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Steinmetz, Nikolaus 14? Steinmetz. Nikolaus
gest. zu Theresienstadt im Jahre
4798). Zwanzig Jahre alt. trat er l743
in das Ingenieur-Corps und war bei
Beginn deS siebenjährigen Krieges, 1756,
bereits Hauptmann im Corps. Er hatte
bis dahin bei dem Baue der Festungs-
werke in Olmütz, Neisse, Glatz und
Schweion'itz sich durch daselbst ange>
brachte Verbesserungen und Verstärkun»
gen sehr verdient gemackt. wurde bereits
4760 Major und im folgenden Jahre
Oberstlieutenant. Aber schon im Jahre
1738 wahrend der Vertheidigung der
Festung Olmütz. welche König Fried-
r ichII . am 30. Juni in Folge der durch
Daun ausgeführten Wegnahme eines
großen preußischen Convoi bei Domstädtl
aufzugeben gezwungen ward, bewies sich
S. als ein ebenso tapferer, wie umfich«
tiger Genie-Officier. Dc'r Feind errichtete
sofort nach der Einschließung der Festung
im Walde hinter dem Kloster Hradisch
die zur Belagerung erforderlichen Schanz«
körbe und Faschinen. Kaum war die
Nachricht dieses Vorganges in.der Festung
bekannt geworden, als Steinmetz die»
selben durch ein Detachement Croaten
verbrennen ließ. Als dann der Feind
später die Belagerung begann und seine
Trancheen eröffnet hatte, beobachtete
Steinmetz genau dessen Unternehmen«
gen und als er einen Fehler entdeckte,
ließ er sofort zwei Werke aufführen, sie
Nlit kleinem Geschütze armiren und zer»
störte nun die Arbeiten der Preußen der»
art, daß diese nach wochenlanger, vergeb»
lichec Mühe das Dobouchö von einer
anderen Seite vorbereiten mußten. Da-
durch wurde aber zunächst die Approchi»
rung verzögert und demzufolge endlich
die Belagerung selbst aufgehoben. Auch
sonst hat S. wahrend der Belagerung
die AngriffSaibeiten deS Feindes durch
Anlegung von Gegenwerken und Gegen- minen zu vereiteln gewußt. Rühmlichen
Antheil hatte er auch an der Belagerung
der Festung Neisse, October 1738, und
an der Erstürmung der Festung Glatz,
26. Juli 1760. Als im August 1762
der König von Preußen das im Oc>
tober 1761 von Loudon mit Sturm
genommene Schweidnitz zu belagern be>
gann, befehligte Steinmetz die in der
Festung befindlichen Genietruppen. Durch
eine auf der Anhöhe von Neumühl ange«
legte Flesche nöthigte er den Feind, seine
Angriffe auf das minder vortheilhafte
Terrain zwischen dem Garten» und Iauer-
niker Fort zu verlegen, wobei er das hef>
tigfte Geschützfeuer zu bestehen hatte. Als
später die Kehle deS Iauerniker Forts
mit ihrer 1000 Mann starken Besatzung
unter Major Graf Bert hold durch die
Explosion deS Pulvermagazins in die
Luft flog. traf er im Fort selbst rasch und
so treffliche Vorkehrungen, daß unsere
Truppen sofort Posto soffen und den
Sturm des Feindes abschlagen konn'en',
ein Vorgang, dem König Friedrich
selbst, da er Zeuge desselben war, seine
Bewunderung und der Truppe, die trotz
aller Anstrengungen und Entbehrungen
mit ööwenmuth gekcimpft hatte, seine
volle Anerkennung nicht versagen konnte.
I m bayerischen Erbfolgekriege, 1778 und
1779, leistete S. wieder bei den Ver-
schanzungen der Hauptpositionen in Böh«
men treffliche Dienste. Im Jahre 1780
übernahm S. die Leitung deS Festungs.
baues in Theresienftadt, den er auch
beendigte. Im Jahre l731 zum Gene-
ral.Major ernannt, machte er den ersten
Feldzug gegen die Türken, 1788, bei
der Armee in Syrmien mit. Bei dem
auf Schabacz unternommenen Angriffe
prengte er das Thor der Palanka und
ieß denObersten S ztaray von Nikolaus
Eßterhazy.Infanterie einrücken. Szta-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Volume 38
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Stehlik-Stietka
- Volume
- 38
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon