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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
Page - 226 -
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Page - 226 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Volume 35

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Sobri 226 Söbri von Dr. Oranz Lad. Nieger (Prag 183Ä, Kober. 3ex..8°.) Bd. VI I I , S. 745. Ein Ignaz Anton Sobotka (geb. im Iahr< i8l2. gest. zu Gratz am i2. März 1 lebte als praktischer Arzt in Gratz und ha folgendes Werk herausgegeben: „Balneogra phjsch«thercipeutische Abhandlung über Mine ralwässer im Allgemeinen und über die Heil quellen Deutschlands insbesondere, mit vor« züglicher Berücksichtigung des österreichischen Kaiserstaates u s. w." (Wien 1843, gr. 8°.). Söbri, Iozsi (ungarischer Räuder hauptmann, geboren in Ungarn, Ge- burtsort und Jahr unbekannt, Todes jähr unbekannt). Schon imXXXI. Theile dieses „Biographischen Lexikons" wird auf S. 68 dieses förmlich zur mythischen Person aufgeputzten Räubers unter dem Artikel Scdobri , Georg, gedacht. Es werden dort mannigfache Daten ange geben, welche durch neuere, dem Verfasser zugekommene Quellen nicht unwesentliche Abänderungen erleiden. Indem der Autor derselben sich ausdrücklich nennt, zudem der Charakter dieser Mittheilungen ein derartiger ist, daß die Annahme, wir haben eS hier mit Angaben zu thun, die der Wahrheit zunächst kommen, gerecht- fertigt-erscheint: so mögen die nun hier folgenden Mittheilungen theils als Er« ganzungen, theils als Berichtigungen des im XXXI. Bande enthaltenen angesehen werden. Söb r i oder auch Schobri. dieser merkwürdige Räuber, der durcd die Kühnheit und Geschicklichkeit. mit welchen er allen Verfolgungen entging, sich einen Namen in ganz Europa ge» -macht, irieb sein Unwesen in den Jahren 4836 bis 1838. Ueber seine Geburt, wie über. sein Ende herrsckt bis heute ein tiefes, nie gelichtetes Dunkel. Es heißt: er wäre in einem Gefegte gegen die kaiser- lichen Uhlanen in den Wäldern des Tol- naer Comitates gefallen. Diese An- nähme ist eine unverbürgte; wahrend die Vermuthung, daß er statt niederer Ab' stammung, wie gesagt worden, Fleischer zusein, vielmehr einer hochadeligen un- garischen Familie entstamme, durch viele feststehende Thatsachen veranlaßt und be- gründet ist, obgleich Beweise dafür auch nicht vorliegen. Daniel von Kaszony, dem wir die interessantesten Aufschlüsse über Ungarns Rauberleben verdanken, bemerkt anläßlich Sobr i 'S, daß er, da sein (Sobri's) Name einem der ersten Ge- schlechter Ungarns angehört, denselben, indem er das, was er über Sobr i weiß, zum ersten Mal vor die Oeffentlichkeit bringe, nur mit dem Anfangsbuchstaben bezeichnen könne. Ein Graf L- ----- . der eines der hübschesten und größten Gestüte in einem der Theiß. Comitate besaß, hatte einen Roßwärter NamenS Säbr i , der ein Csikos (Pferdehirt) und weiter nichts war. dessen Namen aber von dem später als Räuberhauptmann aufgetauchten Sobr i nur benützt wor» den war. Von den sieben Söhnen des Grafen hieß der Zweitälteste Joseph ozsi), welcher zu Sarospatak im refor« mirten Colleginm studicte. Wie es unter Studenten oft vorkommt, bildeten auch die Sä,rospataker eine Verbrüderung, welche sich „Comitat" nannte, da sie ganz nach der damals bestandenen Comitats- Organisation eingerichtet war. Der Chef des Eomitats hieß Obergespan und z>,l diesem wurde Graf Joseph, als Reich- ster, gewählt. Dieser aber nahm die Wahl nicht an. „Ich will außer dem Gesetze stehen", sagteer, „ich werde allerhand Schelmenstreiche verüben, fangt mich. überweist mich, daß ich Dieß oder Jenes gethan, wenn ihr es könnt'. Ich werde Kuck ein Schnippchen schlagen und das wird mir mehr Spaß machen, als Euer llnführer nder Obergespan zu sein. Ein Comitat ohne Räuber taugt ohnehin
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Sinacher-Sonnenthal
Volume
35
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1877
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
388
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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