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Steinmüller 148 Steinmüller
ray vertrieb nun daraus die Türken un
jagte sie in die obere Festung. Im Jahr«
4789 wurde S. zum Feldmarschall Lieute-
nant und Commandanten der Festung
Theresienftadt ernannt, in welcher Eigen»
schaft er im Alter von 75 Jahren starb,
Für seine vorerwähnten Waffenthaten
wurde er in der achten Promotion (vom
2l. October 1762) mit dem Ritterkreuz«
des Maria Theresien»Ordens ausgezeick>
net und den Statuten desselben gemäß
im folgenden Jahre in den erbländischm
Freiherrenstand erhoben.
Fre iherrenstands'Diplom ääo. 30. Iul>
1763. —Hirtenfeld ( I . Dr.), Der Militär.
Maria TherejieN'Orden und seine Mitglieder
(Wien t8S7. Staats Druckerei, kl. 4°) Bd. I I ,
S. l62 und l?30.
Wappen. Quergetheilter Schild; im oberen
blauen Felde ein zur Rechten schreitender
goldener Löwe mit aufgerissenem Rachen,
roch ausgeschlagener Zunge und über sich
gewundenem Schweif; im unteren rothen
Felde ein zur Rechten schräg gelegter bloßer
Degen, oben und unten von einem nach
rechts gehenden goldenen Balken begleitet.
In der Mitte befindet sich ein silbernes Herz
schild mit einem aufsteigenden gekrönten
schwarzen Adler. Auf dem Schilde ruhen drei
gekrönte Turnierbelnie. Auö der Krone des
rechten Helmes wächst der vorbeschriebene
goldene Löwe; auf der Krone des mittleren
steht der auch vorgeschriebene gekrönte,
schwarze Adler und auf der Krone des drit«
ten Helmes ist ein mit seiner Spitze aufrecht«
stehender, bloßer Degen zwischen zwei in der
Mitte quer, und zwar vorn oben roth und
unten silbern, dann hinten oben gold und
unten blau abgetheilten Büffelhörnein ein«
gestellt. Die Helm decken sind sämmtlich
zur Rechten blau mit Gold, zur Linken roth
mit Silber unterlegt.
Eteinmüller. Joseph (Kup fe r -
siecher, geb. zu W i e n 28. Februar
4793, gest. ebenda 27. Juli 184i).
Sein Vater stand als Obergärtner in
kaiserlichen Diensten. Der Sohn, dem
eine sorgfältige Erziehung zu Theil wurde, zeigte früh Neigung und Geschick
zum Zeichnen und Bilden und obwohl
der Vater zunächst im Sinne hatte, ihn
für sein eigenes Geschäft heranzubilden,
gelang es doch dem Sohne, seine Er-
laubniß zum Besuche der kaiserlichen
Akademie der bildenden Künste in Wien
zu erwirken. Daselbst machte er unter
der Leitung des Professor Hubert Mau»
rer ^Bd. XVII , S. 140), spater unter
jener 3 e y b o l o's >M. XV, S. 32^>
vielversprechende Fortschritte, als die In»
vasion des Jahres 1809, während wel.
cher die Akademie geschloffen blieb, seine
Studien unterbrach. Und jetzt schien dem
Vater der Augenblick gekommen, seine
Autorität zur Geltung zu bringen: der
Sohn mußte wider Willen Gärtner,
dienste verrichten. Doch dauerte dieß
nur so lange, als die Akademie geschlos»
sen war; kaum war sie wieder eröffnet
worden, als S. den Besuch derselben
auf das eifrigste fortsetzte und bald zu
den besten Schülern der Akademie zählte.
I n Folge seines Fleißes und seiner aus«
gesprochenen Geschicklickkeit wurde er
1812 als Pensionär in die Kupferstecher-
schule der Akademie aufgenommen, wo
er aber nebstbci die Antiken» und Modell»
zeichnungssäle fleißig besuchte und sich so
mehrseitig für seinen Beruf heranbildete.
Nach sechsjährigem Besuch der Akademie
verließ er 18!8 dieselbe und begann für
eigene Rechnung zu arbeiten. Er hatte,
um sich fortzubringen, mit mancherlei
Drangsal zu kämpfen, namentlich widrige
Vorfalle im hauslichen Leben erschwerten
hm sein Fortkommen; endlich aber brach
ein Genius sich Bahn, seine trefflichen
Leistungen als Kupferstecher lenkten daS
Augenmerk auf ihn, und nun lieferte
er eine Neihe von Blattern, welche ihn
!n die Reihe der besten Künstler deS
Grabstichels nicht blos in Oesterreich,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Volume 38
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Stehlik-Stietka
- Volume
- 38
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon