
erhielt er eine Professur am Gymnasium
zu Iungbunzlau. wo er in erster Linie sich
um die EinfĂĽhrung und Ausdehnung des
Unterrichtes in öechischer Sprache ener-
gisch bemühte. „Nun", so meldet der
„slovi.ik" >Bd. XI, S. 167^ „wurde
er fĂĽr sein nationales Gebaren von der
politischen Obrigkeit stark verleumdet, vor«
nehmlich aber von dem „berüchtigten"
(povSLtn^) Kreis-Präsidenten KomerS
verfolgt, der darauf hinarbeitete, daĂź S.
seines Lehramtes enthoben werde. Das
aber sollte Komers nicht erreichen". So
der „slovniic«. Slavik betheiligte sich
auch an der GrĂĽndung der VorlchuĂźcasse
und des Turnervereins in Iungbunzlau,
bei welchen sein Oechisirungsdrang ein
weniger obrigkeitlich beschränktes Gebiet
bebauen und pflegen konnte. Im Jahre
1863 berief ihn der Prager Stadtrath
an das neu ^riichtete stadtische Real.
Gymnasium auf der Prager Klemseite,
wo S. seither thätig ist. Als Schrift- steller wirkt S. vorzugsweise in seinem
Fache, der Philologie. Zunächst veröffent'
lichte er während seines Aufenthaltes in
Iungbunzlau in dem dort erscheinenden
öechischen Lokalblatte: „LoikLlÄVNn"
verschiedene, meist kritische Aufsätze. Ferner
scdrieb er für den „Vsswik didlio^rg..
Kek^". d. i. Bibliographischer VerkĂĽnder,
den „Ivetosor" und den „äiovnik
nauön^-". Durch seine Gattin trat er in
verwandtschaftliche Beziehungen zu dem
öechischenSchriftstellerKarlVinaricky.
wurde in den letzten Lebensjahren dessel»
ben sein Vertrauensmann, Halfibm beider
Ausgabe seiner gesammelten Sckriften
und in FĂĽhrung seiner ausgedehnten
Korrespondenz. Nach Vinaricki'S Tode
aber besorgte er die Fortsetzung der Her»
ausgäbe mehrerer von diesem in der
„5iil,roäni VidUotnka." begonnenen Ar-
deiten und veröffentlichte im Jahre 1872
in der «echischen Museal-Zeitschrift („öa-
sopis") Einiges aus Vinaricky'S Nach-
laß und Briefwechsel. Selbstständig er»
schienen von ihm: „e?. ./tt?
d. i. Die Commentarien Cäsar'S über den
galliscken Krieg, mit Vorrede Erläute-
rung und der Karte Galliens (Prag !869
u. f., Kober). I n Vorbereitung zur Her»
ausgäbe hat er eine 3chul'AuSgabe von
^^'«6^tt?' cis ös//o a/v/^'" und eine Antho°
logie aus „
I.2(i. liio!?<>,- a ,7. >la!.v, d. i. Bonner'
sationö.Lorikon. Nrdi^irt uon l>r. Franz
Lao Rieqer uno K, Ma lx (Praa t«?2.
Kuber. 3>r..ti"-) Vd, XI, S, l<>7.
Stawikowski, Anton (Arzt. Pro-
fessor der Medicin und Fachschrift-
steller, geb. zu Lemb?rg im letzten Iahr°
zchent des 18. Jahrhunderts). Seine
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Sinacher-Sonnenthal
- Volume
- 35
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1877
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 388
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon