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) Angelo SoUmaN) Johann Franz
einer Neise nach Mailand fand er bei dem
damaligen General-Gouverneur der 3om
bardei, dem Erzherzog Ferd iand, die
huldvollste Aufnahme. So l iman er
reichte ein Alter von 70 Jahren und selbst
in seinen späteren Jahren blieb er sich in
seiner äußeren Erscheinung fortwahrend
gleich, so daß Personen, die ihn vor zwan-
zig oder dreißig Jahren gesehen hatten,
ihn für einen Sohn von sich selbst hielten
und darnach behandelten, was zu man«
chen Mißverständnissen und komiscben
tzui pro yuo's Veranlassung gab. Im
70. Jahre machte ein Schlagfluß auf der
Straße seinem Leben ein Ende. AuS seiner
schon erwähnten Ehe hinterließ er eine
einzige Tochter, welche die erste Frau
eines Freiherrn von Feucb ters leben
wurde und demselben den nachmaligen
Sudhüttenmeister in Aussee, Eduard
Freiherrn von Feuchte rs l eben, Stief«
bruder des Poeten und philosophischen
Schriftstellers Ernst sBd. IV, S. 210),
gebar. So geachtet in allen Kreisen
So l iman im Leben war, so konnte er
im Tode doch nicht einem den Menschen
an und für sich entwürdigenden Schick,
sale entgehen. Er wucde nämlich ausge«
stopst und plastisch in seiner natürlichen
Gestalt im Wiener naturhistorischen Mu-
feum aufgestellt, wo er im vierten Stock,
werke in einer besonderen, nicht Jeder«
mann zugänglichen Localität zu sehen
war — oder wohl noch zu sehen ist.
S o l i m a n war von mittlerer Größe,
schlank und schön gebaut und selbst seine
Gesichtszüge besaßen eine sonst Negern
nicht eigene Schönheit. I n allen körper«
lichen Uebungen gewandt, bewegte er sich
mit Anmuth und Leichtigkeit. Er besaß
nicht gewöhnliche Kenntnisse, sprach ita.
lienisch, französisch und deutsch vollkom.
men, vermochte aber auch lateinisch, böh>
misch und englisch sich auszudrücken. Ueber seinen Charakter laßt sich aus der vor.
stehenden Lebensskizze ein Urtheil fallen.
Streng sittlich, hielt er mit orientalischer
Zähigkeit unabänderlich an feinem gege«
benen Worte. Seine Tracht war orien»
talisch, einer Art türkischer weiter Klei»
düng, meist blendend weiß, wodurch die
glänzende Schwärze noch schärfer abstach.
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Uttöraturs (karis «808, klaraclan, 8".). ^Die
darin enthaltene Biographie Ang e l o Soli»
m an's stammt aus der Feder der berühmten
Karoline Pichler und gelangte durch Vrr»
mittlung einer anderen Daine an Henn
Grägoire, nachmaligen Bischofvon Blois.)
Soll'MllU, Johann Franz (Histo»
rienmaler, geb. in Dalmat ien im
Jahre 1716, gest. in Venedig imIahre
1784). Auffallend ist es, daß weder
Nagler in seinem „Neuen allgemeinen
Künstler.Lerikon", noch Francesco Za-
notto in seiner „^uoviZLimg. Auiäa, cli.
Venesia." (VenS^ia. !836, Vri2eAkOi>
l2".) dieses Künstlers gedenken. Soli«
man entstammt einer alten und hoch
angesehenen dalmatinischen Familie und
beschäftigte sich als Dilettant mit der
Malerei, wclche er von TiePolo erlernt
hatte. Er lebte meist zu Venedig, wo er
auch im Alter von 63 Jahren starb. Von
seinen Arbeiten in Venedig sind folgende
bekannt: in der Kirche S. Pietto di Ca»
stello auf der Insel Quinta Vak>, in
denn Pfarre Sol iman lebte, zwei
Altarbilder: „OhriZinö am Krknze, zn dessen
Fii25rn Maria nnd Magünlena", und „Nlr
ZuhaniltZ Evangelist nun himmlischem Feuer
beleuchtet ni,l> unter ihm die HZH.Prter nntl Pllnl
in schöner Waldgegend". Beide Bilder sind
im Jahre 1744 gemalt. Zanot to,
welcher in seiner oberwähnten „Auiäa.
äi Veme-ia" auf S. 232—238 die Kirche
S. Pietro di Castello ausführlich be»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Sinacher-Sonnenthal
- Volume
- 35
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1877
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 388
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon