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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
Page - 228 -
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Page - 228 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Volume 35

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Söbri 228 Sobri zu Grunde liege und die in den erwähntei Zeitraum fallen, gern zu erzählen, und s< würde stch denn die Räubergeschichte S o b ri's in eine anderthalbjährige Räuber Maskeradedes GrafenIoseph auflösen die dieser, nachdem er sie satt bekommen, oder nachdem er über die ernstlichster gegen den Räuber aufgebotenen Maß regeln doch besorgt geworden, abgeleg hatte, um einfach wieder als Graf I o sep h 3. aufzutreten. Unmöglich war das in jenen Tagen der Räuber-Romantik, welche Räzsa Sändor bis in unser Zeit hineinzuspielen nickt ganz erfolglos versuchte, und welche auf den ungariscker Globus eine Gloriole ganz eigener Ar wirft, gewiß nicht. Und der Umstand daß es nie gelungen, desRäubers So b r habhaft zu werden, bestärkt diese An nähme. Die Räuber»Abenteuer S 6 bri's reihen sich würdig an die groteökesten Geschichten eines F raD iavo lo , Gas parone und Leone. Welcher Art ste waren, möge die folgende, deren Wahr heit verbürgt wird, beweisen: Eines Tages erhielt der Erzbischos von Erlau ein Schreiben, in welchem er aufgefordert wird, eine Summe von mehreren tausend Gulden bereit zu halten, da Schreiber dieses Briefes sie persönlich abholen werde. Der Erzbischof wird in dem ganz lakonisch gehaltenen Brief übrigens ernst» lich ermähnt, von der SachekeinAufhebens zumache», und aufgefordert, dem Schrei- ber desselben einen freundschaftlichen Em» pfang zu bereiten. Die Bestürzung des Erzbischofs war keine geringe, als ihm die Unterschrift des Briefes den Namen des damals im Zenith seines Räuber' Ruhmes stehenden Sobr i zeigte. Die ganze Haltung des Briefes ging über den Spaß hinaus, und der Erzbischof, dessen Besorgniß keine geringe war, traf die er« forderlichen Vorsichtsmaßregeln. Um die Mittagsstunde eines der nächstfolgenden Tage rollte vor die erzbischöfliche Rest. denz eine Equipage, welche unverkennbar das Gefahrt eines hohen kirchlichen Wür« dentragerS war. Aus derselben stieg ein Bischof im gewöhnlichen Hausorna.te, von seinem reich galonirten Bedienten unterstützt. Der Ankömmling stellte fich dem Erzbischof als ein neu ernannter Bi- schof Ungarns vor und fand die achtungs« vollste und herzlichste Aufnahme. Die Tafelfreuden hatten die frohe 3aune der beiden Kirchenfürsten gesteigert und nach Tische zogen sich beide, um inintiiniF oder gar in Ltriow oMciosis zu plaudern, in die inneren erzbischöflichen Gemächer zu- rück. Sie saßen so da gemüthlich plau- dornd, als der fremde Bischof mit einem Mal sich von seinem Sitze erhob, zur Thüre schritt, an derselben den Riegel vorschob. auS seiner Brusttasche ein Doppelterzerol hervorzog, es auf den Erlauer Erzbischof anlegte und mit leiser, doch genug ver- nehmlicher Stimme diesem zurief: „Kei- nen Laut oder ich schieße sie nieder. Ich bin Sobr i und komme um mein Geld". Der niedergedonnerte Erzbischof schien nach Fassung zu suchen, als ihm Sobr i weiter zurief: „Meine Gefährten sind n der Nähe. wenn Sie um Hilfe rufen, o sterben Sie und wird Ihr Palais an» gezündet. Also geben Sie rasch das Geld und dann geleiten Sie mich, als weim nichts vorgefallen wäre, freundlich u meinem Wagen, der, wie Sie sehen önnen. bereits eingespannt vor dem Thore Ihres Palais steht". Mehs instinctiv ls freiwillig öffnete der Erzbischof ein ^Heimes Füch seines Arbeitstisches und angte aus' demselben ein ansehnliches packet Banknoten herauS,welchesS6b ri süchtig prüfte, und mit den Worten: „es ird wohl richtig sein", zu sich steckte. Darauf fuhr Säb r i fort: „Seien Sie
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Sinacher-Sonnenthal
Volume
35
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1877
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
388
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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