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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Volume 38
Page - 160 -
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Page - 160 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Volume 38

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Steinschneider^ Johann 160 Steinschneider^ Moriz St. Anna in Nr. 26. Wien <8") S. 30. Der oben am Zchlusse erwähnte l. Heinrich Joachim Steinschneider (geb. m Tar» now l8l4), ein Ltiefdruder deS obigen Ja« cod. kam in jun^n Jahren zu seinem Stief. druder nach Wien. besuchte yleich oiesem die Akademie der bildenden Künste und stellte in der Illhres'Ausstellung ls32 zwei in Stahl geschnittene Werke, einen „Christuskovf" und ein «Bildniß der damaligen Königin von Bayern" auö, welchen beiden die Preis« Medaille zuerkannt worden war. Heinrich Joachim wendete sich nun dein (Kraveurfacke zu. worin er Vortreffliches leistete und in Behandlung und Zeichnung noch seinen Stief« druder Jacob, der doch selbst Vorzügliches leistete, übertraf. Nur in der Ausführung kam er ihm nicht gleich. In Wien arbeitete Heinrich Joachim bis zum I. 5838. Ein nun immer mehr sich steigerndes Augenübel nöthigte ibn. das anstrengende Graviren end lich ganz aufzugeben. Er übersiedelte darauf nach Paris, wo er bis zum Jahre l870 ver blieb. AIs im genannten Jahre die damals gegen die Deutschen herrschende Gehässigkeit der Franzosen ersteren den Aufenthalt in der Srinestadt verleidete und die Deutschen in Schnarrn auswanderten, verließ auch S. die Stadt Paris und übersiedelte nach England, wo er noch zur Stunde lebt. — 2. Johann Steinschneider (geb. in Wien im I.ihre 1824) ist «in Sohn des oben erwähnten Ja» cob, der ihn der Kunst widmete, welche er selbst mit so großem Geschicke ausübte. Im Jahre l840. damals l6 Jahre alt. bezog er die k. k. Akademie der biloenoen Künste. Nachdem er aber im Jahre 1838 bereits seinen Vater durch den Tod verloren hatte, nahm sich sein vorgenannter Oheim Hein, rich Joachim des Jünglings an un) bil« dett ihn in der Kunst des Steingravirens aus. In Folge angestrengter Arbeii aber muhte er de„ Besuch der Akademie aufgeben. Später begann er selbständig zu arbeiten und übte bis zum Jahre i5?3 s me Kunst aus, in welchem Jahre er wegen zunehmen, der Schwäche seiner Augen jede weitere Arbeit «instellte. Von Johann sind mehrere Gemmen und Eameen mit figuralischen Dar» stellungen bekannt, welche er meist als An« denken für seine Freunde fertigte und wocin er einen hohen Grad von Künstlerschaft beurkundlt. Herausgeber dieses Lexikons sah selbst etliche derselben und staunte, wie S. oft auf dem kleinsten Raume so Ausgezeich« netes leistete, daH man erst mit der Lupe die hohe Vollendung der Arbeit wahrnehmen und bewundern konnte. So z. B. war eine nicht einen halben Centimeter große Gemme mit der Darstellung eines Esels in ganzer Figur ein wahres Meisterstück der Graoirkunlr. Steinschneider, Moriz. hebräisch M » ses (B ib l iograph und Oriental ist . geb. zu Proßnitz in Mahren 3K März 1816). Die Iudengemeinde in Proß. mtz, in welcher S. daS Licht der Welt erblickte. schritt im Streben nach Bil. düng den sämmtlichen Gemeinden Mäh. renS voran. Dort lehrten die Rabbiner Löw Schwad sBd. XXXII , S. 268, Nr. 2) später in Pesth. und H. Fasset, später in Kanischa; die Lehrer Leopold Löw sBd. XV, S. 413), spater Ober- rabbiner in Szegedin, Michael Wo l f , jetzt in Lemberg. und Joseph Weiße, jetzt Rabbi zu Waag-Neuftadtl in Un< gärn. Schon S ieinschneider's Vater J a c o b (geb. 1782. gest. im März 1836) hatte sich in Prag als Erzieher weltliche Bildlmg neben großem talmu« dischen Wissen angeeignet und sein Haus war der Mutelpunct eines Kreises von Ge> lehrten, zu welchem auch sein Schwager Dr. G. B r e ch e r, der u. A. daS Buch „Kusari deS Ieh. ha Lewi" mit einem he- braischen Commentar und einer ausführ« lichen Einleitung (Prag 1838. u. f., 8«.) herausgegeben hatte, gehörte. Stein« schneider, der Vater, schickte seinen sechsjährigen Sohn Mor iz in die Proß« nitzer christliche Schule — daS war damals geradezu ein Attentat gegen daS ortho- doxe Iudenthum — er ließ ihn in Musik und Tanz unterrichten, selbst abergab er ihm durch Anschauung von praktischen Dingen, durch Besuch der Werkstätten verschiedener Handwerker u. d. m. ein
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Volume 38
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Stehlik-Stietka
Volume
38
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1879
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
398
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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