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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Volume 38
Page - 111 -
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Page - 111 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Volume 38

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Steinle 111 Steinle Künstler in seinem Sinne ein Oester« reicher geblieben, und noch heute, ob« schon in Frankfurt angestellt, hat er nicht aufgehört, ein Oesterreicher zu sein, und lebt in der Fremde auf einen österrei» chifchen Regierungspaß. Das Atelier hatte der Künstler im S t ä d e l'schen Institute aufgeschlagen, und in Frank» fürt selbst herrschte in jenen Tagen ein regeS Kunstleben. Indessen hatte S. von König Friedrich Wi lhe lm IV. von Preußen den Auftrag erhalten, im Chor deS Kölner DomeS die neun En» gelchöre 2l lresoo auszuführen. Näh» rend er nun mit den Vorbereitungen zu dieser Arbeit beschäftigt war. hatte V e i t sich veranlaßt gefunden, seine Stelle als Director deS Städel'schen Institutes, welche er seit 1830 bekleidet hatte, niederzulegen. Es war dieS im Jahre 1843 geschehen. Als nun V e i t nach Niederlegung seiner Stelle sick in das sogenannte deutsche HauS nach Sach- senhausen zurückzog, um dort ganz sei- ner Kunst zu leben, folgte ihm auch Ste in le dahin. Dort wurde nun eine Reihe Ateliers ermiethet, denn V e i t's Scbüler zogen auch dahin, und eS ent» wickelte sich in dieser kleinen Künstler» Colonie alsbald ein recht gedeihliches Zusammenwirken. Wahrend der Sum- inermonate arbeitete Ste in le an den Fresken im Chor deS Kölner DomeS; die übrige Zeit ging unter Ausführung von Austrägen kunstsinniger Frankfurter Patricier und anderer Kunstfreunde hin. I n daS Jahr 1846 fallt ein bedeutender künstlerischer Austrag von hoher Seite. König Friedrich Wi lhe lm IV. hatte nebst Vei t , Cornel ius und Oder» beck auch Steinle aufgefordert, Ent- würfe zu der Nische des in Berlin neu zu erbauenden DomeS, worin die Er« Wartung des jüngsten Gerichtes darge« stellt werden sollte, zu machen. ES war daS ein ebenso ehrenvoller Auftrag. alS ein höchst interessanter Wettkampf zwi» schen vier Künstlern von solcher Bedeu» tung, welche sämmtlich eine r Kunstrich. tung, ohne jedoch ihre künstlerische In« dividualität aufzugeben, huldigten. S. schickte seinen Entwurf im Jahre 184-7 nach Berlin. Da brauste daS in alle Verhaltnisse tief einschneidende Jahr 48 heran und die Sachsenhäuser Künstler. Colonie stob auseinander. AuS dem deutschen Hause, dem bisherigen fried» lichen Külistlerheim. war eine Caserne geworden. Nur Veit ließ sich nicht ver> drängen und blieb in seinem Atelier, Steinle aber kehrte nach Frankfurt in das S t 5 d c l'sche Institut zurück. Die ! nächstfolgenden bewegten, der Kunst we> ! nig günstigen Jahre gingen meist unter kleineren Arbeiten, als Zeichnungen und Aquarellen, darunter freilich einige Per» len ihrer Art, hinüber. Von größeren Werken entstanden in jener Zeit nur zwei Marienbilder, nämlich eine ^Ma» donna" für Frau Rath Schlosser, für welcbe der Künstler überhaupt viel gear- beitet und sie bei seiner Verehrung für diese Dame mehrere Jahre hindurch zu Weihnachten mit den sinnigsten Künstler« spenden, meist Aquarellen oder Zeichnun» gen seiner Hand, bedacht hatte. Alle diese Kostbarkeiten von S t e i n l e's Künstlerhand gelangten nach dem im Jahre 1864 erfolgten Tode der Frau Rath in den Besitz ihreS Krben, des Frei- Herrn von Beruus und befinden sich nun, ein wahrer Kunstschatz, auf Stift Neuburg bei Heidelberg. Wie Frau Rath Schlosser, so gehörten auch Frau Schöff Brentano und deren Tochter Frau Iosevhine Brentano in den engeren Freundeskreis des Künstlers und diese freundschaftlichen Beziehungen gaben
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Volume 38
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Stehlik-Stietka
Volume
38
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1879
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
398
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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