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SoK«, Mathias 239 , Johann Erasmus
spielte täglich die Orgel in der Kirche
von Wilimow. Auch ertheilte er Unter«
richt in der Musik und wenngleich seine
Schüler ihn als ihren Lehrer wohl zu
würdigen wußten, im Uebrigen kümmer-
ten sich die Wilirnower wenig um ihn und
ahnten gar nicht den bedeutenden Meister,
der in ihrer Mitte leble. Er wäre viel»
leicht gänzlich unbekannt geblieben —
denn die alteren Musiklexika von Gerber
u. A. kennen ihn gar nicht dem Namen
nach — wenn nicht spätere Musikforscher
auf seine bedeutenden, namentlich kirch«
lichen Kompositionen aufmerksam gemacht
hätten. Einer seiner Schüler Wenzel
Dolezalek. dann Chordirector zu
Iglau, besaß das thematische Verzeichniß
sämmtlicher Kompositionen Sojka's,
welche die stattliche Zahl von dreihundert
umfassen; e6 befinden sich darunter nicht
weniger denn 4l) Sonn« und Feiertags«
Messen, der größere Theil davon alla
capsUa. mit fugirtem Styl, 8 Litaneien.
2 Requiem, 2 l e veurQ 1auäHlliü8, dann
über 100 Offertorien, Graduale, Lieder,
Ill'HFnitioll.t) VOnl äHnots 8pii'itaL) Prä»
ludien und Fugen für die Orgel. Wie
man auS einer ganz lückenhaften Mitthei«
lung in der äechischen Musikzeitung „Da.-
lidor" erfährt, hätte die zurückgelassenen
Compositioncn Sojka's der bekannte
Musikkritiker Graf Laurencin d'Ar-
m a nd j M . X IV , S. 222^j nach Wien
mitgenommen, um darüber zu schreiben
und hätte im Jahre 1860 auch dem Ne«
dacteur des „validor" versprochen, er
wolle ihm eine Mittheilung überSojka
seiner Zeit zukommen lassen, doch ist bis
4862 nichts dergleichen erfolgt. Die
biographischen Mittheilungen über S.,
wie auS Vorstehendem erhellet, sind sehr
dürftig. Einer seiner Schüler, Johann
Groß, berichtet. S. sei m seiner Jugend
Läufer bei Grafen M i l l e 8 imo gew.'sen. Die Zahl seiner Schüler war ziemlich
groß, und Einer von denselben ist der
nachmals berühmt gewordene Worzi>
schek. Dlabacz berichtet von ihm,
daß er zwei schöne Messen Sojka's im
Jahre 1786 auf dem Kirchen«Chöre zu
Naudnitz und mehrere andere Compo»
sitionen in Mahren angetroffen habe, von
denen er einige ihm Jahre 1788 in einer
musikalischen Akademie zu Brunn zu
hören so glücklich gewesen. Seyf r ied,
der seine kirchlichen Werke kennen zu ler«
nen Gelegenheit gehabt, rühmt ihnen
nach, daß sie im großen Style gehalten,
mit contrapunctischer Vollendung, Klar»
heit der Gedanken, andächtiges Gefühl
und Erhabenheit verbinden und an Se-
basrian Bach erinnern.
d. i. Dalibor. Zeitschrift für Musik. Theater
u. s w. V. Jahrg. (1862), Nr. 13. — Das-
selbe Blatt Nr 14. — 8lovni'!c nauöu?.
ksäkktar Dr. I'laut. 1^2.6.. k i s ^ s r , d i.
Conoersations «Lerikon, Redigirt von Dr.
Franz Lad. Riegen (Prag 1839, Kober,
Ler<8?.), Bd. V I I I , S. 763, — Dlabacz
(Gottfr. Ios,). Allgemeines historisches Künst-
ler«3e^ikon für Böhmen und zum Theile auch
für Mähren und Schlesien (Prag 1813. Gott»
lieb Haase, 4«.) Vd. I I I , Sp. 123 (Sogka).
— Gaßner (F. S. 1)i'.)< Universal.-Lerikon
der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem
Bande (Stuttgart 1849, Franz Köhler. Ler,<
8«.) S. 788.
Noch ist eines zeitgenüsM)en äechischen Schrift«
stellers zu gedenken, Namens Johann
Grasmus Sojka, der bisher nachstehende
Schriften veröffentlicht hat: „Xaä krodom
Ivarill, llavilöku, Vorovlikslio", d. i.
Am Grabe des Karl Havliüek Borouöki (Prag
^ 1'üutou '^", d. i. Alte Welt Gemälde der
Geschehnisse von den ältesten Zeiten bis zu
Beendigung dcr Kämpfe mit den Cimbern
uno Teutonen (Prag 1862, A. Kuranoa.
1(j0 ) — n^käi mu.2ovs. I3ioF!l>,tio a, elia-
Unsere Männer. Biographien und Charat»
teristiren slavischer Persönlichkeiten (Prag
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Sinacher-Sonnenthal
- Volume
- 35
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1877
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 388
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon