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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Volume 38
Page - 159 -
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Steinschneider, Jacob 139 Steinschneider, Jacob ftld). erschien in mehreren Nummern. — „Freundschaftliches Sendschreiben des Bruders Hi lar ion, Einsiedlers zu Wildenhege in Bayern, an den Herrn Ritter von Steinsberg in Böhmen" (zwei Auf» lagen, angeblich zu München). — Auch in lateinischer Sprache wurde polemifirt; so erschien ein „VMtoIiun'. seriptllin, aä i!!u.m criticorum oMmum. oto.", worauf auch eine lateinische Antwort folgte. Steinschneider, Jacob (Graveur, geb. zu Tarn ow in Galizien im Jahre 4782, gest. zu Wien im Jahre 1838). AuS einer jüdischen Familie. Schon der Vater war Graveur. lebte aber in ziem» lich durstigen Verhältnissen und konnte somit für die Ausbildung des Sohnes nur sehr wenig thun. Großes Talent, verbunden mit einem eisernen Fleiße und seltener Vollendung, in der Ausführung brachten diesen endlich auf die Stufe, welche er erreicht und ihm in der Reihe der Stempel- und Gemmenschneider eine ausgezeichnete Stellung einräumen. Im Jahre 1820, damals bereits 18 Jahre alt, kam er nach Wien, wo er aber mit nicht geringen Schwierigkeiten zu kämpfen halte, um nur die Erlaubniß, sich daselbst aufhalten zu dürfen, zu erlangen. Denn damals war eS den Juden nicht gestattet, länger denn 14 Tage in der Residenz zu verweilen. Aber der Verwendung des Professors Ludwig Pichler sBd. XXII, S. 254), der zu jener Zeit als Profes- sor der Medaillen» und Gemmenschneide» kunst an der k. k< Akademie der bildenden Künste angestellt war und deS jungen Israeliten ungewöhnliches Talent bald er- kannt hatte, war es gelungen, daß ihm ein zweijähriger Aufenthalt — eine söge» nannte Toleranz — gewährt wurde. S. arbeitete nun an der Akademie und schon in der IahreSauSstellung 1824 fanden ein „Minerllakllpk", dann eine „Vrnns" und eine ,Gemme mit dem Nildni«5 des 3ui5ers ^ Franz l." wegen der Schönheit in der Ausführung allgemeine Anerkennung. Der junge Künstler gewann überdieß in der Person deS Grafen A. Mi t roVSky von Nemischl sBo. XVI I I , S. 384), damaligen obersten Kanzlers, einen Mä» cen, der ihn in seinen Kreisen auf das wärmste empfahl, so daß S. bald von der hohen Aristokratie sehr gesucht und selbst mit Aufträgen des ah. Kaiferhau« seS beehrt wurde. Seine damals auf heraldischem Gebiete ausgeführten ver« schiedenartigen Arbeiten, als Gemmen, Cam6en. Siegel. Wappen, zeichneten sich durch ihre Vollendung m der Be- handlung auS und erfreuten sich allfei« tiger Anerkennung. Aber Steinschnei« der, ein einfacher, schlichter Jude, wohl von dem Künstlerdrange beseelt und in diesem rastlos und Vollendetes schaffend, war im übrigen ein unpraktischer Mensch, der weder seine Zeit, noch sein Talent und am wenigsten das Product dieser beiden Factoren. welche heutzutage wieder im Gegensatze zur Vergangenheit in ungeheuerlicher Weise zur Geltung gebracht werden, nicht zu schätzen ver> stand, und seine herrlichen Arbeiten um wahre Spottpreise lieferte. So blieb er, trotz seines künstlerischen Genius und trotz ununterbrochener Arbeit immer nur in dürftigen Verhältnissen, und sein Er» werb langte kaum, um seine Familie anständig zu erhalten. Als er vermögen« los starb, hinterließ er außer einer Toch» ter K a t h a r i n a zwei Söhne, Sa» mue l und I o h a n n, von denen I o» h a n n die Steingravirkunst erlernte. J a c o b besaß aber. noch einen Stief« bruder Heinrich Joachim Stein« schneider; über diesen und Jacobs Sohn Johann vergleiche die Quellen. Kataloge der Jahres . Ausstellungen in der t. t. Ilkademie der bildenden Künste be^
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Volume 38
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Stehlik-Stietka
Volume
38
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1879
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
398
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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