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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
Page - 236 -
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Page - 236 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Volume 35

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Sojer 236 MchZM" (Linz 1872). Das Gedich „Hohensalzburg", im Versmaße der neuen Nibelungenstrophe gehalten, welches di Geschichte des Landes Salzburg aus den Jahren 1606 big 1325 umfaßt, rich lete zuerst in weiteren Kreisen die Auf merksamkeit auf S.', der zweite Thei' dieser Dichtung soll die Sagenwelt Salz> burg's in epischer Form behandeln. Von anderen Arbeiten, mit denen sich S. be> sä'äftigt, siiw: Emehistorische Studie über Wolf 3 i et r i ch, Erzdischofvon Salzburg und eine Geschichte der Wiedertäufer in Tirol, in welcher Balthasar Dosser di Hauptrolle spielt, anzuführen. Kleinere zerstreule Arbeiten theils belletristischen, lheils ernsteren Inhaltes enthielten seiner Zeit das Wiener Tagblatt, das Neue Fremdenblatt und die Salzburger Local dlatter. Auch sei noch bemerkt, daß der in Linz noch bestehende gesellige Verein der „Namenlosen" von S. im Jahre 1866 angeregt und mitbegründet wurde. Sohn lebt zur Zeit in Ried in Ober» Oesterieich. Reue i! 1 ustrirte Zei tung. Nedigirt von Johannes Nord mann (Wien. Zamarski, ll. Fol.) 1874, im 2. Bande. — Salzdur, ger Zeitung 4864, Nr. l98, im Feuille- ton : „Salzburaer Reimchronir von Alois Sohn". — Dieselbe 1862. Nr. 263. im Feuilleton.- „3er Bauernkrieg oder das be< lagerte Huhensalzdur^", Noch sei eines zeitgenössischen Künstlers Na. mens Gebhard Sobn erwähnt, uon dem in der Novembcr-Ausstellung 1864 des östel» reichischen Kunstuereins in Wien eine Modell» skizze sammt Brunnenzeichnung für üaö pro» jectirte Hayi>n »Monument zu sehen war. Ueber andere Arbeiten dieses Künstlers ist nichts bekannt. Sojer, Johannes Capistran (Fra n.z- zis kanermönch, geb. Schwaz in Tirol 24. Jänner 1798. gest. zu K a l- tern ebenda 4. Mai 1863). An diesen Namen knüpft sich eng die Geschichte der ekstatischen Jungfrau Maria von Mör l M . XVIII , S. 423). die er von Kind- heit an geleitet und deren ekstatische Zu. stände die Aufmerksamkeit nicht nur Ti- rols, sondern des fernen Auslandes im hohen Grade auf sich gezogen hatten. Sojer war frühzeitig Laiengehilfe im Franziskanerkloster zu Schwaz, hatte dann seine Studien in Hall gemacht und gehörte zu den Ersten, welche in die.durch die Revolntionsstürme aufgelöste, im Jahre 1816 wiederhergestellte nordtiro- lische Franziskaner-Ordensprovinz einge« treten waren. Sein Eintritt war am 13. November 1816 erfolgt, am 21. No- vember 1819 hatte er die Ordensgelübde abgelegt und am 10. März 1822 die erste Messe gelesen. Seit 1826 verweilte Pater Eapistran — so wurde er gemei- niglich genannt — in Kältern und war da eine bei Einheimischen, deren öffentlicher und heimlicher Rathgcber er war, wie bei Fremden, welche die ascetische, fast un« heimliche Erscheinung mit gemischten Em- pfindungen betrachteten, eine allgemein gekannte Persönlichkeit. Seine lange, hagere, mehr einem wandelnden Leich« nam, denn einem lebendigen Menschen ähnliche Gestalt flößte den Einfaltigen Furcht und Schrecken, den Starken Un« behagen und das Gefühl deS Unheim- lichen ein und als später die Erscheinun« gen mit Maria von Mör l in Scene ge> setzt wurden, trug das nicht wenig dazu bei, die oberwahnten Empfindungen zu steigern. Obwohl durch den steten Ver kehr mit Maria von Mör l auf daS Ge- biet der Mystik hinübergezogen, vergaß er doch nebenbei nickt, die übrigen Auf« gaben des Mönchs und auch als solchen ehen wir ihn eine fast an'S Unglaubliche streifende Thätigkeit entfalten. Viermal stand er dem Kloster zu Kältern vor als Guardian und war gleichzeitig Lector der
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Sinacher-Sonnenthal
Volume
35
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1877
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
388
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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