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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Volume 38
Page - 119 -
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Page - 119 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Volume 38

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Steinle Steinle den ich aber leider nicht zu Gesicht bekam. Zwei der großen Cartons und sämmtliche zehn kleineren waren in der Kunst»Ausstellung, welche anläßlich der Eröffnung der neuen Akademie der bildenden Künste l877 in Wien statthatte, zu sehen. — 1865. 7) Fr es ken« Cyk lus in sieben Nischen in der Marienkirche zu Aachen, über das D o g m a der unbef leckten Empfängn iß . I. Die erste Nische (links) zeigt in halben F'guren die Patriarchen Abraham, Isaak, Jacob und David. An Abraham und Da« vid ist die Verheißung der Erlösung persön« lich ergangen; hier erscheinen sie also als die Repräsentanten des Geschlechtes der gött- lichen Jungfrau. Gegenüber rechts in der ersten Nische erblickt man ebenfalls in ha!» ben Figuren die vier großen Propheten Je» saias, Ieremias. Ezechiel und Daniel, welche im alten Bunde auf Maria und die Erfüllung der Zeilen hingewiesen haben. Diese Propheten halten Spruchbänder mit Schriftstellen, welche sich auf die seligste Jungfrau beziehen. In der Mitte dieser zwei Nischen knien die Stammeltern Adam und Eoa. zum Hinweise auf die Lehre uom Sündenfall; hinter ihnen zeigt sich der Baum der Erkenntniß mit der verlockenden Frucht. Adam und Eoa sind hilfesuchend nach der Mitte gewendet, woher sie die Er» lösung erwarten, und sind, weil nach dem Sündenfalle, bekleidet dargestellt. Unter Adam ist die Inschrift zu lesen: „Hasa iNnin .. . Hui xriiQU,3 koruiktuö vLt, vä,u,- xit, 2, äslioto 8uo. 8^9- X. l . 2. Unter Eva die Verheißung der Erlösung: „Iniiui- oitiäs gosnHllQ iutsr ts ot uiuliersin et 8SU16N tUUN st 8SIUSQ Nlius. 622. I I I . 15." — Die dritte Nische (oder die zweite links) zeigt den Propheten EliaS, welcher die Wolke aufsteigen sieht, niedergeworfen mit ausgestreckten Armen, womit die sehn» suchtsvollste Erwartung im alten Bunde an« gedeutet ist. I n der Wolke selbst, welche niederthauend dargestellt ist. erscheint das liebliche Bild der Jungfrau Maria. Gegen» über, in der vierten Nische, sieht man St. Ioa, chim und St. Anna, MariaS Eltern, wie sie sich unter der goldenen Pforte begegnen. Ein Engel schwebt über beiden und scheint sie mit seinen Armen zu vereinigen. Die fünfte Nische zeigt im oberen Raume die Kirchenväter der ersten Jahrhunderte, welche über das Geheimniß geschrieben haben: D i o n y s von Alerandrien, Ephraem den Syrer, Auaust in und ChrysostomuS im unteren Raume den h. Bonaventura — Die sechste Nische weistoben jene Päpste, welche bestimmte Vorschriften hinsichtlich des Geheimnisses gegeben: S i r t u s IV., P i u s V., Gregor XV. und Ale. ran der VII . , in der unteren Abtheilung P i u s IX. — Die siebente Nische, zugleich Hochaltarbild, stellt Maria selbst dar; über ihrem Bild sieht man die h. Dreifaltigkeit, um sie herum die Vorbilder aus dem alten Bunde. (Ob der in der Iosephscapelle der Marien« tirche in Oeltempera ausgeführte h. Joseph in diesen FreSkencyllus gehört, kann Heraus, geber dieses Lexikons nicht sagen.) — 18öV bis 187ft. 8) Die Fresken inderCape l le zu Kl ei ndeubach. einer fürstlich Löwen» stei N ' N e r t h e i m'schen Herrschaft in Un. terfranken. Das M i t t e l b i l d : „Maria Himmelfahrt". — An den beiden Sei» ten: „Mariä Verkündigung", — „Maria Geburt". — „Mariä Aufopferung". — „Ma. ria Vermälung" und „Mariä Heimsuchung"; als Z Wischenbi lder die Vorbilder auS dem alten Testamente, welche auf die hei« lige Jungfrau deuten. — An den v ie r P f e i l e r n : „Christus am Oelberg", — „Die Pieta". „Das Fegefeuer" und „Ma, ria mit der Christenheit unter ihrem Man» tel", — Dre iß ig Meda i l l ons mit den Schutzpatronen der fürstlichen Familie W e r thheim. Löwenstein. Die Zeich- nungen zu dem Fenster der Taufcapelle, ferner zu dem in Niello ausgeführten Deckel deS Taufsteines, die Taufe Christi vorstellend, dann zu den von dem Bild» Hauer Petr i gemeißelten Statuen der Ca> pelle und zu den für die Tabernakelthüren bestimmten Stickereien fino gleichfalls von Steinle. Auch in der Ausführung dieser Fresken wurde der Künstler von einigen sei» ner Schüler unterstützt. — 1876. 9) D i e Fresken im Münster zu Straßburg. Schon im Jahre 1820 wünschten Steinle's Freunde, daß ihm der Auftrag würde, die romanische Apside des Straßburger Domes auszumalen. Diese gute Absicht verwirk» lichte sich nicht, denn der Maler F landri n in Paris erhielt den Auftrag. F l a n d r i n reiste nach Nom, um dort die Kompositionen zu entwerfen. starb aber daselbst im März 1864 an den Blattern. Die ganze Ange» legenheit gerieth ins Stocken und blieb lie» gen, bis im Jahre 1876 dieselbe wieder aufgenommen und unserem Künstler die
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Volume 38
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Stehlik-Stietka
Volume
38
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1879
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
398
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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