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1762 daselbst die Doktorwürde. Mit
vielem Fleiße widmete er sich dem mathe
malischen Studium, wozu er besondere
Vorliebe hatte und es bereits in Trient
ohne Anleitung, sodann in Pisa und auch
in Rom, wohin ihn der Vater der Rechts«
praxis wegen gesandt hatte, mit allem
Eifer betrieb. Nach zweijährigem Aufent»
halte in Rom wurde er bei seiner Zurück»
kunft nach Pisa von dem Astronomen
Pere l l i im Jahre 1763 zu seinem Ge>
Hilfen vorgeschlagen und vom Großher-
zog Peter Leopold dazu auch wirklich
ernannt. Im Jahre 1769 gab er auf
ausdrücklichen Befehl drs Großherzogs
die ersten vierjährigen (1763—69) astro-
nomischen Beobachtungen heraus, die er
auf der Sternwarte von Pisa gemacht
hatte, denen er eine Vorrede beifügte, die
eine Beschreibung und Verbesserung der
Instrumente, womit jene Anstalt versehen
war, enthielt. Im Jahre 1770 erhielt
S lop die Stelle eines Professors der
Astronomie und 1771 ließ er die Theorie
über den Lauf der zwei in den Jahren
1769 und 177l) erschienenen Kometen
drucken, wovon die Theorie des ersten
auf seine eigenen Beobachtungen sich
gründete. Diese Albeit wurde auch in
den sechsten Band der Sammlungen des
Institutes von Bologna aufgenommen
und gedachte Gesellschaft erwählte ihn
deßwegen auch unaufgefordert zu ihrem
Mitglieds. I n den Jahren 1773, 1778,
1789 und 1793 erschienen in jedem Jahre
seine ferneren vierjährigen Beobacrtun«
gen. Den sechsten und letzten Band gab
sein ältester Sohn, damals Gehilfe, unter
Leitung des Vaters, im Jahre 1793 her»
aus. Im Jahre 1782, vierzehn Monate,
nachdem Herschel den neuen Planeten
Uranus aufgefunden hatte, warS lop
der Erste, der hierüber eine Berechnung
ankündigte, welche mit einem Unterschiede von wenigen Secunden durch seine eige>
nen vielfältigen Beobachtungen bestätigt
wurde. Diese Arbeit kam zu einer Zeit
heraus, wo noch Mancher diesen Planeten
für einen Kometen ansah, und dessen para-
bolische Laufbahn der berühmte B o sch o-
vitsch entwarf, welche nach den S lop ' -
schen Beobachtungen von dem wahren
Laufe um mehrere Grade abweicht. S lop
entwickelte die Bahnlinie aus eigenen
Beobachtungen, die er im Zeitraum von
neun Monaten und sechs Tagen ange»
stellt hatte, wahrend welcher Zeit der
Planet nur einen Bogen von 3^2 Graden
in seiner Laufbahn zurückgelegt hatte.
Außer den angezeigten Werken befinden
sich noch mehrere Arbeiten von S lop in
den Ephemeriden von Berlin, andere
wieder sind in den Acten der Zocistaitii-
liana äLil6 soien^o enthalten, unter
deren vierzig Mitgliedern S. seit ihrcr
Gründung schon erscheint.' Die Titel
der astronomischen Arbeiten S l o v's sind:
2
4".)', Fortsetzungen davon (ebd. 1774,
1778. 1789 und 1793); — ,
(id. 1771, l'ol.)) auch im VI. Bande dec
'itt" (id.
1782, 4".); —
im VII I . Bande (1799) der
lI.Ä ZooiütH itcüiknk); — „Ueber die
von Ptolomaus angenommene Fort-
rückung der Fixsterne in der Lange", in
Bode'S „Jahrbüchern" 1779; — „Von
der Zeitgleichung" (ebd. 1778); — „Ueber
Bernouilli's Formeln und Tafeln für das
Mittagsfernrohr" (ebd.); — „Von der
geographischen Länge von Pisa und Ro«
ch on's neuem Mikrometer" (ebd. 1780);
— „Astronomische Beobachtungen und
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Sinacher-Sonnenthal
- Volume
- 35
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1877
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 388
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon