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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Volume 38
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Steinschneider Moriz Steinschneider. Moriz für daS Leben nachhaltiges Gegengewicht gegen die unter den Juden herrschende Einseitigkeit. Nachdem Mor iz das drei» zehnte Lebensjahr erreicht hatte, besuchte er die Talmudvorträge deS durch seine Glossen und Scholien zu Mos. Mai- mnnis „<?Hä-kH OkaLaka« (Wien < 833) bekannten jüdischen Gelehrten Neb. Tre« bitsck. dem er im Jahre 1832 nach RikolSburg folgte. Dort als Lehrer des Französischen und Italienischen, auch als Erzieher thätig, sonderte sich der junge Steinschneider von den meist un- mistenden Talmudstudenten ab. Im Jahre 1833 begab er sich nach Prag. wo er bis zum Jahre l83ti dem Studium der Philosophie, Aesthetik, Pädagogik und neuerer Sprachen oblag und Lehrerzeug» nisse von Herz Homberg ^Band IX., S 233). Wolf Mayer ^B.ind XVI l l , S. 183. Nr. l<6^ und dcr kaiserlichen Lehrerbildungsanstalt erhielt. I n Pr^g studirte in jener Zeit Abraham Benisäv ein gebürtiger Böhme, dessen Commen- tar zu Ezechiel damals in dcr 3 an o a u'> schen Bibelausgabe erschien, Chirurgie, um sich zu einer Reise nach Palastina vorzubereiten. V e n i sch glaubte, durch Wiederherstellung eines jüdischen Rei- ches die Bedingungen für die Einfüh» rung nöthiger Reformen in der ganzen Iudenheit zu finden. und wollte sein ganzes Leben diesem Zwecke widmen, der jedoch nur wenigen Eingeweihten mit. zutheilen war. Zu diesen gehörte auch Steinschneider, der inWien, wo Albert Löwy auö Aussee, jetzt Prediger der Reformgemeinde in London, hinzu« tral. und in Berlin für diese Idee Pro» paganda zu machen suchte, indem er jüdische Studenten zu Vereinen verband, in welchen wissenschaftliche Vorträge ge- halten wurden^In Verbindung mit die» scn in Oesterreich und kaum irgendwo in v. Wurzbacb. biogr.Lerikon. XXXVIII. I der Welt zu verwirklichenden Ideen stand die Auswanderung Benisch'S und 3 ö w y's nach England im Jahre 1840, wo Ben isch lange Ze't daS „^enisk Olironlolb" redigirte, und im Sommer dieses I.ihreS (l878) starb. Für Steinschneider hatte sich in Berlin die Nilausführbarkeit und Zweck« losigkeit jener Idee ergeben, und er ent- zog sich seit 4842 derselben. Hier ge- schieht dieser an sich geringfügigen That. sache deßhalb, und zwar zum ersten Male, Erwähnung, weil daraus der Ursprung Manier Bestrebungen bis in die Gegen» wart zu s.icken ist. Im I . 1836 begab sich Steinschneider n^ch Wien, wo er bis l839 gerichtliche und damit verwandte Studien betrieb, und durch den Verkehr mit dem als Bio.qravhen , ausgezeichneten jüdischen Poeten, Ge- ! lehrten und Literator Leopold D u» > kes auf die ncuhebräische und orien» talische Litcraturgeschichle und Biblio» gravhie hingeführt wu:de. Seine Ab- sicht, in die orientalische Akademie ein- zutreten und sich in derselben gründlich in orientalischen Sprachen auszubilden, scheiterte daran, daß man ihm als Juden den Emir tt in dieselbe versagte. Ja nicht einmal AuSzüge auS dem hebräischen Katalog der k. k. Bibliothek durfte er machen. Um seinen Aufenthalt in Wien verlängern zu können, mußte er Vor» träge au dem polytechnischen Institute hören. Um sich aber in den orientalischen Sprachen fortzubilden, besuchte er die Vorträge deS Professors Karle an der theologischen Facultät, und hörte da Hebräisch, Syrisch und Arabisch. Um sich den nöthigen Lebensunterhalt zu ver- schaffen, gab er Unterricht in italienischer Sprache und in anderen Gegenständen; so unter Anderen den Brüdern Grafen LichnowSky sBd. X.V, S. 7l^. welcde >>,'dr. 24. Nov, l6?k,z N
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Volume 38
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Stehlik-Stietka
Volume
38
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1879
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
398
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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