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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
Page - 149 -
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Page - 149 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Volume 35

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Slomsek Slomsek soll mit einigen charakteristischen Momen ten seiner Wirksamkeit geschildert werden. Er lebte ganz für die seiner Leitung an- vertraute Heerde. wukte nur für sie mit und durch seinen Clerus. Nannte er sich doch selbst im Hinblick auf seine rein bäuerlichen Diöcesanen gemüthlich immer nur den „Bauernbischof". So sparsam sein Bisthum dotirt war, rief er doch mit eigenen Opfern die wichtigsten kirchlichen Institute in's Leben; führte die Pastoral» Conferenzen ein, doch nicht um den Prie» stern zu befehlen, was ihm eben in den Sinn kam. sondern um mit ihnen sich zu berathen, in zweifelhaften Fallen die Mei- nung einzutauschen, und nun das, „wor- auf die Mehrheit sich geeinigt, in Hin- kunfl a's Norm gelten" zu lassen. Im Anbeginn griff er. gleich Anderen, zu dem Neuenmgsmillel der Missionen; als er aber den geringen Nutzen erkannte, ihm die Einwirkung fremder Priester auf das Volk bedenklich erschien, ver- zichtete er auf deren Berufung und zog mit mehreren sich freiwillig erbieten» den Priestern selbst als Missionär in seiner Diöcese umher, das Wort Gottes verkündend, vor Allem die Armen und die wegen Mangels eines Sinnes am schwierigsten zu behandelnden (die tauben und blinden) Missionstheilnehmer für Predigt und Beichtstuhl sich vorbehaltend. Die Förderung der für den Priester wich- tigsten Wissenszweige, wie Pastoral, Pä> dagogik, Kirchenrecht und namentlich Geschichte, welche er (m seiner Currende vom 19. December 1833) „die Zehrmei- sterin des Lebens, die Quelle unserer Rechte und Pflichten, die Lenkerin kom- mender Zeiten so gut für ganze Völker und Reicke, als für einzelne Orte, Fami> lien und Menschen" nennt, ließ er sich ernstlich angelegen sein, sckrieb daher selbst mit Vorliede historische Aussätze für seine „Oro'dtinoe" und führte in seiner Diöcese die pfarrlichen Gedenkbücher ein, für deren Anlage er genaue und zweck- mäßige Instructionen ertheilte. Sein Bischofsamt sah er nicht für ein Residiren auf dem behaglichen Bischofssitze derLan» deshauptstadt an, von welchem aus er seine unfehlbaren Anordnungen erl eß. Auf Wanderungen in fernsten und steil« sten Gebirgen suchte er persönlich seine zerstreute Heerde auf. Genau die Ver- hältnisse jeder Pfarrgemeinde kennend, sah er vor Allem nach dem, was zuerst noth that. Wahrend seiner 16jährigen bischöflichen Amtsführung gab es kein Dorf in seiner Diöcese, das er nicht wie« derholt besucht hatte. Aber auch wenige Kirchenfürsten erfreuten sich einer solchen herzlichen Liebe, wie sie S. von seinen Diöcesanen zu Theil wurde. Dieser echt apostolische, ebenso mit dem richtigen Tact wie mit Milde gepaarte Eifer war die Veranlassung, daß ihn der Cardinal Schwarzenberg zum apostolischen Visitator der diesseits der Leitha befind« lichen österreichischen Klöster ernannte, sich ihn auch als Mithilfe zugesellte und ihm die Visitation der meisten Bene- dictinerklöster in Oesterreich, Steiermark, Salzburg und Tirol übertrug. Auch an die Durchführung einer längst geplanten, wichtigen kirchlich-topographischen Maß- regel knüpft sich bleibend S.'s Name. Im Folgenden geben wir die lichtvolle Darstellung Hoff inger's in dieser ver» wickelten Frage. Die Abgrenzung der an einander stoßenden Bisthümer Gurk, Lavant und Seckau, welche, wie jene von Briren und Trient, zur Metropolie Salz» bürg gehören, stammte aus einer längst vergangenen Zeit und entsprach weder mehr den kirchlichen und socialen noch den politischen Verhältnissen der Gegen» wart. Die Iurisdiction des in Grcch
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Sinacher-Sonnenthal
Volume
35
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1877
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
388
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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