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Sobek (Genealogie) 222 Sobek (Genealogie)
Familiennamen bei. Man hatte dieĂź einem
seiner ruhmvollen Thaten wegen gepriesenen
Sobek von Kornitz, der um 1340 gelebt,
zu Ehren gethan. Es ist dieĂź etwa ein Vor-
gang, wie er bei den Schafgotsch Statt
hatte. Dieser Sobke liegt in der Kirche zu
Voruba im Troppau'schen begraben, und im
Jahre 1730 war daselbst noch seine Grab
schrift zu lesen. Die Sobek besitzen den
böhmischen alten Herren«, denbohmi
schen und Reichsgrafenstand. Mi
Diplom ääo. 27. November 1634 wurde
dem ganzen Geschlecht der Frciherrn.
stand verliehen und derselbe mit Diplom
6äo. 26. August 1637 erneuert. Im näm
lichen Jahre mit Diplom vom 3U. October
erhielten die Sodek den alten böhmi,
schen Herren stand und am 18. October
1716 erlangte Kar l Heinrich Sobek von
Kornitz das Grafen«Diplom. Den Namen
Kornitz fĂĽhrten sie von einer Besitzung im
Ratibor'schen. die den Sobek's einmal an-
gehört hatte. Die Familie blüht in Oester«
reichisch-Schlesien und in Alt-Vorpommern.
Die Sobrk von Kornitz theilten sich zu
Anbeginn des is. Jahrhunderts mit den
Söhnen des Freiherrn Nudolph Sobek von
Kornitz. mit Maximil ian Heinrich und
KarlHeinrich in zwei Linien: in die sreiherr-
liche, welche zur Stunde noch blĂĽht, und in
die gräfliche, mit Ferdinand Graf Sobek
im Jahre 1837 erloschene. Die Sobek's
bekleideten hohe Aemter und WĂĽrden: so
waren mehrere von ihnen Landeshaupt
leute und Landeskanzler von Teschcn, dann
Oftveln und Natibor, von Troppau und
Iägerndorf und auch durch ihre Ghen traten
sie mit den ersten Familien, wie mit den
Falkenhain. Vetter von der Li l ie,
Sau r au. Weichs. Wilczek. Tenczin,
Henkel, Skrb ensky, Verougo u. A., in
verwandtschaftliche Beziehungen.
Einzelne Familienglieder der Familie Sovek von
Kornitz. 1. Ein Iaruschka von Kornitz
zeichnete sich im Jahre 1319 in Deutschland
in einem Treffen gegen die Franzosen durch
Tapferkeit aus. — 2. Sobko de Kornic
stand im Jahre 1337 bei dem Herzog Kasi»
mir zu Teschen in besonderem Ansehen. —
3. Nalthasar Sobke bekleidete im Jahre
1489 bei dem Herzog zu Oels. Conrad
Albus . die Stelle eines Rathes, und
4. Albrecht Sobke hatte dieselbe Stelle
bei eben diesem Fürsten inne. — 5. Dem
Heinrich und George Sobecker von Kor» nitz wurde im Jahre 163? von Kaiser Fer»
dinand I I I . der Freiherrnstand bestätigt,
nachdem ihre Vorfahren schon eine geraume
Zeit den gräflichen Titel nicht mehr ge-
fĂĽhrt und sich nur zum Nitterstande gehalten
hatten. — 6. Ein Burian Sobck von
Kornitz, Kanzler der Altstadt Prag. ward
wegen Abhaltung lutherischen Gottesdienstes
am 9. August auf Befehl des Primas Io<
hann Plläek von Wrat verhaftet und am
5. Mai 1525 aus Prag gefĂĽhrt. Bur ian
Sobek hat die Chronik des Johann Karion
aus dem Lateinischen in's ^echische ĂĽbersetzt,
welche zu Leitomischl 15541 bei Alexander
(44 Bogen in 4".) gedruckt erschienen ist;
ein anderes Werk Burian'S ist seine,,Xro>
uika, di'ktrn «02k)'od, a. niora^vLlcveli ocl i'.
1482—1532«, d. i. Chronik der Böhmischen
und Mährischen Brüder vom Jahre 1482 big
zum Jahre 1232. sV«?l</man?l ^/os.^, üi>
5toi'1o litsratur^ ĂśoLks, d. i. Geschichte der
äechischen Literatur. Zweite Ausgabe (Prag
1849, 3?. Hiwnäö, 4«.) S. 143, Nr. 282;
S. 157. Nr. 609 und S. 62?^. — 7. Nu-
dolph (I.) Sobek von Kornitz. ein Sohn
des Freiherrn Georg, war 1674 kaiserlicher
Rath. nachher Oberster Richter. 1693 Lan-
deshauptmann des Fürstcnthums Tcschen. —
8. Sein Sohn. gleichfalls Nudolph (II.).
Herr auf Nuditz. Lcmdek und Vobck. starb
1720 als Landrökanzlor des Fürstenthums
Teschen. Seine beiden SĂĽhne Marimi-
l ian Heinrich und K a rl H e i n r i ch sine
die Stifter der zwei kmien, dor gräflichen,
deren Stammvater Karl Heinrich, und
der freiherrlichen, deren Stammvater Mari«
mi l ian Heinrich ist, — 9. Kar l Hein<
rich wurde am 16. Octobcr 1716 in den
Grafenstand erhoben. I72u zum Landcöhaupt^
mann der FĂĽrstcnthĂĽmer Oppeln und Nati-
bor ernannt, wurde alsdann geheimer Nath
und starb als solcher am 17. Jänner 173l>. —
1«. Seine Tochter Helene (gest. 1?i><) war
dreimal vermalt, zuerst mit Golllk'l'Frcihetrn
von Crucl); zum anderen Male mit dem
preußischen General Wilhelm von Asia», einem
Neffen des berĂĽhmten Generals, dessen Witz
und Geist ihn zum Lieblinge Friedrich's I I .
gemacht und über den cin ganz ergötzliches
Buch: „Leben und Thaten des General«
Lieutenants und Commandanten von Kyau".
3 Theile (Leipzig 1772) Näheres berichtet.
Helenens Gatte war aber selbst ein aus'
gezeichneter General, ein Vater der Solda»
ten, gebildet in Wissenschaften und KĂĽnsten.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Sinacher-Sonnenthal
- Volume
- 35
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1877
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 388
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon