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Smole - 493 Smolenb
kaum einzubeziehen ist — sind von Schul»
meistern und Halbgelehrten gedichtete
Lieder auf Napoleon, Massen a,
Marmont u. A. in Erinnerung an die
französische Invasion in Krain, die ihre
Spuren auf die dortigen Verhältnisse
ziemlich tief eingedrückt hat. An lyr i-
schen, namentlich kleineren, den polni-
schen Krakowienken oder österreichischen
Schnadahüpfeln ähnlichen Liedern ist
eben kein Mangel,, aber nur wenige da-
von haben wirklich poetischen Werth. An
der Verkommenheit des slovenischenVolks-
liedes trägt, wie Smole dieß auseinan»
dersetzt, die Geistlichkeit schuld, die in der
zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts,
in strengreligiösem Fahrwasser steuernd,
allen weltlichen Gesängen die Fehde an-
kündigte und hingegen den religiösen Ge>
sang in den Vordergrund stellte. Gewiß
könnte auch in diesem das Volkslied zu
seiner vollen Geltung kommen, denn die
religiöse Stimmung kann ganz gut eine
volksthümliche sein, und auch poetischen
Reiz könnte es besitzen, dem ist aber leider
nicht so. Diese Lieder, meist von Weibern
an langen Herbst« und Wmter'Abmven in
der Spinn
stube
gesungen, sind kaum etwas
mehr, als in Reime gebrachte Gebetprosa,
in welcher nur zuweilen die Melodie,
durch ihren manchmal kunstförinigen An-
strich hervorsticht. Es war daher ein
verdienstliches Unternehmen, das
sich An-
dreas Smole zur Aufgabe stellte, die
krainischen Volkslieder zu sammeln, von
denen bis dahin nur Weniges in den von
Mich. Kastelizh herausgegebenen vier
oder fünf Heften der „KrainischenBiene"
(KrHjnLkN ^lideliog.) enthalten war.
Was aus Smole's Sammlung, die er
etwa um 1830 in Handschrift beisammen
hatte, geworden, wohin sie gerathen, ist
nicht bekannt. Ueberdieß hat Smole
auch sonst um die Feststellung einer slove. nischen Rechtschreibung sich verdient ge<
macht. Herrschte doch bis dahin in der
krainischen Rechtschreibung argeZerfahren»
heit, welchem Uebel zu steuern Männer
wie:Kopitar>M.XII)S.?37). Vod-
nik, Raunicher^XXV, S. 43^, P o-
tocnik M . XXIII, S. 174. Qu. 1^
Metelko ^Bd. XVIII, S. 21) und
Smole ernstlich versucht und darin un-
bestreitbare Verdienste sich erworben
haben. Von Smol e's (irrig auch Smola
genannt) übrigen schriftstellerischen Arbei-
ten sind anzuführen: Die Uebersetzung
eines englischen Lustspiels, betitelt ^Vard^;
ferner gab er 1840 Linhart's Lustspiel
„U^tisliel! so Zkeni", eine Bearbeitung
der Hochzeit des Figaro von Beaumar-
chais, und die Gedichte von Vodnik
heraus.
8I0VQ1K Ukucn?. Ü.sä2>ktar 1)?. V'i-HQt.
I^aä. Ii. i6Fsr, d. i. Converslltions'Lexikon.
Redigirt von Dr. Franz Ladisl. Rieger
(Prag 1839. I , L. Kober. Lec.-8°.) Vd. VI I I ,
S. 703.
Sllioleutz (Kriegsminister
in Griechenland unter König Ot to, geb.
in Zara in Dalmatien). Ueber das Vor«
leben Smolcntz', wobei auch noch die
Richtigkeit dieses Namens in Frage kommt,
liegen keine zuverlässigen D^ten vor. Wie
unsere Quelle berichtet, hätte, nach seinen
eigenen Aussagen, derselbe in der k. k.
österreichischen Armee, u. z. als Officier in
einem HuszareN'Regiment. gedient. Wann
und warum er ausgetreten, wird nirgends
berichtet, wohl aber, daß er nach Griechen»
land gegangen, dort Kriegsminister unter
König Ot to geworden, dann die Tochter
des Eparchen von Attika geheirathet
und mit Hilfe der Mitgift seiner Frau
einen Gartengrund in der Nähe von Athen
für die mäßige Summe von 2309 Drach«
men erworben habe. Binnen kurier Zeit
war es ihm durch entsprechende Bewirth-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Sinacher-Sonnenthal
- Volume
- 35
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1877
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 388
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon