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Smolka 208 Smolkll
fällt mit der Broschüre: „Der Rhein und die
Weichsel" zusammen, und vielleicht besteht
ein geheimer Conner und eine gemeinschaft»
liche Beeinflussung beider.") —Adolph Neu«
stlldt entwirft im dritten Hefte seiner
Reichstags-Gallerie" (Wien 1849. Iasper.
HĂĽgel und Manz, 8".). worin er geschriebene
Porträts der hervorragendsten Deputirten des
ersten österreichischen Reichstages mittheilt,
folgendes Bild Smolka 's : „Smolka:
männlich schöner Kopf — eine Physiogno«
mir. welche sirengen Ernst mit freundlicher
GutmĂĽthigleitverbindet; ein GemĂĽth, welches
durch die bitteren Leiden einer jahrelangen
unverdienten Kerkerhaft nicht verbittert und
verstimmt, sondern vielmehr mild und nach-
sichtsvoll gemacht, aber von seiner Ursprung»
lichkeit nichts eingebüßt hat. Smolka ge»
hört seinen Grundsätzen und seinem Charak»
ter nach zu den werthvollsten Mitgliedern
der äußersten Linken. Er verbindet Strenge
und Schärfe echt demokratischer Grundsatze
mit republikanischer Einfachheit und Duldung
anderer Tendenzen. Der beste Beweis, daĂź
er wahrhaft fĂĽhlt und daĂź ihm Heuchelei
fremd ist, weil er fie bei Anderen nicht oor>
aussetzt — mit einem Worte: er ist eine
demokratische Individualitat, mit ihren Vor<
zügen und ihren Mängeln Zu den letzteren
rechnen wir ein vielleicht zu groĂźes MaĂź von
Unparteilichkeit — und Objectioität. Von
den zwei Richtungen, welche, die Polen in
der Kammer vertreten: der polnisch^aristokra»
tischen, zu welcher Lubomirski , D i>
lewski und zum Theile Po to c kj gehören,
und der polnisch-demokratischen. gehört mit
Borkowski, Hubicki , Sierakowski.
Smolka zu den letzteren Als Redner
istSmolka rein ausgeprägt in seinen Grund-
motiven — präcis und drastisch in der Aus'
führung. Er besitzt die schätzenswerthe Gabe,
kräftig zu sein und markig, ohne die Gefühls'
grenze der Persönlichkeit und des AnstandeS >
zu berühren — rücksichtslos, ohne verletzend
zu sein. — Durch die Octoder'Ereignisse,
welche den Präsidenten Strobach zu einer,
wenn auch nicht in der Geschäftsordnung,
gewiß aber durch die Umstände motivirtrn
Tagesordnung — nämlich zum selbstertheilten
Urlaub bestimmten — wurde Herrn Smolka
als Vice«Präsidenten der Vorsitz zu Theil.
Er hat zumal während der ühten Epoche
viel Tact und Umsicht in der Leitung be-
wiesen, und wenn auch. wie er bescheiden
genug war, einzugestehen — seine Wahl zum Vice-Präsidenten mehr ein Zugestänoniß der
Nationalität war — so kann er seine nach.
trägliche dreimalige Wahl zum Präsidenten
sowohl in Wien. als auch später in Kremsier
jedenfalls der vollen Anerkennung seiner wahr«
haften Befähigung für diese in einem parla.
mentarisch noch so wenig vorgeschrittenen
Hause, wie daS österreichische, doppelt schwie«
riae Stellung beimessen Smolka's
Bart ist historisch bekannt und nicht nur der
größte, sondern auch der schönste, den ich sah".
— NaroÄni Nst?, d. i. National-Zei'
tung (Prag,. Fol.) 186l, Nr. 230. im
„Feuilleton" Apolitische Charakteristik der sla»
vischen Abgeordneten, darunter auch S.'6).
I I I . a) Porträte. 1) Unterschrift: „Franz Smolka,
Abgeordneter fĂĽr Lubaczow in Galizien".
Daneben das Facsimile seines Namenszuges:
Ioh. Werner, lith. (Wien 1848, Fol.).
sIn Nationalgarde'Uniform. ganze Gestalt.^
2) Unterschrift: Facsimile des NamenszuaeS
„Smolka". Kr i rhuber, lith. 1861, Knie-
stück (Halbfol.. Wien). — 3) Holzschnitt,
ohne Angabe des Zeichners, im Journal
„Zeit-Bilder" (Pesth. 4») 186l, S. 168. —
4) Unterschrift: „I'ranoiZsek smolkk". Treff-
licher ähnlicher Holzschnitt, ohne Angabc deS
Zeichners und Xylographen, im „I'osttzv"
1861. Heft 6. — 3) Holzschnitt in ganzer
Figur von N. im .,?52>-^(:iol 6omo>v>'", d. i.
im Hausfreund (Lemberg. 4".) l86l, T. l22.
— 6) Briefmarken«Photographie. Sehr ahn»
lich und selten (1862). — 7) Unterschrift:
„Franz Smolka". Nach einer Photographie.
E(duard) H(allberqcr'e) Xylographische)
A(nstalt). Ohne Angabe des Xylographen,
in „Ueber Land und Meer" 1862. S. 6!>.
— 8) Unterschrift: „Or. Franz Smolka".
(Nach einer Photographie.) Xylographie ohne
Angabe drö Zeichners und Xylographen, in
Waldheim's „Illustrirter Zeitung" 1«62.
S. 1 — i)) Unterschrift: „I'ranti^.'Icslnolk^".
Olo loto^r. Ici-<'.^IiI ^. II. Holzschnitt, ohne
Angade des Xylographen, ilu „ttvötoxor"
1868. Nr. 42. S, :!U7. — 10) Uebrrschrift:
„Dr. Smolka". (Gcz.) Klic. Ioh. To«
massich «c.>. im „Flod" 1". April 18?0.
Nr. 13. — 11) Unterschrift: ^rkuei^ok
t, in u^ v. l i^o^üt 3 x > nil^ ü « k i , d. i. Ge-
zeichnet nach der Photographie von Mar-
tin uw. Geschnitten von Szymanöki in
der „Ur6>?ka.", d. i. Ameise, l«7». S. !»?.
— 12) Unterschrift: „Sinolka". Holzschnitt,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Sinacher-Sonnenthal
- Volume
- 35
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1877
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 388
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon